metal.de-Redaktion
Durch die Lappen gegangen - Das erste Halbjahr 2026

Special

Panopticon

PANOPTICON – Det Hjemsøkte Hjertet (08. Mai 2026)

Wenn man bedenkt, welch einen Stellenwert PANOPTICON in der internationalen Metalszene genießt, wundert es schon, dass das Black Metal-Projekt des US-Amerikaners Austin Lunn nicht regelmäßiger diesseitig besprochen wird. Die Gründe hierfür kennen vermutlich nur die Promo-Götter höchstselbst. Aber sei’s drum: Unter dem Titel „Det Hjemsøkte Hjertet“ ist das neue Album des Ein-Mann-Projektes erschienen, auf dem sich erneut eine weitläufige, stimmungsvolle Wildnis vor dem geistigen Auge der Hörerschaft entfaltet. Thematisiert werden die letzten Tage und schließlich der Lebensabend eines alternden Eremiten, der den von Menschenhand erzwungenen Wandel der Natur sowie das verschwimmen der eigenen Kindheitserinnerungen beklagt.

Hier treffen oftmals elegisch inszenierte, atmosphärische Black Metal-Klänge auf reichhaltige Folk-Einflüsse, beides symbiotisch ineinander verbunden mit dem Ziel, die ästhetische Essenz der Natur in Klang einzufangen. Und das ist Lunn auch mehr als gelungen, denn „Det Hjemsøkte Hjertet“ besticht durch eine beispiellose, klangliche Schönheit, welche den teilweise repetitiven Parts wiederum fast schon einen Sinn gibt. Das mit 66 Minuten umfangreich ausgefallene, mit Unterstützung diverser Gastmusiker und -sänger entstandene Werk erzwingt förmlich mehrere Hördurchgänge, die sich wiederum durch die ausgeprägte Klangästhetik rechtfertigen lassen, gerade wenn sich große Momente wie der zutiefst melancholische Post-Rock-Einschub von „Blood And Fur Upon The Melting Snow“ effektiv in die Magengrube bohren.

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30.06.2026

Redakteur für Prog, Death, Grind, Industrial, Rock und albernen Blödsinn.

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