metal.de-Redaktion
Durch die Lappen gegangen - Das erste Halbjahr 2026

Special

Da blinzelt man gefühlt nur einmal zu viel – und schon ist das Jahr wieder zur Hälfte vorbei. Unfassbar. Das 30. Jahr des Bestehens von metal.de geht bereits in die Halbzeit und jetzt, wo Deutschland im Sechzehntelfinale aus der WM in Nordamerika und Mexiko rausgeflogen ist, kann man sich wieder wichtigeren Dingen zuwenden – zum Beispiel durch die Lappen gegangene Releases, die im Rahmen unseres Review-Betriebes unter dem Radar hindurch gesegelt sind aus dem ein oder anderen Grunde. Manchmal hat sich einfach kein Abnehmer für eine Rezension gefunden, manchmal wurden wir schlicht nicht bemustert und manchmal liegt es einfach nur an einer verstrichenen und nicht weiter beachteten Deadline.

Durch die Lappen gegangen – das erste Halbjahr 2026

Daher möchten wir auf eine kleine Auswahl verpasster Releases aus dem ersten Halbjahr 2026 zurückblicken und diesen quasi im Schnelldurchlauf die verdiente Aufmerksamkeit schenken. Dass hier natürlich nicht für alle verpassten Releases Platz ist, versteht sich von selbst, aber fühlt Euch bitte eingeladen, Eure Beiträge in der Kommentarspalte zu hinterlassen.

Wir wünschen Euch an dieser Stelle viel Spaß beim Klicken, Hören und Entdecken!

PERIPHERY – A Pale White Dot
BIZARREKULT – Alt Som Finnes
PRIMUS – A Handful Of Nuggs EP
MAJOR PARKINSON – Valesa – Chapter II: Viva The Apocalypse!
ARCHSPIRE – Too Fast To Die
MANDY, INDIANA – URGH
ANGINE DE POITRINE – Vol. II EP
POLIS – Pilger
PANOPTICON – Det Hjemsøkte Hjertet
IMPURE WILHELMINA – Le Sanglot
A FOREST OF STARS – Stack Overflow In Corpse Pile Interface
NUCLEAR TOMB – Epoch Inhumane
TEXTURES – Genotype
NUCTEMERON – Demonic Sceptre
PUSCIFER – Normal Isn’t
RAM-ZET – Sapien
DRIVING MRS. SATAN – Late Ever After
IGNITION – All Will Die

PERIPHERY – A Pale White Dot (15. Mai 2026)

Wer hätte gedacht, dass uns mal ein Album von PERIPHERY durch die Lappen gehen würde? „A Pale White Dot“ heißt die neue Platte der US-Amerikaner, die für ihren eklektischen Djent-Sound bekannt geworden ist hin zum Punkt, an dem auf einer gewissen Online-Enzyklopädie sogar die Stimmungen der Instrumente für eine Songauswahl katalogisiert worden sind. Das reißt den Stellenwert der Band nur geringfügig an, deren Blaupause zwischen technischem Gefrickel und polyrhythmischen Ansätzen auf der einen und eingängigen Metalcore-Hits auf der anderen Seite weitere Formationen wie MONUMENTS folgen sollten.

Doch während diese oftmals versuchen, höher, schneller und/oder weiter zu spielen, wirken PERIPHERY anno 2026 auf „A Pale White Dot“ deutlich relaxter, fast so als würden sie sich – nun ja – zurücklehnen und mit gewissem Stolz aufs eigene Erbe zurückblicken. Nein, „A Pale White Dot“ erhebt keine Ansprüche auf die Rolle eines Wegbereiters, sondern scheint sich mehr als gediegenes Metalcore-Album gefallen zu wollen. Doch die virtuose DNA der Band verhindert, dass sich die Herren zu sehr in Richtung selbstgefälliger Gemütlichkeit verabschieden, sodass selbst die poppigsten Momente des Albums doch mit der Saitenhexerei und nicht zuletzt dem treffsicheren, mit Soul unterfütterten Gesangslinien von Spencer Sotelo (z. B. „Unlocking“) brilliert. Es ist ein schmaler Grat zwischen Routine und Spritzigkeit, den PERIPHERY hier wandeln – aber sie wandeln ihn souverän.

BIZARREKULT – Alt Som Finnes (20. Februar 2026)

In den Mitt-2000ern aus Russland nach Norwegen emigriert, bietet der wahlweise als Roman oder auch Bizarre bekannte Dreh- und Angelpunkt des Projektes BIZARREKULT seit mittlerweile auch schon 20 Jahren Musik feil (mit ein paar Jahren der Pause dazwischen), wobei die Band erst seit vergleichsweise wenigen Jahren wirklich auf sich aufmerksam machen konnte, zunächst mit ihrem via Season Of Mist vertriebenen Full-Length-Debüt „Vi Overlevde“, auf dessen Fundament das Projekt nach und nach aufbauen sollte. Dieses Jahr ist nun das neue Werk „Alt Som Finnes“ erschienen – und der Spirit des norwegischen Black Metals scheint sich bis ins Mark des Protagonisten vorgearbeitet zu haben.

Wurde „Vi Overlevde“ seinerzeit noch eher als Post-Black-Offenbarung beworben, fühlen sich Roman und Co. auf „Alt Som Finnes“ in ihrer neuen, nordischen Haut so pudelwohl, dass der klassische Second Wave-Sound in alle möglichen Richtungen erforscht wird. Damit kann man „Alt Som Finnes“ eventuell mehr die Charakteristik einer Werkschau ankreiden und würde damit vermutlich auch ein Stück weit recht behalten, andererseits ist das Ergebnis überzeugend in Szene gesetzt und brilliert schließlich auch durch effektiv eingesetzte Gastbeiträge von u. a. Yusaf Parvez. Die gekonnte, konsistente Umsetzung sorgt letztlich für reichlich Abwechslung im Sound von „Alt Som Finnes“, auch wenn sich das Album mehr wie ein Gang durch die Galerie und weniger wie ein großes Ganzes anhört.

PRIMUS – A Handful Of Nuggs EP (15. März 2026)

Die legendären Avantgarde Funk Rocker/Metaller PRIMUS machten vor nicht allzu langer Zeit durch die medienwirksame Suche nach einem neuen Schlagzeuger auf sich aufmerksam, als Tim Alexander nun offenbar endgültig seinen Hut nehmen und den Schemel hinter den Fellen und Sesseln räumen sollte. Der neue Mann wurde in Form von John Hoffmann gefunden, mit dessen Können die Band um Bass-Virtuoso Les Claypool noch im gleichen Jahr die Single „Little Lord Fentanyl“ eintüten sollten. Dann folgte eine ganze Zeit lang erst einmal nichts, vermutlich auch, weil der neue Schlagzeuger erst einmal für den Live-Betrieb eingearbeitet werden musste.

Dann erfolgte die Meldung, dass PRIMUS auf große Tour gehen sollten, für einzelne Termine sogar in Deutschland halt machen würden – und scheinbar so ganz nebenbei flog in Begleitung einer weiteren, neuen Single namens „The Ol‘ Grizz“ eine neue EP namens „A Handful Of Nuggs“ in die digitalen und analogen Ladenregale. Technisch gesehen gibt es hier mit „Little Lord Fentanyl“ und „The Ol‘ Grizz“ nur zwei wirklich neue Songs zu hören, daneben tummeln sich noch eine Live-Version von „Duchess“ vom „Brown Album“ sowie ein Cover des DIO-Klassikers „Holy Diver“ auf der EP.

Letzteres ist in seiner Eigenschaft als recht originalgetreue Coverversion eine kleine Offenbarung für all jene, die Claypool mal von seiner hymnischeren Seite hören wollten. Und während „Little Lord Fentanyl“ etwas psychedelischer daher kommt, packen PRIMUS auf „The Ol‘ Grizz“ die großen Geschütze aus. Der Track springt wie ein funkiger Flummi aus den Boxen und durch den Raum, zwischenzeitlich nur mal etwas gebändigt durch einen CRIMSOiden Prog-Einschub, ehe der Song wieder wie der Inbegriff der Elastizität höchstselbst weiter hopst.

MAJOR PARKINSON – Valesa – Chapter II: Viva The Apocalypse! (13. März 2026)

„Valesa – Chapter I: Velvet Prison“ ist auch schon vier Jahre alt. Das letzte Album des norwegischen Art Rock-/Prøg-Kollektivs war schon eine kleine Offenbarung, da es die an sich eher organischeren Klänge vergangener Leistungen gegen dicke, warme Synths eingetauscht und so markante, stadionreife Eighties-Vibes bei gleichbleibender Progressivität eingefangen hat. Im Gegensatz hierzu wenden sich die Norweger auf der Fortsetzung „Valesa – Chapter II: Viva The Apocalypse!“ wieder vermehrt den explizit progressiven Klängen zu, selbst wenn Breitband-Synth-Callbacks á la „Showbiz“ nach wie vor die Runde machen.

Das macht „Viva The Apocalypse!“ bei weitem nicht so sahnig-eingängig wie seinen ersten Teil, dafür gibt es hier für Prog-Trüffelschweine mehr zu entdecken. Von nervösem Instrument-Gewusel in „Superdad“ über zurückgelehnten Dad-Prog wie in „Father Superior“, einer regelrechten, kaum überhörbaren BEATLES-Huldigung in Form von „The Doctor In Command“ hin zu „Karma Supernova“, das zunächst mit wiederum sonnigem US-Retro-Prog antäuscht, nur um hiernach ins Geäst des finsteren, skandinavischen Prøgs abzutauchen. Damit ist „Viva The Apocalypse!“ längst nicht so einsteigerfreundlich wie sein Vorgänger, kommt aber nicht minder faszinierend, wenn auch etwas eklektischer daher.

ARCHSPIRE – Too Fast To Die (10. April 2026)

Mit dem 2024 erfolgten Abgang ihres vormaligen Schlagzeugers Spencer Prewett stellte sich für die kanadischen Hochfrequenz-Tech-Death-Metaller ARCHSPIRE die Frage, wer in die gigantischen Fußstapfen Prewetts treten würde – und ob diese Person den Fußabdruck auszufüllen imstande sein würde. Nach einer medienwirksamen Suche fanden die kranken Kanadier einen neuen Spencer – mit Nachnamen Moore. Zu ungefähr der gleichen Zeit wurde das neue Album angekündigt, das die Band im Gegensatz zum bei Season Of Mist erschienenen Vorgänger „Bleed The Future“ unabhängig veröffentlichen wollte. Eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne später stand der Finanzierung ihres neuen Albums nichts mehr im Wege.

Und der Titel scheint wie ein Selbstverständnis zu fungieren. „Too Fast To Die“ lautet die Platte, Spencer Moore feiert seinen erfreulich fulminanten Einstand und auch sonst sitzt alles im Hause ARCHSPIRE genau dort, wo es hingehört. Das Gitarrenduo Lamb/Morelli duelliert sich auf erneut schwindelerregendem, wenngleich doch ausreichend melodischem Niveau. Und erneut scheint es, als bräuchte Frontbrüller Oliver Rae Aleron keine Luft zum Atmen, so buchstäblich atemlos wie er seinen Gesang zum Besten gibt. Die großen, durchdachten Melodien der beiden Vorgänger fehlen ein bisschen, doch im Anbetracht der Hintergrundgeschichte und dem großen Risiko, ein Album in Eigenregie zu veröffentlichen und zu vermarkten, wirkt „Too Fast To Die“ doch genau wie der kathartische Rundumschlag, der es auch sein sollte.

MANDY, INDIANA – URGH (06. Februar 2026)

Die entgegen ihrer Nomenklatur nicht aus den Staaten stammende, sondern in Frankreich und dem Vereinigten Königreich beheimatete Industrial-/Noise-Formation MANDY, INDIANA hat Anfang des Jahres kritische Wellen schlagen können mit dem Zweitwerk „URGH“, dessen Entstehung offenbar nicht ganz unkompliziert gewesen ist. Trotz gesundheitlicher Probleme zweier Mitglieder hat die Band ein aufregendes, lärmendes und doch stilvolles Industrial-Album auf die Beine gestellt, das zwischen typisch mechanischer Motorik, Panik induzierender Wall of Sound, tanzbaren Grooves und weiteren, modernen Pop-Sensibilitäten hin- und her wandert.

Man ist versucht, angesichts der mühelosen Eklektik des Sounds den Begriff des Traumwandelns in den Mund zu nehmen, doch die Noise-Komponente verhindert solcherlei Verniedlichungen, gerade wenn sie kaskadenartig und gnadenlos auf die Hörerschaft drein kollabiert wie in „Magazine“. Das hat durchaus etwas von der viszeralen Natur zeitgenössischer Horror-Scores. Doch da mixen auch die subtileren Momente á la „A Brighter Tomorrow“ mit, wenn diese ihre Hörerschaft so richtig fies im eigenen Saft kochen lassen. Und wenn diese Songs eine umso perkussivere, unruhigere Natur annehmen wie „ist halt so“ [ist halt so, Anm. d. Red.], arbeitet sich die cineastische Erfahrung erst recht in Mark und Bein. Ein durchaus unerwarteter kritischer Liebling das hier …

ANGINE DE POITRINE – Vol. II EP (03. April 2026)

Das kanadische Duo ANGINE DE POITRINE geisterte schon einige Zeit durch den Äther der Sozialen Medien, aber so richtig aufmerksam wurde die Allgemeinheit erst durch deren Live-Mitschnitt ihres Konzertes in der École Supérieure des Métiers Artistique, der durch den US-amerikanischen Radiosender KEXP im Februar veröffentlicht wurde – mit viralem Erfolg. Offenbar hat die allgemeine Hörerschaft erst durch Kontakt mit den beiden Quebecern in bizarren Polkadot-Kluften Zugang zum Konzept mikrotonaler Musik gefunden, wenngleich das Konzept der Mikrotonalität an sich nichts Neues ist – beispielsweise experimentierten KING GIZZARD AND THE LIZARD WIZARD auf „Flying Microtonal Banana“ bereits mit mikrotonalen Skalen.

Dass ANGINE DE POITRINE ausgerechnet jetzt an Popularität gewinnen würden, schreiben einige [Video-]Essayisten einer Rebellion der allgemeinen Hörerschaft gegen KI-Musik zu, da mikrotonale Skalen die Regeln konventioneller Musik brächen und KI-Musik (noch) nicht darauf trainiert seien. Vermutlich ist es aber auch einfach das bizarre Auftreten der Band und die Virtuosität der Musiker, die als Duo mindestens wie ein Quartett klingen und das auch live souverän umzusetzen wissen.

Ein bisschen Augenzwinkern ist bei den unter den Pseudonymen Khn und Klek bekannten Kanadiern sicherlich auch im Spiel, aber gerade der traumwandlerische, in Echtzeit erfolgende Einsatz von Loop-Effekten und die progressive, funkige und leicht (post-)punkige Natur des weitestgehend instrumental gehaltenen Sounds irgendwo zwischen Prog, Rock und dem ein oder anderen Zeuhl-Versatzstück haben gewiss einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Viralität des Duos beigetragen, das im April seine schlicht „Vol II“ getaufte EP veröffentlicht hat. Und gerade wenn man erst das Konzert gesehen, dann die EP gehört hat, kauft man diesem Duo die gefühlt vierarmige, virtuose Instrumentalarbeit, die hier feilgeboten wird, auch wirklich ab.

POLIS – Pilger (29. Mai 2026)

Das neue Album „Pilger“ der teutonischen Prog-Formation POLIS könnte eine Marktlücke offenbaren. Oder zumindest sind unsereinem erstaunlich wenige (unironisch hörbare) Retro-Prog-Bands geläufig, die in deutscher Sprache singen. Es gibt ausreichend deutschsprachige Bands, die zwar mit Progressivität experimentieren, meist jedoch mehr in den Core-Gefilden beheimatet sind wie THE HIRSCH EFFEKT oder die zum Zeitpunkt des Verfassens inaktiven MONOPHONIST. Die hier gegenständlichen Plauener dagegen bedienen tatsächlich eine Retro-Prog-Spielart mit dem Anspruch analoger Klanggestaltung, die so ein bisschen den Bogen von THE TANGENT (nur kompakter) über die unvermeidbaren FLOYDismen und Ansätzen geradezu ursprünglicher Prog-Mystik á la der Peter Gabriel-GENESIS hin zu den Alternative-nahen Ansätzen aus dem PORCUPINE TREE-Umfeld spannt.

Das Ganze wird abgerundet durch eine erfrischend ungekünstelte Intonation von Christian Roscher, der dem Sound mit seinen irgendwie gedankenverloren wirkenden Sophistereien über das Leben, den Tod und alles dazwischen noch einmal ein Stück in Richtung Indie-Rock rücken lässt. Die Kunst hinter „Pilger“ besteht indes vor allem darin, all das in einen organischen, mitreißenden Sound zu bündeln, der einerseits auf dem Boden verankert wirkt, sich dennoch gern mal hymnisch, d. h.: mehrstimmig gesungen gen Himmel abhebt, den Kopf aber nie zu tief in die Wolkendecke steckt. Das Ganze atmet die Lockerheit von Bands wie SUBURBAN SAVAGES, geht aber seinen eigenen, stimmungsvollen Weg und hebt sich damit erfrischend ab. „Pilger“ empfiehlt sich durch seinen Charme und sein Selbstbewusstsein dringend teutonischen Prog-Nasen und solchen, die es werden möchten.

PANOPTICON – Det Hjemsøkte Hjertet (08. Mai 2026)

Wenn man bedenkt, welch einen Stellenwert PANOPTICON in der internationalen Metalszene genießt, wundert es schon, dass das Black Metal-Projekt des US-Amerikaners Austin Lunn nicht regelmäßiger diesseitig besprochen wird. Die Gründe hierfür kennen vermutlich nur die Promo-Götter höchstselbst. Aber sei’s drum: Unter dem Titel „Det Hjemsøkte Hjertet“ ist das neue Album des Ein-Mann-Projektes erschienen, auf dem sich erneut eine weitläufige, stimmungsvolle Wildnis vor dem geistigen Auge der Hörerschaft entfaltet. Thematisiert werden die letzten Tage und schließlich der Lebensabend eines alternden Eremiten, der den von Menschenhand erzwungenen Wandel der Natur sowie das verschwimmen der eigenen Kindheitserinnerungen beklagt.

Hier treffen oftmals elegisch inszenierte, atmosphärische Black Metal-Klänge auf reichhaltige Folk-Einflüsse, beides symbiotisch ineinander verbunden mit dem Ziel, die ästhetische Essenz der Natur in Klang einzufangen. Und das ist Lunn auch mehr als gelungen, denn „Det Hjemsøkte Hjertet“ besticht durch eine beispiellose, klangliche Schönheit, welche den teilweise repetitiven Parts wiederum fast schon einen Sinn gibt. Das mit 66 Minuten umfangreich ausgefallene, mit Unterstützung diverser Gastmusiker und -sänger entstandene Werk erzwingt förmlich mehrere Hördurchgänge, die sich wiederum durch die ausgeprägte Klangästhetik rechtfertigen lassen, gerade wenn sich große Momente wie der zutiefst melancholische Post-Rock-Einschub von „Blood And Fur Upon The Melting Snow“ effektiv in die Magengrube bohren.

IMPURE WILHELMINA – Le Sanglot (22. Mai 2026)

Die Entwicklung der Genfer Metaller IMPURE WILHELMINA schreitet weiter voran und man ist offenkundig noch nicht bereit, sich irgendwie festlegen zu lassen. Mit „Radiation“ hat der Wandel der Schweizer weg von Hardcore-lastigeren Klängen hin zu Post-Rock-lastiger Schwermut begonnen. Mit „Antidote“ verfeinerten sie ihr Songwriting mit Fokus auf noch schwererem, durchschlagskräftigem Liedgut, was den Sound der Herren um Michael Schindl recht nah in Richtung Perfektion bringen sollte. Doch darauf ruhen sich IMPURE WILHELMINA nicht aus. Stattdessen experimentieren sie mit ihrem neuen Album „Le Sanglot“ gleich weiter, ohne das ein oder andere Risiko zu scheuen.

Der deutlichste Unterschied zu vorangegangenen Leistungen ist zunächst einmal die Sprache – gesungen wird ausschließlich auf französisch. Doch nicht nur hiermit vernageln die Schweizer der non-frankophonen Hörerschaft den Zugang. Auch das Songwriting hat den Grad der rohen Gravitas und Prägnanz des Vorgängers einreduziert für einen Sound, der vielleicht mehr denn je nach Post-Rock klingt – mit einem schielenden Auge in Richtung Alternative. Schindl gibt nach wie vor eine expressive Gesangsdarbietung zum Besten, allerdings weniger Hook-zentriert als zuvor.

Markante, songschreiberische Spitzen wie das klimaktische Finale von „Abîme“, die leckeren, vor Melancholie triefenden Twin-Leads von „Dévoreur d’Étoiles“ oder das Hardcore-lastige „Train Mort“, das durch Schindls heiseres Gekeife dominiert wird und damit versatzstückweise ins Schwarzmetallische driftet, liefern dennoch einiges an Entdeckenswertem, um „Le Sanglot“ nach eine höheren Anlaufzeit doch noch nachhaltig in den Gehörgängen zu platzieren.

A FOREST OF STARS – Stack Overflow In Corpse Pile Interface (08. Mai 2026)

Die britischen Schwarzwurzelgeister A FOREST OF STARS haben ganze acht Jahre auf ein neues, hörbares Lebenszeichen warten lassen. Der Nachfolger von „Grave Mounds And Grave Mistakes“ hört auf den Namen „Stack Overflow In Corpse Pile Interface“, das Cover sieht aus wie eine aus dem Konsum psychoaktiver Drogen hervorgegangene, bildlich-expressionistische Neuinterpretation des „No Bitches“-Memes und die Uhr zeigt eine Gesamtspielzeit von knapp 73 (Deluxe-Edition: 82) Minuten an. Im Hause A FOREST OF STARS werden abermals keine halben Sachen gemacht, ebenso wenig lässt man sich in die Karten schauen, sodass selbst dieser massive Klumpen seltsamer Schwarzwurzelkunst erneut von vorn bis hinten fasziniert.

Der neunminütige Opener „Ascension Of The Clowns“ legt programmatisch los mit atmosphärischen, melodischen Black Metal-Klängen, romantisierenden, von Katie Stone beigesteuerten Streicher-Linien und gerade genug Furor, um sich selbst nach vorne zu peitschen. Das ganze dient als Hintergrund für den halb gesprochenen, halb geschimpften Gesang von Dan „Mister Curse“ Eyre, der sich köstlich und wortgewandt, nein: wortgewaltig in Rage predigt. Seine impulsive Kadenz kollidiert zu keiner Zeit mit der stringenten Metrik des musikalischen Backdrops. Vielmehr geht beides eine heterogene Zwangsehe ein, die entgegen aller Indizien schlicht und ergreifend funktioniert – und unsereins hat keine Ahnung, wie man als Musiker so etwas zielführend komponiert.

Sicher ist „Stack Overflow In Corpse Pile Interface“ schon allein aufgrund des Umfangs kein einsteigerfreundliches Album, doch hartnäckige Hörarbeit wird entlohnt. Denn nicht nur kleiden A FORES OF STARS Eyres Schimpfereien in vielschichtig komponierte, faszinierende Klanglandschaften. Richtig epochal schlagen die Momente von purer, musikalischer Schönheit irgendwo zwischen folkiger Mystik und gotischem Spuk ein, wenn diese durch Stones klaren Gesang noch weiter in sphärische Höhen empor gehoben werden (man höre nur den Mittelteil von „Not Drinking Water“). An dem Teil hat man selbst als Connaisseur schrägerer Klänge definitiv eine Weile zu knabbern.

NUCLEAR TOMB – Epoch Inhumane (12. Juni 2026)

Offenbar hat jemand der Dame und den Herren NUCLEAR TOMB aus Baltimore seit Veröffentlichung ihres Full-Length-Debüts „Terror Labyrinthian“ ein Taschentuch gereicht, denn die Thrasher haben sich den Rotz aus der Nase gepustet und schlagen nun mit dem Vollzeitnachfolger „Epoch Inhumane“ einen ernsthafteren, metallischeren Tenor an, der schon eher dem auf dem Debüt angestrebten Mix aus Thrash und Progressive Metal nahekommt, ohne den jugendlich gebliebenen Elan einzubüßen. Will sagen: NUCLEAR TOMB bleiben deutlich als Thrash Metal-Band zu erkennen, die sich bei Standards u. a. aus den Big Four (die Aggressivität SLAYERS, Ansätzen früher METALLICA und in den punkigeren Momenten ANTHRAX) bedient, diese dann aber durch den modernen Prog-Reißwolf dreht und so in der Nähe von Bands wie DISSIMULATOR herauskommt.

Party-Anthems sucht man entsprechend auf „Epoch Inhumane“ vergeblich, auch wenn die US-Amerikaner nicht gleich die nächste, verfrickelte Thrash-Oper aus der Taufe hieven. Viel mehr ist „Epoch Inhumane“ ein gelungenes Konglomerat aus alten wie neuen Thrash-Elementen, dessen Einzelteile zwar stets klar erkennbar sind, deren Summe aber doch aufgrund der guten Riffarbeit, der angemessenen Straffheit und des durchdachten Songwritings größer ist als besagte Teile. Das schwächste Glied der Kette bleibt das auf Dauer etwas monotone Gekeife von Michael Brown, dem einige sekundierende Gangshouts oder Growls gut getan hätten, wobei es kein Dealbreaker ist. Im Mittelpunkt stehen ohnehin die Riffs und das komplexe Songwriting, sodass „Epoch Inhumane“ doch eine feine Angelegenheit bleibt.

TEXTURES – Genotype (23. Januar 2026)

Vor zehn Jahren anlässlich des fünften TEXTURES-Albums „Phenotype“ wurde bereits dessen „Genotype“ getauftes Gegenstück angeteasert, das die Zweifaltigkeit dieser Albumkonzeption ergänzen sollte. Wie sich nun herausstellen sollte, haben sich die Niederländer entgegen des ursprünglich angepeilten Ein-Jahres-Plans nun doch eine Dekade Zeit gelassen, ehe „Genotype“ nun doch endlich erhältlich sein sollte. Entsprechendes Material ist offenbar bereits fertig gestellt gewesen, als „Phenotype“ 2016 veröffentlicht worden ist, wurde dann aber aufgrund einer vorübergehenden Auflösung der Band auf Eis gelegt. Nachdem sich die Band 2023 neu formiert hat, wurde das vorliegende Album von Grund auf neu gestaltet, dient nach Aussage der Band aber immer noch als das konzeptionelle Gegenstück zu „Phenotype“.

So viel zur Theorie, was steckt nun aber dahinter? Die Modern-Prog-Virtuosen aus Tilburg haben der neuen Inkarnation von „Genotype“ um einen Großteil der sonst im TEXTURES-Sound vorherrschenden Core-Anteile erleichtert. Diese treten immer noch hier und da auf, doch im Zentrum stehen nun kühle Modern Metal-Klänge mit vorwiegend Klargesang. Auch die Djent-Versatzstücke wurden eingedampft, wobei die Band gleichbleibend komplex agiert. Man verlässt sich anno 2026 nun aber mehr auf Klangtexturen [pun not intended, Anm. d. Red.] und große, songschreiberische Gesten auch unter Zuhilfenahme eines Gastbeitrags von Charlotte Wessels, was das technische Spektakel früherer Releases á la „Silhouettes“ etwas missen lässt, in seiner Gesamtheit aber stimmungsvoll genug in Szene gesetzt ist, um für sich zu überzeugen.

NUCTEMERON – Demonic Sceptre (13. März 2026)

Röhrenhosen, Leder, Nieten und umgedrehte Kreuze? Oh ja, es ist Blackened Thrash-Zeit! Und was für einer. Was die ihrer Hörerschaft zum Zeitpunkt des Verfassens mindestens dutzend Alben schuldigen Australier HELLBRINGER für SLAYER sind, möchten NUCTEMERON offenbar für NIFELHEIM sein. Und was soll man sagen: Mission erfüllt. Auch NUCTEMERON atmen Authentizität gleichwie Qualität und keifen dies ihrer Hörerschaft rücksichtslos und rotzig ins Gesicht, während das Gaspedal am Bodenblech festgespaxt wird. So geht sie ab, die Luzi, wobei der Geist Lemmys nie allzu weit entfernt scheint. Denn neben thrashiger Schwärze atmen die Trierer noch ordentlich Rock ’n‘ Roll, der beispielsweise im locker durch die Lederhose atmenden „Under Devil’s Command“ ganz besonders Einzug hält.

Der Songtitel „Fuck Off!!!! (In The Name Of Evil)“ ist dabei nicht nur ein Anwärter auf den Songtitel des Jahres, sondern auch das Kernstatement hinter dem Full-Length-Debüt dieser bereits seit über zehn Jahren aktiven Kapelle, deren Mitglieder sich so wunderbare Pseudonyme wie Doomhammer (nicht der Schlagzeuger, der heißt Christhunter) oder Volcanic Slut gegeben haben. Unterdessen hat Lunatic Aggressor die Basspflichten um 2017 an Volcanic Slut abgegeben, um sich vollends auf den Gesang konzentrieren zu können und diesen in all seiner gestörten Gebärden voll ausleben zu können. Schließlich muss man zum amtlichen Toben die Hände und Füße frei haben. Nur so lässt sich erklären, warum NUCTEMERON so herrlich ungezähmt klingen. Wie eingangs erörtert: Sie streben an, für NIFELHEIM zu sein, was HELLBRINGER für SLAYER sind. Und das hat offenkundig funktioniert.

PUSCIFER – Normal Isn’t (06. Februar 2026)

In jeder der prominenten Hauptbands von Maynard James Keenan scheint etwas für den besonderen Geschmack dabei zu sein. Während die Hauptband TOOL den Prog als die Grenzen der Musik überschreitende, moderne Kunstform zelebriert und dabei regelmäßig auch in musikalischer Hinsicht die Möglichkeiten des Musizierens und Komponierens auslotet und A PERFECT CIRCLE eine etwas bekömmlichere Herangehensweise an den musikalischen Corpus des Herrn Keenan präsentiert, so scheint er sich mit PUSCIFER bewusst fernab beider Wege zu bewegen. Im konkreten Falle von „Normal Isn’t“ scheint die Band den Rock-Song per se teilweise in seine Einzelteile zerlegen zu wollen, bis nur noch ein lose mit Tesafilm und dem transzendentalen Gesangstandem Keenan/Carina Round zusammengehaltenes Gerüst übrig bleibt.

Wie packend dies in gehörter Form ist, widerspricht gänzlich diesem Ersteindruck. Dank der ausgeprägten Pop-Sensibilitäten, durch denen selbst ein Seufzer mal stimmungsvoll geloopt wird, sowie Rifffetzen, die wie gesamplet durch den Äther geistern, entsteht ein seltsam mechanischer, experimenteller Sound, der sich letztlich doch zu einem großen Ganzen zusammenfügt. Düster raunt sich Album durch seine Spielzeit, teilweise ein bisschen an eine rockigere Variante von DEPECHE MODE gemahnend (v. a. in „The Quiet Parts“). Und trotz der fragmentarischen Natur der Instrumentierung gerät das Liedgut von „Normal Isn’t“ teilweise doch sehr eingängig und mitreißend, sodass die Platte eine wunderbare, experimentelle Rock-Angelegenheit für gemütliche Abende darstellt. Normal ist das nicht, aber soll es ja auch nicht sein.

RAM-ZET – Sapien (27. März 2026)

Ganze 13 Jahre ist es still gewesen um die norwegischen Progressive Metaller RAM-ZET. Doch scheinbar aus einer Laune heraus begann Bandkopf Henning „Zet“ Ramseth alte bzw. neu rekrutierte Bandmitglieder um sich zu scharen und erste Ideen umzusetzen, bis schließlich aus den ersten, zaghaften Wiederbelebungsversuchen die voll ausgereifte, neue Inkarnation der Band mit einem neuen Album auf der Matte stehen sollte. Die Formation machte sich in der Vergangenheit durch einen eklektischen, avantgardistischen Metal-Sound mit reichhaltigen Einflüssen einen Namen, dessen breite Fächerung als Vehikel genutzt worden ist, um die zentrale Thematik von Persönlichkeitsspaltuung zu unterstreichen.

Dieser Spirit wird auch anno 2026 weiter aufrecht erhalten. Das neue Album „Sapien“ folgt dem Pfad der Unberechenbarkeit unbeirrt weiter und kombiniert harsche Ausbrüche zwischen Thrash, Industrial und sogar Black Metal mit modernen, folkigen und teils jazzigen Soundlandschaften, wobei diese Pole knallhart ineinander gecrasht werden. RAM-ZET sind unangenehm im besten Sinne der Worte, wirken einerseits überladen, applizieren diese Reizüberflutung aber vollkommen bewusst, was zu einem fast klaustrophobischen Gesamtsound führt, bei dem sich die Hörerschaft nie zu sicher fühlen kann. Die weiterhin zwischen Ramseth und Miriam Elisabeth „Sfinx“ Renvåg Müller verteilten Gesangsrollen kreieren noch mehr Chaos und Eigenleben in diesem ohnehin höchst volatilen Sound. Vorsicht beim Reinhören ist geboten, könnte sich aber lohnen …

DRIVING MRS. SATAN – Late Ever After (14. März 2026)

Die italienisch-britische Indie-Pop-Band DRIVING MRS. SATAN, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Metal-Standards in luftige Akustik-Pop-Gewänder zu packen, ist endlich nach langer Zeit zurückgekehrt. Tatsächlich sind zehn Jahre seit „Did You Mrs. Me“ ins Land gezogen, ehe die Band mit ihrem neuen Sortiment an Lagerfeuer-Covern berühmter Metal-Songs unter dem Titel „Late Ever After“ um die Ecke kommen sollte. Und geboten wird im Grunde genau das, was man von der Band erwarten kann, fast als hätte es in der Zwischenzeit keinen Stillstand gegeben. Allerdings ist doch ein wichtiger Unterschied in der Qualität der Coverversionen zu vermerken: Die sind nämlich noch mal ein Stück ausgefeilter und stilistisch breiter aufgestellt ausgefallen.

So verwursten die Dame und die Herren beispielsweise MOTÖRHEADs „Ace Of Spades“ in eine schwungvolle Country-Hymne, IRON MAIDENs „The Trooper“ wird komplett gegen den Strich in eine Lagerfeuer-Ballade umgemünzt, während AC/DCs „Let There Be Rock“ als tanzbare, für DRIVING MRS. SATAN-Verhältnisse gar ungewöhnlich überschwängliche Indie-Pop-Hymne umgesetzt wird. Weitere Standards von Ozzy Osbourne, METALLICA und BLACK SABBATH erfahren ebenfalls ein Makeover und zeigen, dass Cover nicht gleich Cover ist. Wer bereit ist, mit Metal Spaß zu haben und diesen auch mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten, kam ohnehin nie wirklich an DRIVING MRS. SATAN vorbei, doch „Late Ever After“ dürfte die reifste, abwechslungsreichste Sammlung an Covern der Band sein.

IGNITION – All Will Die (12. Juni 2026)

Obwohl IGNITION eine Power Metal-Band aus dem Ruhrpott sind, zählen sie laut Bandcamp-Präsenz TRIVIUM zu ihren Haupteinflüssen. Klingt erstmal komisch, bis man sich erinnert, dass Matt Heafy und Co. u. a. mal mit „The Crusade“ einen thrashigen Heavy Metal zum Besten gegeben haben, der sich in Spuren auf dem neuen Album „All Will Die“ der hier gegenständlichen Duisburger wiederfinden lässt. Überhaupt klingen IGNITION weniger nach ACCEPT- oder HELLOWEEN-Blaupause sondern stehen relativ eigenständig auf eigenen Beinen mit einem nicht allzu hysterischen und/oder überzuckerten Power Metal-Sound. Nein, der hier feilgebotene Kraftstahl ist eher von ehrlicher, schwitziger Natur – und damit ein Kleinod, das sicher unter dem ein oder anderen Radar geflogen ist.

Die Duisburger klingen auf jeden Fall sehr amerikanisch, fast in Richtung Dad Metal á la späterer ARMORED SAINT tendierend. Was sie letztlich jedoch wieder fest im europäischen Power Metal-Umfeld platziert, sind epische Mitsing-Hooks der Marke „The Decline“, die das Schwert im Schaft vor Aufregung zittern lassen. Sänger Dennis Marschallik hält sich wie angedeutet mit Hysterie zurück und unterstreicht so den erdigen, ehrlichen Charakter von „All Will Die“, trägt an anderer Stelle sogar richtig dick mit rockigem Soul auf wie in „In The Name Of God“. Generell gefällt der ungekünstelte, weniger nach Heldenepos und mehr nach guter alter Stahlschmiede klingende Sound, der sich den Klischees des Genres mutig entgegenstellt.

30.06.2026

Redakteur für Prog, Death, Grind, Industrial, Rock und albernen Blödsinn.

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