Witchsorrow - Witchsorrow

Review

Der heilige Gral für traditionelle Doom-Bands dürfte hinlänglich bekannt sein. Dass dieser Stil, den BLACK SABBATH vor inzwischen vierzig (!) Jahren geprägt haben, immer noch äußerst beliebt ist, zeigt nicht nur die Nachfrage nach altem Material, sondern auch der Erfolg solcher Bands wie REVEREND BIZARRE, die es immerhin mit ihrem Songs “Slaves Of Satan“ vor ein paar Jahren auf Platz zwei der finnischen Single-Charts schafften. Ein paar Kilometer weiter südwestlich, im Land der Erfinder, ist der kommerzielle Erfolg von WITCHSORROW zwar vorerst fraglich, die eingeschlagene Richtung aber ebenso eindeutig.

Die drei jungen Musiker (darunter mit Emily Witch eine der wohl sehr wenigen Doom-Bassistinnen weltweit) verstehen ihr Handwerk – zu Zeiten, als Größen wie ST. VITUS oder CANDLEMASS ihre größten Erfolge feierten, wurden sie vielleicht gerade mal eingeschult – man könnte aber auch sagen, sie haben diese Musik mit der Muttermilch aufgesogen. Eine liebevolle, vielleicht schon necrophile Neigung zu den Legenden des Doom zeigt sich deutlichst: auf gerade mal fünf Songs mit durchschnittlich neun Minuten Spielzeit zelebrieren die Engländer ihre Hymnen an Hexen und Ketzer. Kein modernes Element weit und breit, weder Drone-Klänge noch Post-Rock noch Gegrowle, nur ein schnarrender, dominierender Bass, gelegentliche Melodien, rauher, aber cleaner Gesang, stinklangsame Drums und die Vergötterung des Riffs an sich.

Wie das leider so ist in traditionellen, strengen Genres: Innovationen sind wo anders. Klar, darauf wird auch kein Anspruch erhoben, es stellt sich nur die Frage, ob man nicht genau den gleichen Stil in höherer Qualität schon auf Platte zu Hause hat. WITCHSORROW sind eine gute Band und machen – soweit man in diesem Genre davon reden kann – Spass. Dieses Debütalbum lohnt sich aber hauptsächlich für Hörer, die Probleme mit dem hohen Gesang von REVEREND BIZARRE und anderen Funeral-Doomern haben. Dichte Atmosphäre, gute musikalische Leistung und die beinharte, liebevolle Linientreue sind mir aber verdiente sieben Punkte wert.

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18.04.2010

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