Whitechapel - The Somatic Defilement

Review

Galerie mit 14 Bildern: Whitechapel – Full Force 2019

Mein Kollege Jost Frommhold hat anno 2007 kein gutes Haar am Debüt des Deathcore-Sechsers aus Tennessee gelassen (Hier geht’s zum Review). Zitat: „Ballern mag echt nett sein, aber wenn die Trefferquote dabei so niedrig liegt, sollte man vielleicht eher die Feinjustierung überprüfen.“ Nun, seit dem ersten Langspieler der US-Amerikaner sind unterdessen drei weitere Alben ins Land gegangen, mit denen sich die Band mittlerweile im vorderen Feld des Deathcore-Genres etabliert hat. Nun bringen WHITECHAPEL ihren Erstling „The Somatic Defilement“ – Kollege Frommhold konnte es offensichtlich nicht verhindern – nun abermalig und als Re-Release unter’s Volk. Die zehn Songs wurden dafür vom renommierten Produzenten Mark Lewis (u.a. CHIMAIRA, DEVILDRIVER, THE BLACK DAHLIA MURDER) erneut gemixt und gemastert.

An den damals noch recht rohen und mitunter etwas eintönigen Kompositionen des Sextetts ändert das freilich wenig, allerdings klingt „The Somatic Defilement“ nun deutlich frischer und bissiger. Songs wie das von fiesen Down-Tuning-Gitarren dominierte „Festering Fiesta“ lassen jetzt – im neuen Sound-Gewand und bei entsprechender Lautstärke – ordentlich die Gläser im Schrank scheppern. Der Brachialität und Durchschlagskraft des Albums hat die nochmalige Klang-Kur jedenfalls gut getan.

Allerdings ist mir die Platte auf Dauer dann doch ein wenig zu zerfahren und uninspiriert – wirklich viel hängen bleibt von dem, was da in einer reichlichen halben Stunde aufgefahren wird, letztlich nicht. Weder sind die wütenden, rasenden Passagen sonderlich eindrucksvoll vorgetragen, noch die melodischen Einsprengsel konsequent genug ausgearbeitet, um dem Ganzen irgendwie einen markanten Anstrich zu verleihen. In dieser Hinsicht muss ich dem Kollegen Frommhold dann doch beipflichten.

Und so muss man am Ende konstatieren: „The Somatic Defilement“ transportiert zwar eine Menge Energie und Aggression, ein Großteil davon verliert sich aber in den teils fahrigen Arrangements, welche die Wucht der Band einfach nicht kanalisieren können. Wie gut, dass uns WHITECHAPEL aber mittlerweile den Beweis geliefert haben, dass sie das viel, viel besser können.

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27.04.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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