Xysma - No Place Like Alone

Review

Soundcheck März 2023# 12

XYSMA kehren nach einer 25-jährigen Unterbrechung mit ihrem sechsten Studioalbum „No Place Like Alone“ zurück und zeigen sich gut gewürzt: Jedenfalls legt das die erste Singleauskopplung „Well Seasoning“ nahe, bei der die fünf Finnen gediegen losrocken. Nicht mehr ganz so trocken, wie bei den ersten Gehversuchen, nachdem sie bereits Mitte der neunziger Jahre ihre Grindcore-Vergangenheit haben ruhen lassen, sondern sehr viel souveräner als zuvor.

XYSMA sind nach 25 Jahren zurück

Der für den (oder nach dem) 2006 verstorbenen Gitarristen Thee Stranius in die Band gekommene Tastenmann Janne Lastumäki addiert mit seinem Spiel nämlich nicht nur ein paar Klangfarben, wie beispielsweise die laserscharfen 80s-Synthies in „Midnight Call“. In einigen der Tracks sorgt er für eine wirklich runde Soundsynthese: „Final Episode“ ist so ein Fall, wo XYSMA zunächst wie eine Synthwave-Band beginnen, um daraus doch noch einen Rocktrack mit gedoppelten Lead-Gitarren zu machen. Und „Earthrise“ geht mit seiner Synthie-Gitarren-Synthese direkt in Spacerock-Gefilde.

Wenn XYSMA dann aber mal straighter losrocken, versäumen sie es nicht, memorable Passagen oder Hooks einzubauen. Bei „Rowdy Barrel“ ist es der Refrain, der nicht so schnell aus dem Gehör weichen möchte, bei „Model 670“ das von der Gitarre getragene Interludium. Und wenn bei „Encounter At Dawn“ sanft tropfende Keyboardklänge die Führung im Song übernehmen, vermisst wirklich niemand hart angeschlagene Gitarren – da macht sich schon ein bisschen „Riders On The Storm“-Feeling breit.

Gegenüber früher hat „No Place Like Alone“ einen weiteren Pluspunkt: Sänger Janitor hat sich vollends von seinem ungelenken Geknödel verabschiedet und klingt heute wie eine Mischung aus Ian Astbury und etwas Bon Scott. Offensichtlich haben die vergangenen Jahre seine Stimme reifen lassen, wodurch er sie heute durchgehend gewinnbringend einsetzen kann – egal ob mit tiefem Timbre oder mit Reibeisenvibrato, wie er das in „Sigh For Sore Mind“ zeigt.

„No Place Like Alone“: Grinsen von vorne bis hinten

Ihr merkt schon: „No Place Like Alone“ kann schon was. Es ist halt eine gut gewürzte Mischung. Denn das Album ist eine gelungene Synthese aus altbekannten Zutaten: Rockriffs aus den Siebzigern, Synthies aus den Achtzigern, einer tollen Stimme, gediegenem Gitarrenspiel und stets passendem Drumming und Bassfundament. Nicht zu vergessen die angenehme Produktion, die weder übermäßig retro noch modern klingt. Der Turku-Fünfer erfindet nichts neu, hat auch nicht den einen Überhit im Angebot, sondern einfach eine Fülle von guten Ideen und Songs. Das ist die Art von Platte, die man sich mit einem Grinsen von vorne bis hinten anhört, um sofort die Repeat-Taste zu drücken.

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21.03.2023

- Dreaming in Red -

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