KK's Priest
Keine Zeit für Bullshit

Interview

Tim Owens bekommt bei KK’S PRIEST eine neue Chance

Dann sag ich es mal gleich heraus: Meiner Meinung nach hast du dein Ziel erreicht. „Sermons Of The Sinner“ hat den typischen JUDAS PRIEST-Heavy-Metal-Sound, aber klingt vom ersten bis zum letzten Song frisch und kraftvoll.

Danke, es freut mich sehr, dass dir das Album gefällt. Du hast absolut Recht, es gibt keinerlei Überraschung, diese Vertrautheit ist mir wichtig. Aber das Ding ist: Dieses Album repräsentiert alles von mir für die Fans. Es ist großartig, die eigenen Worte in Songs zu fassen. Die Stimme der Musik ist so viel stärker als alles Ende. Die „Sermons Of The Sinner“ sind die „Sermons Of The Songs“, denn es steckt eine Message in jedem Song. Davon möchte ich noch mehr machen und deswegen schreibe ich schon am nächsten Album. Das soll im besten Fall nächstes Jahr erscheinen.

Es ist spannend, denn ich habe schon viele Ideen und Konzepte. Manche davon sind auch ein bisschen anders als „Sermons Of The Sinner“. Bei mir geht gerade alles schnell, weil ich eine neue Perspektive habe. Vielleicht ist es gut, dass ich eine Weile weg war. Ich hatte viel Zeit, um mich auszuruhen und jetzt sehe und höre ich alles total klar.

Als Sänger für das Album hast du niemand anderes als Tim Owens engagiert. Mit ihm hast du schon an den JUDAS PRIEST-Alben „Jugulator“ und „Demolition“ gearbeitet. War er deine erste und einzige Wahl für den Sängerposten in KK’S PRIEST?

Nein, Ripper war die naheliegende Wahl. Wie du schon sagst, wir haben bereits zusammengearbeitet, zusammen getourt und sind Freunde. Und wenn es um Sänger geht, ist es gut, einen Teufel zu haben, den man kennt. [lacht]

Ripper ist ein fantastischer Sänger. Seine Performance auf dem Album ist super.

Ja, und Sänger auf diesem Level sind eine besondere Art Mensch, weil sie so selten sind. Man hat keine große Auswahl an Menschen, die sowas leisten können und Lust dazu haben. Es gibt viele tolle Sänger, deren Herz aber nicht für Metal schlägt. Ich bin sehr froh darüber, Ripper auf dieser Reise dabei zu haben.

Keine Halford-Kopie

Und wie war seine erste Reaktion, als du ihn für KK’S PRIEST angefragt hast?

Es war großartig. Es war um Weihnachten 2019 und ich sagte ihm, dass ich ein paar großartige Songs geschrieben habe. Ich wollte ihn schon immer neue Songs im traditionellen JUDAS PRIEST-Stil singen hören. Ich hatte schon immer das Gefühl, dass er dort so richtig zu Hause ist, weil er so gut darin ist, klassischen Metal zu singen. In den neunzigern hatten wir ihm dazu keine Chance gegeben, weil wir gedanklich woanders waren. Der Ausstieg von Rob [Halford] war ein Schock und wir dachten, wir sollten uns verändern, denn Ripper war etwas jünger und ein anderer Typ. Wir wollten einen anderen Stil, damit es nicht heißt „Oh, er kopiert nur Halford.“

Aber warum können Leute nicht einfach in diesem Stil singen, ohne gleich als Kopie von Halford oder wem auch immer zu gelten? Wenn andere Leute ähnliche Riffs spielen, sagt ja auch niemand „Oh, er kopiert K.K.“ Niemand sagt sowas. Aber wenn jemand einen Heavy-Metal-Song singt, heißt es, er wolle wie Rob Halford klingen. Andere Sänger wie Ralf Scheepers sind genauso toll. Sie wollen niemanden kopieren, sondern sind ihre eigenen Superstars. Viele hören nicht Ralfs oder Rippers Stimme, sondern nur die, die sie hören wollen. Aber die Fans sollten jeden als einzigartige Person wahrnehmen.

Vergangenes Jahr hast du den ehemaligen JUDAS PRIEST-Schlagzeuger Les Binks als Teil des Line-ups angekündigt, aber auf „Sermons Of The Sinner“ ist stattdessen Sean Elg zu hören. Wie kam es zu dem Wechsel?

Yeah, wir sind eben beide nicht mehr so jung. Ich brauche mich nur vom Handgelenk an abwärtszubewegen. Les hatte das Gefühl, sechs, sieben oder acht Stunden am Tag zu spielen, haue nicht mehr hin. Aber er wird in Zukunft bei einigen Auftritten dabei sein und mit uns spielen. Da freue ich mich schon drauf. Bei KK’S PRIEST geht es darum, einfach Spaß an unserer Musik zu haben, solange wir noch können. Wenn Freunde auf der Bühne dazukommen wollen, dann los. Es ist zu spät, um irgendwelchen Bullshit zuzulassen.

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08.10.2021

"Irgendeiner wartet immer."

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