metal.de-Redaktion
Durch die Lappen gegangen - Das erste Halbjahr 2026

Special

Impure Wilhelmina

IMPURE WILHELMINA – Le Sanglot (22. Mai 2026)

Die Entwicklung der Genfer Metaller IMPURE WILHELMINA schreitet weiter voran und man ist offenkundig noch nicht bereit, sich irgendwie festlegen zu lassen. Mit „Radiation“ hat der Wandel der Schweizer weg von Hardcore-lastigeren Klängen hin zu Post-Rock-lastiger Schwermut begonnen. Mit „Antidote“ verfeinerten sie ihr Songwriting mit Fokus auf noch schwererem, durchschlagskräftigem Liedgut, was den Sound der Herren um Michael Schindl recht nah in Richtung Perfektion bringen sollte. Doch darauf ruhen sich IMPURE WILHELMINA nicht aus. Stattdessen experimentieren sie mit ihrem neuen Album „Le Sanglot“ gleich weiter, ohne das ein oder andere Risiko zu scheuen.

Der deutlichste Unterschied zu vorangegangenen Leistungen ist zunächst einmal die Sprache – gesungen wird ausschließlich auf französisch. Doch nicht nur hiermit vernageln die Schweizer der non-frankophonen Hörerschaft den Zugang. Auch das Songwriting hat den Grad der rohen Gravitas und Prägnanz des Vorgängers einreduziert für einen Sound, der vielleicht mehr denn je nach Post-Rock klingt – mit einem schielenden Auge in Richtung Alternative. Schindl gibt nach wie vor eine expressive Gesangsdarbietung zum Besten, allerdings weniger Hook-zentriert als zuvor.

Markante, songschreiberische Spitzen wie das klimaktische Finale von „Abîme“, die leckeren, vor Melancholie triefenden Twin-Leads von „Dévoreur d’Étoiles“ oder das Hardcore-lastige „Train Mort“, das durch Schindls heiseres Gekeife dominiert wird und damit versatzstückweise ins Schwarzmetallische driftet, liefern dennoch einiges an Entdeckenswertem, um „Le Sanglot“ nach eine höheren Anlaufzeit doch noch nachhaltig in den Gehörgängen zu platzieren.

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30.06.2026

Redakteur für Prog, Death, Grind, Industrial, Rock und albernen Blödsinn.

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