
metal.de-Redaktion
Durch die Lappen gegangen - Das erste Halbjahr 2026
Special

PUSCIFER – Normal Isn’t (06. Februar 2026)
In jeder der prominenten Hauptbands von Maynard James Keenan scheint etwas für den besonderen Geschmack dabei zu sein. Während die Hauptband TOOL den Prog als die Grenzen der Musik überschreitende, moderne Kunstform zelebriert und dabei regelmäßig auch in musikalischer Hinsicht die Möglichkeiten des Musizierens und Komponierens auslotet und A PERFECT CIRCLE eine etwas bekömmlichere Herangehensweise an den musikalischen Corpus des Herrn Keenan präsentiert, so scheint er sich mit PUSCIFER bewusst fernab beider Wege zu bewegen. Im konkreten Falle von „Normal Isn’t“ scheint die Band den Rock-Song per se teilweise in seine Einzelteile zerlegen zu wollen, bis nur noch ein lose mit Tesafilm und dem transzendentalen Gesangstandem Keenan/Carina Round zusammengehaltenes Gerüst übrig bleibt.
Wie packend dies in gehörter Form ist, widerspricht gänzlich diesem Ersteindruck. Dank der ausgeprägten Pop-Sensibilitäten, durch denen selbst ein Seufzer mal stimmungsvoll geloopt wird, sowie Rifffetzen, die wie gesamplet durch den Äther geistern, entsteht ein seltsam mechanischer, experimenteller Sound, der sich letztlich doch zu einem großen Ganzen zusammenfügt. Düster raunt sich Album durch seine Spielzeit, teilweise ein bisschen an eine rockigere Variante von DEPECHE MODE gemahnend (v. a. in „The Quiet Parts“). Und trotz der fragmentarischen Natur der Instrumentierung gerät das Liedgut von „Normal Isn’t“ teilweise doch sehr eingängig und mitreißend, sodass die Platte eine wunderbare, experimentelle Rock-Angelegenheit für gemütliche Abende darstellt. Normal ist das nicht, aber soll es ja auch nicht sein.
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Michael
































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