Funker Vogt
Funker Vogt

Interview

Das letzte reguläre FUNKER VOGT Studioalbum "Survivor" erschien 2002. Mit "Revivor" folgte ein Jahr später eine Remix-Version des Albums und vergangenes Jahr mit "Always and Forever Vol.1" der erste Teil einer Sammlung rarer sowie zuvor unveröffentlichter Tracks. Da mit "Navigator" nun ein neues Album in den Startlöchern steht, stand uns die gesamte Besatzung für folgendes Interview zur Verfügung.

Funker VogtWas hat sich in den letzten 3 Jahren – von den angesprochenen Veröffentlichungen abgesehen – getan?

Gerrit: Die „Red Queen“-MCD hast du noch vergessen und ich denke, das ist doch schon eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass man auch diese drei Releases nicht ohne Arbeit veröffentlichen kann. Aber trotzdem haben wir noch mehr getan, in dem wir uns um unsere Fans im Ausland, speziell in den USA, Kanada und in Italien, gekümmert und sie dort jeweils mit einer kleinen Tour versorgt haben. Ferner haben wir uns im ersten Jahr nach „Survivor“ noch intensiver mit unseren Nebenprojekten beschäftigt, so dass wir uns im Sommer letzten Jahres mit frischer Energie an die Arbeit zu „Navigator“ machen konnten.

Am 05. September erscheint nun euer neues Album. „Fallen Hero“ lautet der Titel der Vorab-Single, die diese Tage in den Handel kommt und mit der Geschichte des Protagonisten, des „Fallen Hero“, an eure wohl erfolgreichste Single „Tragic Hero“ anknüpft. Warum wurde gerade dieser Track – ein typischer FUNKER VOGT Song – für die erste Auskopplung gewählt?

Jens: Wie du schon sagtest, es ist eben ein typischer FUNKER VOGT Song. „Fallen Hero“ wurde als Single ausgewählt, weil in diesem Stück unserer Meinung nach die meisten Komponenten aus der Vergangenheit mit den Neuerungen auf „Navigator“ zusammentreffen, und der Song somit einen kleinen aber feinen repräsentativen Überblick auf die kommenden Ereignisse, sprich auf das Album gibt. Theoretisch standen natürlich auch noch einige andere Stücke zur Auswahl, aber da „Fallen Hero“ einer der ersten neu entstandenen Songs war und uns über die gesamte Zeit der Arbeiten am neuen Album begleitete, kristallisierte sich diese Entscheidung doch schon recht früh und eindeutig heraus.

Wie gefallen dir persönlich die beiden Remixe des Titeltracks durch THE BIRTHDAY MASSACRE und UNDERWATER PILOTS?

Jens: Mit beiden Mixen bin ich sehr zufrieden, wobei es immer schwierig ist, sich ein Urteil über die Arbeit anderer zu erlauben. Der TBM-Mix übt auf mich aber eine sehr große Anziehungskraft aus, da er einen unserer Songs in einem komplett anderen Gewand wiedergibt, was mich sehr fasziniert.

Zum neuen Album: „Navigator“ überrascht auf mehreren Ebenen, was jedoch sofort auffällt ist der deutlich verstärkte Einsatz von Gitarren, der erstmals auf „Survivor“ Verwendung fand und nun erneut dem Gesamtwerk sehr gut zu Gesicht steht – wie kam es dazu?

Gerrit: Wir haben durch den Wechsel unseres Gitarristen mit Frank einen sehr engagierten und fähigen Musiker dazu gewinnen können, so dass wir die Arbeit mit dem Element Gitarre noch einwenig verstärkt haben. Es hat uns schon immer in den Fingern gejuckt, etwas mit Gitarrensounds zu machen. Auf „Survivor“ haben wir damit angefangen, weg von gesampelten Gitarrenriffs hin zu manuell eingespielten Parts, mit diesem Instrument zu arbeiten und auf „Navigator“ haben wir diese Arbeit nur noch intensiviert und verfeinert.

Insgesamt klingt „Navigator“ ausgereifter und mannigfaltiger denn je aber – das mag jedoch ein rein subjektives Empfinden sein – auch kommerzieller als jedes bisherige FUNKER VOGT Album. Gibst du mir in dieser Hinsicht recht?

Jens: Nein. Ich kann beim besten Willen keinen Zugang zwischen „Navigator“ und Kommerz finden.

Gerrit: Zumindest haben wir niemals Prioritäten auf die Absicht gesetzt, Kommerzmusik machen zu wollen. Für uns steht in erster Linie der Perfektionismus in Sachen Klang und Sound im Vordergrund. Durch den Fortschritt unserer technischen Möglichkeiten ergibt sich vielleicht bei dem ein oder anderen Hörer dieses Bild, gerade weil alles sehr ausgereift klingt.

An welcher Stelle steht bei euch kommerzieller Erfolg?

Jens: Wie Gerrit schon angedeutet hat – kommerzieller Erfolg ist eine schöne Sache aber trotzdem für uns ein Nebeneffekt. Aber machen wir den Erfolg nicht abhängig von anderen Einflüssen. Wir werden es niemals zulassen, dass uns jemand in unsere Arbeit hineinredet. Entweder wir haben damit Erfolg, was unseren Köpfen entspringt oder eben nicht. Nur weil es einige Schlauberger darauf absehen 5 CDs mehr zu verkaufen, um sich darüber womöglich noch selbst zu profilieren. Nein danke. Funker Vogt ist kein Kunstprodukt und wird seiner Basis, die uns zu dem gemacht hat, was wir sind, immer treu bleiben, was natürlich nicht heißt, dass wir uns Veränderungen verschließen. Stillstand ist Rückschritt, nur werden wir niemals mit unseren Roots brechen. Von daher sind wir auch mit der Zusammenarbeit mit SPV sehr zufrieden. Ein jeder lässt den anderen das machen, was er am besten beherrscht.

Funker Vogt

Was gibt es darüber hinaus zur Entstehungsgeschichte von „Navigator“ zu sagen?

Gerrit: Während der Arbeit an den Songs zu diesem Album haben wir gemerkt, dass wir ohne Probleme in verschiedene Stilrichtungen abdriften könnten, wenn wir unsere Grundsätze vernachlässigen würden. Da sind zum einen die härteren Nummern mit verzerrtem Gesang und dezentem Gitarreneinsatz und zum anderen die softeren Stücke mit Betonung auf Melodie und Gesang – oft auch in einem Song vereint. Auf „Navigator“ haben wir diese Elemente stärker denn je deutlich gemacht. Es wird sich im Laufe der Zeit zeigen, welches dieser Elemente am stärksten überwiegt, oder ob sich tatsächlich beides miteinander verbinden lässt. Auf jeden Fall wird uns dieses Album den Weg in die nächste Schaffensphase zeigen – es wird uns auf zu neuen Ufern navigieren.

Wie du bereits andeutest – für euch selbst wird bei „Navigator“ der Name Programm – vom Erfolg des Albums sowie den Reaktionen der Fans auf die neu hinzugekommenen Elemente wollt ihr die musikalische Ausrichtung FUNKER VOGTs abhängig machen. Wie schätzt du die Reaktionen eurer Fangemeinde ein?

Jens: Diese Worte wurden wohl etwas missverstanden. Der musikalische Werdegang von FUNKER VOGT steht mit Sicherheit nicht im Zusammenhang damit, wie gewisse kleine Änderungen aufgenommen werden. Wenn dem so wäre, würde ich mir ja 2 Fragen später schon selbst widersprechen. Die Kernaussage ist vielmehr, dass wir uns als FUNKER VOGT noch lange nicht am Ende der Fahnenstange sehen und wir mit diesem Album wieder einen Schritt nach vorn in die richtige Richtung gehen wollen. Eigentlich ist es ganz einfach auszudrücken, da wo FUNKER VOGT drauf steht, wird auch immer FUNKER VOGT drin sein und das unabhängig von Meinungen anderer.

Einen Song wie „Für Dich“ hätte zumindest ich von Euch nicht erwartet. Wovon handelt dieser Track?

Jens: „Für Dich“ handelt von meiner Beziehung und meinen Emotionen gegenüber meinem Sohn Joy-Connor. Der Song ist in einer Phase entstanden, als es mir persönlich, wie auch gesundheitlich, ziemlich dreckig ging. Ich sehe das Stück als eine art Hommage auf unsere gemeinsame Zeit (die hoffentlich noch lange andauert), außerdem empfand ich die Möglichkeit, etwas sehr Persönliches auf einer Funker-Scheibe zu veröffentlichen, als sehr reizvoll.

Ihr behandelt auch auf eurem inzwischen 6. Album weiterhin vorrangig die Themen Krieg und Militär, sogar der Bandname findet hier seinen Ursprung. Was beeinflusst Euch zu Songs wie „Fallen Hero“, „Friendly Fire“ oder „Thoughts of a Soldier“?

Kai: Das tägliche Geschehen! Solange es Kriege gibt werden wir dies auch in unseren Texten verarbeiten. Diese Thematik ist halt ein Aspekt von FUNKER VOGT, der sich durch all unsere Veröffentlichungen zieht, allerdings ist dies aber auch nur ein Aspekt von vielen bei FUNKER VOGT. Ein großer Teil der Texte behandelt auch andere Themen, wie das bereits von dir angesprochenen „Für Dich“, oder auch „Vorwärts“.

Wird es zum Album wieder eine Tour geben? Wenn ja, steht schon fest, wer euch begleiten wird?

Kai: Ja wir werden so ziemlich jedes Wochenende im Oktober unterwegs sein und als Support haben wir uns dieses mal für unterschiedliche Gruppen entschieden, das heißt jedes Wochenende darf uns eine andere Band begleiten. Dieses Mal sind die UNDERWATER PILOTS, THE PROMISE, EXILNATION und NCOR dabei.

Wie sehen die weiteren Zukunftspläne von FUNKER VOGT aber auch Euch persönlich betreffend aus?

Gerrit: Wir sind schon wieder fleißig am Werkeln für neue Songs und wollen uns in der nächsten Zeit intensiv um FUNKER VOGT kümmern, deshalb müssen alle anderen Nebenprojekte erstmal eine ganze Weile ruhen. Privatleben habe ich insofern keins…

Björn, warum hast du es eigentlich in all den Jahren nicht zum festen Bandmitglied gebracht? RAVENOUS und FUSSPILS 11 können dich ja leider kaum auslasten, oder bestand niemals die Absicht als festes Bandmitglied einzusteigen?

Jens: Mit seinen Aufgaben als Manager von Funker Vogt ist er doch sehr gut ausgelastet. Auch wenn Björn der erste Mensch ist, den ich kenne, der nie schläft, der Tag müsste mindestens 40 Stunden für ihn haben, um alles zu schaffen.

Björn: Der Mitgliedsbeitrag ist mir einfach zu teuer, darum bin ich nur passives Mitglied. Nein, im Ernst, hier macht jeder seinen Part und wir brauchen nicht noch mehr Leute, die in der Produktion „rumfummlen“. Ich denke, als Live-Künstler und Manager trage ich einen gewissen Teil zum Erfolg bei und das reicht mir völlig aus. Hat der Tag denn nicht 40 Stunden!?

Vielen Dank für Eure Zeit und alles Gute für „Navigator“.

Björn: Folgt uns, wenn Ihr könnt!

20.08.2005

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