Motorjesus
Interview mit Sänger Christoph Birx zu "Deathrider"

Interview

Nachdem sich die 5 Mönchengladbacher von THE SHITHEADZ in MOTORJESUS umbenannt hatten, war die Aufmerksamkeit der Fans groß. Das aktuelle Album „Deathrider“ konnte jedoch voll und ganz überzeugen. Aber wie und warum es zu dem Namenswechsel kam, erzählte und Sänger Christoph Birx zwischen ein paar Anekdoten.

Motorjesus

Chris, die Frage, die du in letzter Zeit am meisten gestellt bekommen hast, ist wohl die nach den Gründen der Umbenennung von THE SHITHEADZ in MOTORJESUS. Erzähl doch mal, wie es dazu gekommen ist!

Nun, es fing eigentlich schon mit Problemen an, als wir den Plattenvertrag bekommen haben. Es begann mit dem Release in Amerika. Wir durften das Album nur unter dem Namen X-HEADZ herausbringen. Ich weiß nicht warum, die Amerikaner sind in dieser Hinsicht wohl sehr prüde. Die Plattenfirma kam also auf uns zu und sagte uns, dass die Platte dort unter einem anderen Namen erscheinen muss. Das war natürlich für die Plattenfirma auch ein doppelter Aufwand, da für die US-CD ein anderes Cover genommen werden musste. Klar, dass das Label davon alles andere als begeistert war. Ein weiterer Grund ist, dass wir uns immer wieder diese Sprüche anhören mussten wie „…also wenn mein Kumpel mir die CD nicht vorgespielt hätte, dann hätte ich die Scheibe aufgrund des Namens schon gar nicht angehört“ oder „…SHITHEADZ?! Ihr macht ja richtig harte Sachen, ich dachte immer ihr wärt mehr Punkrock!“ Und da kommt man zu dem Punkt an dem man beginnt, über die Sache nachzugrübeln. Es war bis dato immer so, dass wir uns gesagt haben „egal, wir halten an dem Namen fest“ aber diese Bemerkungen kamen eben immer wieder z.B. auf Konzerten von Leuten, die uns zum ersten Mal gesehen haben. Außerdem hatten wir zusätzlich noch mit verschiedenen Zensuren zu kämpfen. Z.B. hätten wir auf verschiedene Sampler erscheinen sollen, die uns die Plattenfirma angeboten hatte. Dabei haben die Macher jedoch gesagt, dass sie lieber eine andere Band von Locomotive auf dem Sampler hätten anstelle der SHITHEADZ, da sie mit eventuellen Problemen mit der Veröffentlichung des Samplers rechnen würden. Es lag halt auch viel an der Angst von anderen Leuten wie z.B. unser eben erwähntes Label. Es ist eben diese Business-Geschichte. Wobei man immer denkt, dass es gerade im Metal-Business immer locker und liberal hergeht. Das ganze Business ist doch ziemlich prüde. Wenn man also einen Namen hat, der provoziert, ist man diversen Problemen ausgesetzt. Und gerade das haben wir in den letzten zwei Jahren massiv gespürt. Das Ende der Fahnenstange war die Geschichte mit dem eben genannten Sampler, wo wir gespürt haben, dass wir uns da einige von unseren Möglichkeiten verbauen. Und wir sind eben auch eine Band, die weiterkommen möchte. Wir wollen weiterhin Platten aufnehmen und bekannter werden, wenn das irgendwie möglich ist. Nur wegen dem Bandnamen bekommt man die ganze Zeit Steine in den Weg gelegt. Locomotive Records, die uns auch ihre negativen Erlebnisse hinsichtlich des Namens THE SHITHEADZ mitteilten, kamen dann irgendwann auf uns zu und meinten, dass sie uns unter dem Namen nicht gut verkaufen können. Darauf kamen wir zu dem Schluss, dass das Label wohl Recht hat. Obwohl wir eine Band sind, die immer hinter dem Namen gestanden hat. Wir laufen keinen Trends hinterher und machen die Musik die wir wollen mit dem Namen, den wir wollen. Wenn man in zwei Jahren jedoch merkt, dass einem immer wieder Türen vor der Nase geschlossen werden oder man nicht weiterkommt nur wegen dem Namen, überlegt man sich wirklich, ob man nicht einfach den Namen wechseln soll und dann Ruhe hat. Okay, wir haben schlussendlich den Namen MOTORJESUS gewählt. Dieser Name ist natürlich nicht weniger provokant, den Begriff Jesus im Bandnamen zu haben, der Name ist natürlich auch schwierig. Es könnte ja sein, dass irgendwelche Knallharten Christen in Amerika jetzt auf die Barrikaden gehen und uns ans Kreuz nageln wollen, aber das ist mir auch langsam egal. Von mir aus veröffentlichen wir jedes Jahr eine Platte unter einem anderen Namen (lacht).

Habt ihr denn nicht gefürchtet, dass so ein Namenswechsel auch einen Verlust der Fangemeinde mit sich bringt? Zumal ihr unter dem Namen THE SHITHEADZ doch schon einen gewissen Bekanntheitsgrad erspielt habt.

Nun, wir versuchen natürlich die ganze Sache so publik wie eben nur möglich zu machen. Uns ist es auch sehr wichtig, dass die Leute verstehen, dass wir immer noch die gleiche Band sind. Es hat keinen Line Up Wechsel gegeben, wir haben keinen stilistischen Bruch gemacht. Im Prinzip sind wir immer noch THE SHITHEADZ bzw. die fünf Jungs aus Mönchengladbach, die Heavy Rock spielen. Klar, viele Leute kennen uns unter dem alten Namen. Aber zu mir sind schon einige gekommen die meinten, dass wir für sie immer THE SHITHEADZ bleiben werden. Jedenfalls habe ich das Gefühl, dass es unter dem Namen MOTORJESUS besser läuft. Die Akzeptanz ist größer, die Reviews sind besser. Die Sache steht dabei jedoch 80 zu 20! 80% der Fans sagen der neue Name ist super und 20% hingegen treffen Aussagen wie z.B. der alte Name war Mist und der neue Name ist auch Mist. Im Großen und Ganzen haben wir aber dennoch positive Kritiken zum neuen Namen. Für uns ist es einfach so, dass der Name MOTORJESUS mehr nach Rock`N`Roll bzw. Metal klingt als THE SHITHEADZ. Was ich an dieser Stelle deutlich machen will ist, dass der Name nicht nach MOTÖRHAD klingen soll und wir MOTÖRHEAD mäßige Musik machen. Die machen wir nämlich nicht. MOTÖRHEAD sind MOTÖRHEAD und wir sind eben MOTORJESUS. Klar ist da eine Ähnlichkeit nur ist MOTORJESUS ein Song der „Dirty Pounding Gasoline“ (Debüt Album unter dem Namen THE SHITHEADZ. Anm. der Red.). Wir haben einfach Wert darauf gelegt einen Namen zu finden der mit unserer Vergangenheit in Verbindung steht. Und das ist eben MOTORJESUS, was nicht woanders geklaut oder abgekupfert wurde sondern das, was wir am Ende als besten Namen für unsere Band fanden. Wir haben dadurch ja auch einen Teil unserer Vergangenheit mit rüber gerettet. Und es ist uns wirklich sehr, sehr wichtig, dass die Leute wissen, dass wir immer noch die gleiche Band sind.

Auffallend am neuen Album „Deathrider“ ist, dass ihr eine Nummer härter geworden seid. War das Absicht oder ist das eher aus dem Bauch heraus entstanden?

Nun, wir hatten bei der Aufnahme zum neuen Album schon etwas Druck. Bei der alten Scheibe hatten wir 4 Jahre Zeit und außerdem sind Songs der Demo CDs enthalten, plus zwei bis drei neue Sachen. Natürlich hatten wir für das neue Album weniger Zeit und mussten in einem Jahr gute Songs schreiben. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem wir uns ziemlichen Stress gemacht haben und einfach sagten: So, jetzt schreiben wir einfach Songs. Das ganz ohne uns irgendwelche Gedanken zu machen. Ich bin in der Band einer der Metal Vertreter, wobei der eine eher rockige Sachen hört, der andere Punk, Alternative. Oliver (Beck, Schlagzeuger) hört viele neue Sachen. Und daraus setzt sich eben die Musik zusammen. Ich habe mich mit Andreas (Peters, Leadguitar) hingesetzt und gesagt: So, lass uns mal die Klampfen herunter stimmen und mal einen harten Song machen. Jedoch wollen wir uns beim Songwriting auch nicht limitieren. Ich hatte schon bei der „Dirty Pounding Gasoline“ das Gefühl, dass wir uns in Stoner Rock Kreisen befinden ohne wirklich Stoner Rock zu sein. Denn wir sind nie Stoner Rock gewesen. Wir befinden uns irgendwo zwischen Metal und Rock. Wie der Stil genau ist, kann ich selber nicht sagen. Was ich sagen will ist, dass wir einfach Songs geschrieben haben ohne zu sagen, dass wir jetzt unbedingt eine Nummer härter sein müssen. Dass die Songs schlussendlich härter ausgefallen sind, ist in unseren Augen eine ganz natürliche Entwicklung gewesen. Vielleicht werden wir beim nächsten Album wieder eine Nummer härter, vielleicht machen wir auch mehr punkige Sachen oder eben Stoner Rock…egal. Wir werden sehen.

Beim Hören der Songs fällt einen natürlich die knallharte Produktion auf. Habt ihr euch an den alten Produzenten gewendet oder habt ihr einen neuen ausprobiert?

Halb halb. Wir haben die grobe Aufnahme, sprich das Grundgerüst Gitarre, Bass, Schlagzeug, beim Achim im Sonic Sound Studio gemacht und dann die kompletten Spuren ins Principal Studio in Münster geschickt. Dort arbeitet Vince Sorg, der auch schon Sachen wie die BÖHSEN ONKELZ, KREATOR usw. gemacht hat. Das ist schon ein ziemlich großes Studio, während das Sonic Sound Studio eher kleiner ist. Vince hat Hand am Mischen und Mastering gelegt und das hört man auch gleich. Der Sound ist viel fetter als noch auf der letzten Platte und ich denke auch, dass wir in Zukunft wieder so arbeiten werden.

Bemerkenswert ist auch, dass du die Texte im Alleingang schreibst. Liegt es daran, dass die anderen Jungs hierfür keine Ambitionen haben Texte zu schreiben oder daran, dass du dafür ein besonderes Händchen hast? Und was inspiriert dich beim Songwriting?

Also, dass ich für das Songwriting ein besonderes Händchen hab, würde ich so nicht sagen. Es ergibt sich einfach so. Die Rollen innerhalb der Band haben sich mit der Zeit einfach klar verteilt. Ich bin eben der Sänger und als Sänger muss ich auch meine Texte schreiben, was mir manchmal ziemlich schwer fällt. Aber irgendjemand muss es ja machen! (lacht) Ich kann ja nicht z.B. unseren Gitarristen sagen „so, jetzt schreib du mal den Text“. Das geht einfach nicht. Und von daher kämpfe ich mich schon ein wenig durch, da ich in diesen Dingen sehr anspruchsvoll an mir selber bin. Ich achte sehr darauf, dass die Texte schon gut sind und nicht einfach nur Mist. Und von der Inspiration her geht so ziemlich alles auf mich ein. Wenn ich z.B. angepisst bin und mir was auf den Sack geht, kann ich am besten schreiben. Viele meiner Texte sind sehr metaphorisch und verschachtelt, so dass ich die teilweise nur selber verstehe. Die Texte lassen eben sehr viel Raum für Interpretationen. Und ich finde es cool, wenn sich Leute hinsetzen und sich mit den Texten beschäftigen.

Und auf einen Text wie beim Song „Supersonic“ muss man auch erst einmal kommen!

Warum?

Nun, Textzeilen wie „Drifting On A Frequency At Supersonic Speed“ müssen einem erst mal einfallen!

(lacht) Also diesen Text find ich total schrottig. Was weiß ich, was mich damals vor 3 oder 4 Jahren geritten hat. Ich glaub ich habe…keine Drogen genommen. Schwierig, „Supersonic“ ist eigentlich ja ein richtiger Stoner Rock Titel. So ein bisschen MONSTER MAGNET beeinflusst, die singen ja auch viel über Space…ähm so ein wenig Weltraumfahrertext (lacht). Ich dachte mir einfach, ich schreibe jetzt einen Weltraumfahrertext! (lacht). Was ich sagen muss ist jedoch, dass „Supersonic“ eine geile Nummer und ein cooler Song ist. Der Song ist einfach ein wenig wie…Planet Caravan von BLACK SABBATH.

Im Gegensatz zum Vorgänger „Dirty Pounding Gasoline“ habt ihr bei „Deathrider“ keine Filmsequenzen eingebracht wie z.B. „Der 13. Krieger“ Mitschnitt bei „Return Of The Demons“. Gab es für solche Einspieler keine Verwendung dieses Mal?

Wir haben es schlicht und einfach vergessen. Das ist kein Witz, wir haben es zeitlich nicht hinbekommen. Wir sind einfach total verpeilt manchmal. Es muss sich ja jemand hinsetzen, die DVDs durchsuchen und coole Stellen finden die auch irgendwie in den Song passen. Eigentlich bot sich auch kein Song sofort an. Damals hatte ich die Samples schon vorher, da ich ein paar Filme auf Englisch gesehen hab. Und so ist mir auch der Sample aus „Der 13. Krieger“ aufgefallen, den ich sehr cool finde, da er eine klasse Atmosphäre hat. Diesen Sample hab ich mir damals einfach auf den Rechner gezogen und verwahrt. Anschließend hat er ja Verwendung für „Return Of The Demons“ gefunden. Auf jeden Fall haben wir es dieses Mal zeitlich nicht hinbekommen, was aber nicht heißen soll, dass wir in Zukunft keine Samples mehr einbauen.

Und wie habt ihr für „Invisible Man“ die Indianer ins Studio bekommen?

Wir waren bei den Karl May Festspielen und haben uns ein paar Mietindianer ins Studio geholt (lacht). Die haben dann ein Lagerfeuer im Aufnahmeraum gezündet und sind dann ein wenig herumgesprungen. Nee, quatsch. Das ist eigentlich eine witzige Sache gewesen. „Invisible Man“ war im Studio nicht hundertprozentig fertig. War haben dann ein bisschen herumexperimentiert und bei der Geschwindigkeit in der Mitte des Songs etwas Mist gebaut. Der Part sollte eigentlich schneller sein, war aber zu langsam. Und so fehlte irgendwas an dem Song. Wir wollten den Song darauf aber nicht so lassen. Andreas (Peters, Leadguitar) spielte darauf ein paar Melodien über den Teil des Songs, aber es fehlte trotzdem irgendetwas. Nun saßen wir da und fragten uns, was mit dem Song nicht in Ordnung ist und hätten beinahe die Krise gekriegt. Ich habe dann einfach aus Spaß einfach mal dieses Indianertypische „Heejaa, heejaa“ darüber gesungen. Und dann eben 10 mal übereinander damit es sich so anhört, als ob da ein ganzer Stamm im Studio gewesen wäre. Das war einfach nur witzig, obwohl die Jungs meinten, dass das ganze nichts mit dem Text zu tun hätte. Es geht beim „Invisible Man“ also nicht um irgendeinen unsichtbaren Indianer (lacht), sondern hat, wie gesagt, nichts mit Indianern zu schaffen. Dieser Song ist einfach unsere Indianer-Seite (lacht).

Zu Return Of The Demons habt ihr seinerzeit einen Videoclip gedreht. Was können wir also nun erwarten? Wird es wieder einen Clip geben?

Ja! Wir machen auf jeden Fall einen Videoclip. Wir haben auch schon mit Wim geredet. Wim ist ein alter Freund von uns. Das ganze ist eine komische Geschichte. Solange es die Band gibt ist Wim schon ein guter Freund von uns gewesen. Er hat auch schon immer einen Film-Tick gehabt. Wir haben bei ihm regelmäßig auf den Geburtstagsfeten gespielt wobei er immer eine Disco angemietet hatte und wir immer mit einer Coverband zusammen aufgetreten sind. Und dabei ist er immer mit seiner Videokamera herumgelaufen. Nachdem wir ihn für ein paar Jahre nicht gesehen hatten, wir waren inzwischen bekannter geworden, hatte er eine richtig seriöse Film-Firma auf die Beine gestellt, die u.a. schon für den WDR, NDR usw. gearbeitet hat. Eines Tages trafen wir ihn dann wieder und stellten fest, dass er doch so einiges drauf hat. Und so kamen wir eben darauf, für wenig Geld, zusammen ein Video zu drehen in Form von „Return Of The Demons“ in dem wir auf Mopeds durch Kaldenkirchen fahren und Pommes essen (lacht). Und das war eben unser Video. Das geilste daran ist jedoch, dass das Video sogar bei VIVA gespielt worden ist! Wir nehmen so was auch gar nicht so ernst da wir wissen, dass wir für einen professionellen Clip gar nicht das Budget haben. So haben wir uns aus der Sache einfach einen Spaß gemacht. Wir haben auch schon über das neue Video geredet bei dem wir evtl. an der Story von „Return Of The Demons“ anschließen. Fest steht, dass „Destroyer“ als Video erscheinen wird. Auf jeden Fall werden wir wieder was lustiges, trashiges machen, was einfach nur Spaß beim schauen bringen soll, für die Leute, die Lust darauf haben, sich den Clip reinzuziehen. Hauptsache bescheuert. Vielleicht tragen wir alle Schweinemasken (lacht).

Für das Layout ist mal wieder euer Drummer Oliver Beck mit seiner Firma Art Of Brand verantwortlich. Damit schlagt ihr ja 2 Fliegen mit einer Klappe.

Wieso dies?

Nun ja, ihr könnt natürlich Kosten sparen und zum anderen habt ihr Oliver damit beschäftigt, der sich sicherlich mehr Mühe mit dem Layout macht als jemand anderes!

(lacht) Damit hast du die Frage ja selbst beantwortet. Nee, Quatsch, der Oliver macht die Sachen schon sehr gut. Er ist halt gelernter Graphik-Designer und hat auch seine eigene Firma (www.art-of-brand.de) . Für ihn ist es schon stressig, da er ja auch noch eine Menge Aufträge von Firmen an der Backe hat. Und er muss natürlich auch noch zwischendurch das MOTORJESUS-Artwork komplettieren. Außerdem kommen wir dann zwischenzeitlich auch noch an und meckern über dieses und jenes…darüber ist der Herr Beck nicht sehr „amused“. Trotzdem sind wir immer wieder froh, dass er sich der Sache annimmt. Beim Layout entscheiden wir als Band, deswegen ist das Cover auch auf irgendeine Weise von uns allen zusammen. Obwohl Oliver einen super Job gemacht hat, planen wir für die nächste Platte die Einflüsse eines anderen Graphikers wirken zu lassen. Der Schriftzug wurde auch schon von jemand anderen erstellt.

Du bist ja neben Motorjesus noch bei diversen anderen Formationen wie z.B. Divine Zero oder auch Sybian beschäftigt. Wie kannst du dabei deine Inspirationen auseinander halten?

Ich mache diese Projekte eben weil ich so einen breiten musikalischen Background habe. Ich würde am liebsten tausend Bands am Start haben. Ich möchte eine Viking Band, eine Black Metal Band, ein Schlager Projekt (lacht) und ähh…ja, eine Coverband, bei der wir aber nur Udo Jürgens spielen. Spaß beiseite, diese Nebenprojekte sind auch nicht mehr so viele. SYBIAN gibt es nicht mehr und bei DIVINE ZERO bin ich ausgestiegen, weil ich mich dort musikalisch nicht mehr so stark angesprochen fühlte. Ich habe jetzt jedoch eine Melodic Death Metal Band bei der ganz junge Musiker spielen. Dieses Projekt steckt allerdings noch in den Kinderschuhen, was ganz interessant ist, da es gerade erst feste Formen annimmt. Und dort steckt auch eine Menge Potential drin! Diese Projekte mache ich, weil ich auch Lust darauf habe andere Musik zu machen. Wie gesagt, wenn ich die Zeit hätte, würde ich an vielen anderen Projekten arbeiten um einfach mal über den Tellerrand zu schauen. Ich komme ja eigentlich aus dem Death- und Black Metal Bereich und habe auch in diversen Bands gespielt vor MOTORJESUS. Bei einem Song wie „Destroyer“ finde ich es schön, mal ein wenig brüllen zu dürfen und auch sonst zu experimentieren. So etwas wie Black und Death Metal kann man bei MOTORJESUS natürlich nicht machen.

Und welche Musik könnt ihr in der Band überhaupt nicht vertragen? Ihr habt ja doch ziemlich viele Einflüsse. Und der Rock Bereich ist doch komplett abgesteckt.

Also was überhaupt nicht geht ist dieser ganze New Metal Scheiß. Das will ja niemand hören! Ich sage nur JADESTAR!

Warum JADESTAR?

Ist eine Scheißband!

Moment, da hast du doch früher auch mal gespielt, oder?

Ja genau! Kein Kommentar (lacht)! Wir haben in der Band ganz klare Linien. Wir sagen das geht und das geht nicht. Wir können uns in dem Rahmen ein bisschen bewegen indem wir z.B. härter werden und eine Schippe mehr Metal draufpacken. Aber auf jeden Fall gibt es ein paar Tabus wie eben New Metal bzw. New Metal Einflüsse. Wir haben ja die beiden Platten draußen und daran orientieren wir uns auch und wissen, dass die Leute uns mögen aufgrund der Musik die wir machen. Und nicht weil die nächste Platte Jazz Metal oder so was wird. Schau dir doch mal ATROCITY an. Mal machen die 80er Jahre Cover, dann machen die wieder Death Metal. Ich will hier ja nicht über ATROCITY ablästern aber…

JADESTAR sind Scheiße!

Ja genau, die sind Scheiße! Schreib das ruhig! Wie gesagt, Rock und Metal können wir in unserer Musik einbauen aber New Metal geht überhaupt nicht! Und so ganz Chartmäßig darf es auch nicht sein. Klar, eingängige Refrains sind schon wichtig, Sachen zum mitsingen eben. Aber es darf auch nicht zu poppig werden. Ein gewisser Härtegrad muss schon gegeben sein. Wir sind ja keine Rock Band. Wir beschreiben uns ja auch immer als Heavy Rock Band, denn der Metal Background ist uns sehr, sehr wichtig.

Befürchtet ihr eigentlich, dass euch durch den aktuellen MP3 Trend die Gefahr ins Auge blickt, Verkaufseinbußungen zu unterliegen? Oder seht ihr MP3´s eher locker und als Chance, mehrere Leute zu erreichen?

Nun, ich sehe das schon lockerer. Denn im Endeffekt ist es doch eine gute Werbung. Überleg doch mal, wenn sich jeder der unsere Platte herunter lädt auch mal ein Ohr riskiert. Wenn sich jemand die Platte herunter lädt dann interessiert er sich ja schon mal für uns. Und wenn er die Musik schlecht findet, dann schmeißt er den Kram einfach wieder von der Festplatte. In dem Fall handelt es sich halt um eine Person, die wir nicht überzeugen konnten. Diejenigen jedoch, die unsere Musik geil finden kommen vielleicht auch mal zum Konzert und kaufen sich hoffentlich auch mal unsere Platten. Ich kann nur daran appellieren: Wir sind eine kleine Band und haben keine Kohle (lacht), bitte kauft unsere Alben. Ich mache es ja auch so, dass ich mir eine Platte runterlade und wenn ich die Band geil finde, gehe ich mir das Album auch holen. Das finde ich wichtig. Für eine Band in unserer Größenordnung ist es eine gute Werbung und ich bin niemandem böse wenn er sich die Platte runter lädt. Kaufen wäre natürlich wirklich schöner.

Zum Schluss noch eine Frage! Seht ihr MOTORJESUS eher als euer Hobby oder später auch mal als euren Beruf?

Hmm, momentan ist es ein sehr aufwendiges Hobby. Wir hoffen natürlich, dass wir damit irgendwann ein wenig Kohle damit verdienen können. Wir sind aber nicht so eingestellt, dass wir einfach unsere Jobs kündigen. Die gesamte Band geht ganz normal arbeiten, studieren teilweise. Aber wir investieren schon sehr viel Zeit und Energie in die Band und das machen wir auch sehr gerne. Wie gesagt, natürlich wäre es schön auch mal finanziell dafür entlohnt zu werden. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich einen guten Job habe den ich sehr gerne mache und es wäre einfach schön, wenn irgendwann nebenbei noch was von der Band herumkommen würde. Ansonsten werden wir einfach weiterhin eine gute Zeit haben, Bier trinken, Arsch treten!

Danke für das Interview!!!

Galerie mit 26 Bildern: Motorjesus - Race To Resurrection Tour 2019 in Siegburg
05.06.2006

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