Wedding In Hades - Misbehaviour

Review

Eine Hochzeit in der Unterwelt? Huch! Naja wer’s braucht, jedenfalls laden WEDDING IN HADES sicher nicht zu einem fröhlichen Tanz, schließlich fühlen sich die Franzosen eher im düsteren Doom Metal beheimatet. „Misbehaviour“, so der ermunternde Titel ihres neuen Albums, ist dann auch alles andere als ein Werk für fröhliche Schunkelei.

Allerdings ist das zweite Album des Quartetts mit ordentlich Abwechslung versehen. Das ist für sich genommen natürlich noch kein Grund zur Freude, doch für eine Band, die ab und zu in Richtung Funeral Doom abriftet, schon ein interessanter Zug. Leider sind die Zutaten alles andere als spektakulär. Die Riffs nutzen sich schon nach kurzer Zeit ab, und der häufig zähe Songfluss vermag es nicht, mich emotional anzukratzen. Schön sind WEDDING IN HADES aber immer dann, wenn die Lead-Gitarre traurig aufspielt oder sich ein stimmungsvolles Duett mit Keyboards liefert. Das passiert nur viel zu selten, gerade in den sehr langen Stücken schleicht sich schnell die Langeweile ein – einziger wirklicher Lichtblick während der/bei den ersten vier Stücken sind die Clean Vocals in „Sleeping Beauty“. Wie aber bereits angedeutet, wird es ab „Regrets“ dann besser. Es ist schon faszinierend, wie WEDDING IN HADES plötzlich eben jene düstere Dramatik und auch angenehmen Kitsch in ihre Songs einbauen, die in den ersten 30 Minuten fast völlig fehlten. So darf man sich neben bereits erwähnten tieftraurigen Gitarren, Keyboards über das ein oder andere brauchbare Riff freuen, und mit dem sanften Klargesang kann spätestens das abschließende „Men To The Slaughter (Reprise)“ noch mal punkten. Einen richtigen Griff ins Klo erlauben sich die Franzosen aber auch noch: „The One To Blame“ versucht sich in der ersten Hälfte plötzlich im rockigen Midtempo und scheitert dank eines unfassbar öden Riffs schon in den ersten Sekunden. Immerhin wird der Song dann gegen Ende, als man sich wieder auf die allgegenwärtige Lethargie Langsamkeit besinnt, noch ganz nett.

Und so hinterlässt „Misbehaviour“ einen unglaublich zwiespältigen Eindruck. Hier und da gibt es wirkliche Glanzpunkte, dann eine Menge Langeweile und unnötig reingezwungene Abwechslung. So richtig sicher, was WEDDING IN HADES eigentlich wollen, bin ich mir nicht – und sie selbst vermutlich auch nicht. Denn „Misbehaviour“ ist ziemlich überladen mit unterschiedlichsten Schattierungen, die kein einheitliches Bild ergeben, zu viel Abwechslung kann eben auch schädlich sein. Noch dazu ist das Album ziemlich lang, und die Growls (die leider einen Großteil der Vocals ausmachen) habe ich schon nach den ersten fünf Minuten satt. Wie gesagt, zeitweise richtig gut, dann wieder Mittelmaß, also nichts das man zwangsläufig im Schrank braucht.

05.06.2012

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