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Durch die Lappen gegangen

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Akercocke

AKERCOCKE – Renaissance In Extremis

Abteilung ‘Reunions, die Sinn ergeben’: Die Briten AKERCOCKE haben sich 2016 nach einer vierjährigen Pause wieder zusammengefunden, um zehn Jahre nach dem letzten Album endlich einen neuen Rundling vorzulegen – und “Renaissance In Extremis” ist so ungefähr das geworden, was sich Fans in ihren heftigsten Fieberträumen erhoffen durften. Um nicht zu sagen: das Album ist so farbig und aufwühlend wie ein Fiebertraum, dabei aber so geschickt konstruiert und handwerklich so brillant, dass man aus diesem Traum nicht mehr erwachen möchte.

Das beginnt schon beim Opener “Disappear”, der bereits in der Eingangssequenz alle Trademarks auffährt: Atemloses Riffing über präzisen Drums, dann ein brillantes Gitarrensolo, schließlich der ultratiefe Gesang von Frontmann Jason Mendonça. Nein, bei AKERCOCKE hat sich nicht notwendigerweise viel geändert, aber vorhersehbar ist “Renaissance In Extremis” erst recht nicht geworden. Dafür ist das Riffing zu progressiv und die ausgeloteten Extreme und Nichtextreme zu weit auseinander: Die Songs pendeln zwischen Black, Death, Thrash und Progressive Metal und stimmungsvollen Gänsehautparts – und das äußerst fließend.

Dabei geben die neun Tracks nicht immer sofort ihre Vorzüge preis: Manches Mal braucht es ein wenig, bis der Groschen fällt. Wie gesagt: “Renaissance In Extremis” ist progressiv und verarbeitet alles von Siebziger-Jahre-Prog bis hin zu neueren MAYHEM, ist aber in der Grundstimmung überwiegend extrem. Selbst wenn beispielsweise die Klargesangspassagen überwiegen und der ultratiefe oder giftig-fauchende Gesang zum Schluss eher als Ergänzung eingesetzt wird.

Sicher: Für den Normalhörer mag “Renaissance In Extremis” zu verwinkelt, zu undurchdringlich und nicht nachvollziehbar genug sein, aber das macht gerade den Reiz aus. Gerade weil eben genügend memorable Passagen eingestreut sind. Und an der Klasse von AKERCOCKE ändert das nichts: “Renaissance In Extremis” ist brillant und eine fulminante Rückkehr. Welcome back!

(Eckart Maronde)

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13.01.2018

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3 Kommentare zu metal.de-Redaktion - Durch die Lappen gegangen

  1. Hypnos sagt:

    Liebe Redaktion, wie kommt es dass euch das letztjährige ‘Album des Jahres’, nämlich ‘Stranger Times’ von Vulture Industries nun ein weiteres mal durch die Lappen gegangen ist? Zumal ihr ankündigende Artikel zu diesem musikalischen Juwel veröffentlicht habt.

    Das grossartige ‘To The Elements’ von Sun Of The Sleepless würde leider auch übersehen

  2. Sven sagt:

    Ich würde mal frech behaupten, euch wäre die neue CD von Leprous durch die Lappen gegangen? Ihr habt sogar ein Konzert-Report gemacht, jedoch nie ein Review von “Malina” veröffentlicht. Bizarr?

  3. FreesingFab sagt:

    Witzig, das sind genau die Albumreviews, die mir hier auch abgegangen sind 🙂 (Also “Stranger Times” von Vulture Industries und “Malina” von Leprous.) Zwei wirklich tolle Alben…
    Wenigstens “Ghost Mile” von Voyager hat es nachträglich noch reingeschafft, auch wenn ich die Kritik der Beliebigkeit nicht ganz nachvollziehen kann und den Songs einen hohen Wiedererkennungswert zusprechen würde. Musste aber vll auch einfach schnell gehen, eine Meinung abzugeben, was bei Prog leicht zu Urteilen führen kann, die man nach etwas “Reifezeit” ganz anders sieht.