KK's Priest
Keine Zeit für Bullshit

Interview

KK’S PRIEST brauchen Twin Guitars

Und wie bist du auf A.J. Mills und Tony Newton gekommen, um die Band zu komplettieren?

A.J. stammt aus der gleichen Gegend wie ich. Er war 19 Jahre alt, als er JUDAS PRIEST ‘95 mit dem Ripper und mir gesehen hat. Das hat ihn dazu inspiriert, in einer Band zu spielen und sich eine Flying V zu kaufen. Heute ist er erwachsener, aber immer noch halb so alt wie ich. Er ist ein bisschen wie eine jüngere Version von mir selbst. Die Arbeit mit ihm gestaltet sich sehr einfach. Es spielt zudem sehr gut und genauso jemanden brauche ich an meiner Seite.

Tony ist großartig. Er ist bekannt als Bassist, Produzent und Audioengineer. Er spielt Gitarre und kann singen und hat meine Show mit ROSS THE BOSS beim Bloodstock Festival 2019 gemixt. Wir haben uns sofort gut verstanden. Er liefert eine großartige Leistung und hat eine super Einstellung. Live bringt er eine krasse Energie mit und das ist mir wichtig.

Jetzt passt es gut mit A.J., aber war es immer klar für dich, dass KK’S PRIEST noch einen zweiten Gitarristen brauchen? Oder hast du auch darüber nachgedacht, die gesamte Gitarrenarbeit in der Band allein zu übernehmen?

Um ehrlich zu sein: Ich habe jetzt sehr viele Interviews gegeben, allein 20 in den vergangenen zwei Tagen, aber bislang haben mir nur drei Leute diese Frage gestellt. Meine ehrliche Antwort ist, dass mir diese Option nie in den Sinn kam. Ich hätte es machen können, schließlich waren wir früher mit Al Atkins fünf Jahre lang als Quartett unterwegs und es war cool für mich, der einzige Gitarrist zu sein. Aber ich habe diesen Twin-Guitar-Sound und die wechselseitigen Soli mitentwickelt und das ist wohl einfach ein Teil von mir geworden. Außerdem wird es in der Livesituation einfach fetter klingen und es gibt mir auf der Bühne etwas mehr Freiheit. Die zweistimmigen Harmonien und wechselnden Soli werden dann auch genau wie auf dem Album klingen.

„Ich habe Freude daran, immer etwas Neues zu lernen.“

Trotzdem liegt der Fokus auf dir, wenn Leute über das Gitarrenspiel bei KK’S PRIEST reden. Wie fühlt sich das für dich an? Bei JUDAS PRIEST hatte ich immer das Gefühl, dass du ein wenig im Schatten von Glenn Tipton standest.

Das war seltsam. Es fühlte sich an, als würde Glenn alles übernehmen, wenn es um die Gitarrenparts ging. Das war mir gegenüber nicht fair. Auf „Sermons Of The Sinner“ konnte ich jetzt alles so machen, wie ich es wollte. Ich konnte mit A.J. arbeiten und einige coole Ideen umsetzen, was die Harmonien und Arpeggien angeht. Manches davon hätte ich mit Glenn nie machen können, weil unser Verhältnis zueinander ab einem gewissen Punkt stagnierte.

Für mein Gefühl ist „Sermons Of The Sinner“ das erste Album, auf dem man wirklich hören kann, zu was du an der Gitarre fähig bist.

Ich respektiere die Musik und habe mir vieles selbst beigebracht. Ich habe erst in den Achtzigern angefangen, mich mit Musiktheorie auseinanderzusetzen, weil ich ein bisschen faul wurde und neuen Input brauchte. Ich mag es außerdem, meine Soli auf der Bühne zu improvisieren, das führt zu neuen Impulsen. Auf „Sermons Of The Sinner“ habe ich für mich neue Skalen zum ersten Mal benutzt. Wenn man sich mit Musiktheorie auskennt, hat man diese riesige Werkzeugbox, die man einsetzen kann. Bei mir kommt dann noch die jahrlange Erfahrung dazu, die ich dadurch gesammelt habe, nach Gehör zu spielen. Ich habe Freude daran, immer etwas Neues zu lernen.

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08.10.2021

"Irgendeiner wartet immer."

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