Chimaira
Chimaira

Interview

Gibt es so etwas wie eine New Wave Of American Heavy Metal, kurz gesagt eine NWOAHM? Chimaira, die vor kurzem ihr starkes Zweitwerk "The Impossibility Of Reason" veröffentlicht haben, sollen ein Teil von ihr sein, weswegen mir Sänger Mark Hunter und Gitarrist Rob Arnold diese und andere Fragen beantworteten.

ChimairaHi Jungs! Fertig für ein paar kleine Fragen?

Mark: Na klar!

Ok, dann fangen wir mal an. Was kommt euch als erstes in den Sinn, wenn ihr die Worte „The Impossibility Of Reason“ hört?

Rob: Unser neues Album natürlich!
Mark: Rache!

Würdet ihr zustimmen, wenn ich sage, dass euer neues Album thrashiger ausgefallen ist als der Vorgänger „Pass Out Of Existence“?

Rob: Absolut. Wir wollten diesmal einen etwas klassischeren Metalsound.
Mark: Ja, auf dem letzten Album waren wir noch auf der Suche nach unserer Identität. Jetzt ist unser Schaffen mehr fokussiert.

Wo kommt diese Wandlung her? Sind die Touren mit Slayer oder Machine Head ein Grund dafür gewesen?

Rob: Thrash war schon immer einer unserer Einflüsse gewesen. Diesmal haben wir das nur etwas mehr raushängen lassen. Dafür haben uns mit Sicherheit auch diese Touren die Augen geöffnet.
Mark: Ja, das Leben on the road hat uns zu besseren Musikern gemacht, uns inspiriert und uns individuell näher zusammen gebracht.

Eine weitere Entwicklung in eurem Sound ist die neue Art, auf die ihr die elektronischen Parts programmiert habt. Sie sind diesmal eher subversiv und mitten in der Musik drin, oder?

Mark: Die Zahl der Samples hat nicht abgenommen. Wir haben sie diesmal nur effektiver eingesetzt. Die Heavy-Parts sind heavier geworden, die melodischen melodischer.
Rob: Wir wollten sie atmosphärischer machen, um unseren Sound etwas zu „verdicken“.

Deine Vocals haben sich auch stark verbessert, Mark. Sie sind wesentlich abwechslungsreicher und kraftvoller als vorher. Woher kommt das?

Mark: Ganz einfach, ich habe mich im Studio nicht zurückgehalten und mich sehr gut gefühlt. Die Tourübeung und -erfahrung hat mir natürlich auch geholfen.

Ihr habt schon von Anfang an betont, dass es euch wichtig ist, auf jedem Album etwas anders zu klingen. Dies habt ihr nun mit eurem neuen Werk geschafft. Wie wird der nächste Schritt aussehen?

Rob: Wir haben noch nicht einmal angefangen, daran zu denken.
Mark: Das werden wir in Kürze wissen und ihr herausfinden.

Warum habt ihr ein weißes Cover gewählt? Ziemlich metal-untypisch, oder?

Mark: Du hast dir deine Frage gerade selbst beantwortet.
Rob: Exakt! Warum sollten wir etwas Typisches tun?!
Mark: Außerdem wollten wir etwas, das im Geschäft ins Auge sticht.

Was hat es mit dem Titel eurer neuen CD auf sich? Warum ist Vernunft unmöglich?

Rob: Weil einige die Vernunft mit ihr selbst begründen.
Mark: Außerdem meint der Titel noch, dass du nicht andere dein Leben bestimmen lassen darfst. Du musst jede Mauer, die dir im Weg steht, überwinden. Dieser Titel soll eine sehr positive Message transportieren.

„Pass Out Of Existence“ war ein ähnlich mysteriöser Titel. Zudem sind „Existenz“ und „Vernunft“ Wörter, die in der Philosophie gerne gebraucht werden. Interessiert ihr euch dafür?

Mark: Ich interessiere mich eigentlich für alles. Wir wählen die Titel immer so, dass sie Leute zum Nachdenken bringen.
Rob: Ja, das liegt alles im Auge des Betrachters. Wir geben in unseren Titeln immer nur sehr wenig Hinweise, was sie bedeuten könnten. Das soll jeder selbst interpretieren.

Kommen wir von der Philosophie zur Mythologie. Erzählt mal was über Chimaira, das Biest nachdem ihr eure Band benannt habt. Was habt ihr mit ihm gemeinsam?

Rob: Chimaira war ein mythologisches Biest, das aus verschiedenen, nicht zusammen passenden Tieren zu einem gigantischen Monster zusammengesetzt worden ist. Wir sind sechs Individualisten mit verschiedenen Meinungen, die zusammen gebracht worden sind, um ein gigantisches, einzigartiges Metalmonster zu formen.

Eure epischen Instrumentals sind ein weiterer Teil, der euch auf eine gewisse Weise einzigartig macht. Aber welche Absicht steckt hinter ihnen?

Rob: Wir haben uns wieder für ein Instrumental entschieden, weil das auch viele Bands gemacht haben, die wir lieben und bewundern. Also wollten wir dasselbe machen. Auf die Instrumentals bin ich auch am meisten stolz.
Mark: Ja, wir wollten einfach was anderes machen als das Normale. Wir können eben allen Formen von Songs etwas abgewinnen, vor allem aber den Instrumentals.

Warum gibt es dann aber im Neo Thrash so wenige Bands, die sich an Instrumentals trauen? Haben sie Angst, ihre Fans mit komplexer Musik zu verschrecken?

Mark: Wer weiß!
Rob: Es gehört einfach eine Menge Talent, Können, Hingabe und Wissen dazu, solch komplex arrangierte Songs zu schreiben.

Wenn man mal bei euch die „Kooperation“ von Schlagzeug und Gitarre betrachtet, muss man ab und an an Fear Factory denken. Inwieweit haben sie euch beeinflusst?

Rob: Sie waren eine großartige Band, die wirklich wusste, wie man Gitarre und Double Bass wirkungsvoll zusammenarbeiten lassen kann. Sie sind als Einfluss nicht zu vernachlässigen.
Mark: Ja, sie haben uns schon geprägt. Aber ich würde doch sagen, dass wir eher in der Nähe von Bands wie Slayer, Metallica, Pantera, Anthrax oder Iron Maiden angesiedelt sind.

Wie traurig seid ihr dann über den FF-Split?

Mark: Ich bin gar nicht traurig.
Rob: Naja, mit ihnen ging es in letzter Zeit schon etwas bergab. So war die Trennung wohl die richtige Entscheidung.

Kommen wir mal auf die im Labelinfo angesprochene NWOAHM zu sprechen. Gibt es sie wirklich und wenn ja, welche Bands würdet ihr dazu zählen?

Rob: Ja, sie gibt es definitiv. Bands wie wir, Lamb Of God, Killswitch Engage und Shadows Fall werden den Metal der Masse wieder so zurückbringen, wie er gedacht war.

Hat euch denn dann auch deren älterer, europäischer Bruder, die New Wave Of British Heavy Metal irgendwie geprägt?

Mark: Natürlich! Maiden oder Venom…das sind Bands, die ich liebe!
Rob: Ich war ein wenig zu jung, um direkt von diesen Bands beeinflusst worden zu sein. Aber sie haben viele Bands geprägt, die mich geprägt haben. Metallica und Slayer zum Beispiel.

Wie geht es für euch in naher Zukunft weiter?

Mark: Erstmal werden wir jetzt mit In Flames und Soilwork durch die USA touren und danach nach Europa kommen.
Rob: Ja, wir hoffen, im Herbst bei der Roadrunner Roadrage Tour mitzuspielen.

Cya there! 🙂

10.06.2003

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