
Monolord und Dopelord
Zwei Lords, ein Königreich aus Fuzz
Konzertbericht
Zwei Bands, zwei Lords und jede Menge schwere Riffs: Am 6. Oktober machen DOPELORD und MONOLORD im Hamburger Bahnhof Pauli gemeinsame Sache. Während die Polen mit ihrer Mischung aus Stoner und Doom Metal den Anfang machen, legen die Schweden anschließend noch eine ordentliche Schippe drauf. Ein Abend, an dem vor allem eines zählt: möglichst tiefe Gitarren, dröhnende Bässe und jede Menge Fuzz.

DOPELORD – viel Fuzz trotz Ersatzbesetzung
DOPELORD eröffnen den Abend und müssen dabei auf ihren regulären Schlagzeuger verzichten. Dass die Polen deshalb plötzlich vorsichtiger zu Werke gehen würden, merkt allerdings niemand.
Vom ersten Moment an drückt sich der Sound mit ordentlich Gewicht durch den Bahnhof Pauli. Die Gitarren liegen tief, der Bass wummert und über allem hängt dieser zähe, psychedelische Fuzz, für den DOPELORD stehen. Songs wie „Children Of The Haze“, „Hail Satan“ oder „Addicted To Black Magick“ brauchen keine komplizierten Wendungen, wenn ein einzelnes Riff bereits genug Masse besitzt, um den Raum auszufüllen.
Dazu kommen die Visuals, die den Auftritt zusätzlich in dieses leicht entrückte Stoner-Doom-Gefühl ziehen. Statt großer Bewegung auf der Bühne lebt die Show von Atmosphäre, Wiederholung und dem langsamen Aufbau von Druck.
Dass mit Ersatzschlagzeuger gespielt wird, fällt dabei kaum ins Gewicht. Die Songs sitzen, das Zusammenspiel funktioniert und DOPELORD schaffen genau das, was ein guter Support tun sollte: Nach ihrem Set fühlt sich der Abend bereits ziemlich schwer an – obwohl die eigentliche Soundwand erst noch kommt.
MONOLORD schleichen sich auf die Bühne
MONOLORD machen anschließend erst einmal überhaupt keine Anstalten, ihren Auftritt mit einem großen Knall zu eröffnen.
Während im Hintergrund noch Musik läuft, beginnen die Schweden bereits ganz leise und beinahe beiläufig zu spielen. Der Bassist steht dabei zunächst sogar mit dem Rücken zum Publikum. Für einen kurzen Moment ist kaum auszumachen, wo die Hintergrundmusik aufhört und der eigentliche Auftritt beginnt. Besucher befinden sich noch draußen vor der Halle, merken erst nach einigen Minuten, dass die Show bereits begonnen hat.
Und dann legen MONOLORD richtig los.
Der Kontrast könnte kaum größer sein. Aus dem unscheinbaren Einstieg entwickelt sich eine massive Wand aus Gitarren, Bass und Schlagzeug. Gerade im Bahnhof Pauli funktioniert dieser Sound hervorragend: dicht, tief und gleichzeitig erstaunlich klar. Wo Doom live schnell zu einem undifferenzierten Brei werden kann, bleiben hier selbst in den schwersten Passagen Details hörbar.
MONOLORD lassen den Raum arbeiten
Mit „Iodine“ nimmt das Set Fahrt auf, danach folgen unter anderem „I’ll Be Damned“, „The Weary“ und „You Bastard“. MONOLORD hetzen dabei durch nichts. Riffs dürfen stehen bleiben, Töne dürfen ausklingen und Wiederholungen wirken nicht wie Leerlauf, sondern wie Teil des Konzepts.
Gerade dadurch entsteht dieser hypnotische Sog, der die Schweden live so stark macht. Man wartet nicht permanent darauf, dass etwas Neues passiert. Stattdessen wird man immer tiefer in denselben Groove gezogen.
Spätestens bei „Empress Rising“ ist endgültig klar, warum MONOLORD seit Jahren zu den auffälligsten Namen im modernen Doom gehören. Das Riff ist simpel genug, um sofort im Kopf zu bleiben, aber schwer genug, um live beinahe körperlich zu wirken. Im Bahnhof Pauli kommt das besonders gut zur Geltung.
Auch „The Last Leaf“ und „Rust“ profitieren vom hervorragenden Sound des Abends. Der Gesang bleibt über den massiven Gitarren präsent, während Bass und Schlagzeug genau die Grundlage liefern, die diese Songs brauchen.
Mit „Inside A Collider“ endet der Auftritt schließlich ohne unnötige große Geste. Das passt.
Viel Gewicht, wenig Schnickschnack
DOPELORD und MONOLORD brauchen an diesem Abend keine aufwendige Inszenierung, um Eindruck zu hinterlassen. Die Polen bringen trotz Ersatzschlagzeuger einen druckvollen und atmosphärischen Auftakt auf die Bühne, MONOLORD setzen anschließend noch einmal eine gewaltige Schippe drauf.
Vor allem der Kontrast zu ihrem unscheinbaren Beginn bleibt hängen: Erst spielen die Schweden beinahe unbemerkt zur Hintergrundmusik, während der Bassist dem Publikum den Rücken zukehrt – und kurz darauf steht der gesamte Raum unter einer massiven Klangglocke.
Am Ende braucht es eben nicht viel mehr als druckvolle Riffs, einen gewaltigen Sound und zwei Bands, die wissen, wie man Doom Metal auf die Bühne bringt.
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| 15.10.26 | Monolord - European Tour 2026MonolordBackstage München, München |
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Alana Vandekerkhof




















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