With The Dead - With The Dead

Review

WITH THE DEAD verdeutlichen nach kurzem Intro: Musikkonsum wird dann zum Genuss, wenn er zur geradezu körperlichen Erfahrung wird. Das Auftaktriff von „Crown Of Burning Stars“ kracht einem derart voluminös in die Magengrube, dass die Grenzen der Metapher schlichtweg plattgewalzt werden. Jessas! Lee Dorrian (v. a. CATHEDRAL) verkündet mit zuletzt wiedergefundener Dringlichkeit den Katechismus des dunklen Doom auf einem monströsen Fundament, für das die verdienten Recken Tim Bagshaw und Mark Greening an den Saiten resp. den Drums sorgen.

Was WITH THE DEAD auf ihrem gleichnamigen ersten Werk zelebrieren, ist eine sehr laute, sehr zupackende Version des klassischen Doom, die Gott (?) sei Dank exakt nach den Schatten klingt, welche die Namen der Beteiligten im standesgemäßen Halbdunkel verheißen: nach (früheren bzw. ganz späten) CATHEDRAL, nach ELECTRIC WIZARD und meinetwegen auch RAMESSES. CROWBAR entdecken in einer alten gotischen Kathedrale in den Midlands ihre spirituelle Seite und schwören den kurzen Hosen daher ergriffen ab. Und weil es einfach zu kalt ist.

Und das kann auch im Detail etwas: Wie zum Beispiel „The Cross“ von einem wuchtigen Rocker im zweiten Teil zu einer düsteren Prozessions-Hymne mit kalter Melodie zu Marschrhythmen und Gebets-Samples runtergekühlt wird, ist schon grandios. Gleiches gilt für „Nephtys“, das mit entsprechender Phrasierung und fesselnder Leadgitarre an mittlere PARADISE LOST der besten Art erinnert. Und vor allem gilt das für den Titelsong, der mit einer Sehnsuchtsmelodie für die Ewigkeit brilliert. Ganz groß! Wenn der Scheibe abseits vom Alltagsstress mal die ungeteilte Aufmerksamkeit geschenkt wird, zeichnen sich unter der massiven Wand an Riffs nach und nach eben solche Feinheiten ab, die ein Werk letztlich der Masse entheben.

Und hätten sich unter die durchweg majestätischen und Ehrfurcht gebietenden Klang-Monumente auf „With The Dead“ noch einige weitere zukünftige Klassiker im Stile des Titelstücks gemischt, die Platte hätte das Zeug zum Wallfahrtsort des Doom gehabt. So ist Dorrians Neue „nur“ ein mächtiges akustisch-sakrales Bauwerk mit edlen Ornamenten an den Wänden und dunklem Hymnen-Stern auf dem Dach.

Gleichwie: Lee Dorrian is back. Back with a vengeance and WITH THE DEAD. Wild entschlossen malt er mit WITH THE DEAD trotz nicht eben bunter Klangfarben abseits des grauen Mittelmaßes ein vitales akustisches Bild des erhabenen Genres Doom, auf das er stolz sein kann. Wie Oskar. Ewige Jugend ist dem Pionier der harten Musik den Promo-Fotos entsprechend zwar nicht beschieden, aber sein Werk wächst, gedeiht und rettet. Amen. Oder was auch immer…

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13.10.2015

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