Motorjesus
Back in the action car - Interview mit Chris und Roman (MOTORJESUS)

Interview

Motorjesus

Pünktlich zur Veröffentlichung ihres neuen Albums „Electric Revelation“ hatte ich Gelegenheit, mit Chris und Roman von MOTORJESUS zu plauschen.

Moin Jungs, vorab erstmal: Welcome back! Schön, das MOTORJESUS wieder auferstanden sind, und das auch noch vor Ostern. „Wheels Of Purgatory“ ist von 2010, knapp 4 Jahre sind vergangen – Chris war ziemlich schwer erkrankt, ich hoffe es ist alles überstanden, wie gehts ihm/dir?

Chris: Mir gehts wieder ganz gut danke der Nachfrage. Ich bin wieder fit, die Pumpe läuft wieder rund und ich freu mich wieder Musik machen zu können.

Wie hat die Krankheit den Aufnahmeprozess etc. beeinflusst? Ihr habt glaube ich im Frühjahr 2013 begonnen?

Roman: Wir wussten ja dass Chris ne Weile ausfallen wird und den groben Termin für die OP hatten wir in etwa auch schon, deshalb haben wir Anfang 2013, ich glaube im Februar, in aller Ruhe mit den Aufnahmen der Instrumente begonnen. Diese haben sich dann auch etwas gezogen was okay war, wir hatten jetzt keine Eile da es uns klar war dass der Gesang erst viel später drüber kommt. Glücklicherweise hat Chris sich recht schnell erholt und konnte die Songs in aller Ruhe einsingen.

„Electric Revelation“ ist einerseits ein typisches MOTORJESUS-Album mit allen Trademarks, für mich aber euer bisher facettenreichstes Werk – Zustimmung?

Chris: Ja wir haben eigentlich unbeabsichtigt wieder ein Album mit einer eigenen Identität geschaffen, das planen wir ja eigentlich nicht so das sich unsere Alben immer ein bisschen anders anhören als der Vorgänger. Wir schreiben im Prinzip einfach völlig ungezwungen an einer neuen Scheibe. Aber mal ist das Album ein bisschen Metal-lastiger wie zum Beispiel die „Deathrider“ mal ist es etwas facettenreicher als auf der letzten. Das ist immer ganz witzig das Endergebnis zu hören, da wundert man sich doch öfter mal über das Ergebnis, da man den Schreibprozess eher als „so wie immer“ einstuft.

Man redet ja gern von „musikalischer Weiterentwicklung“ – habt ihr das für „Electric Revelation“ angestrebt oder hat es sich so ergeben ?

Chris: wie oben erwähnt passiert das eher zufällig, oder es entwickelt sich einfach im Prozess der Entstehung der Platte. Auch bei den Aufnahmen selber steuert man das Ergebnis ja in eine bestimmte Richtung noch mal, ob nun beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Zum Beispiel hat mich der Dennis unheimlich getreten bei den Gesangsaufnahmen und nochmal alles rausgeholt. Das entwickelt sich so in der Entstehung.

„Rust“ zum Beispiel ist ja eine Power-Ballade wenn ich das mal so nennen darf – und ist ein sehr persönlicher Song?

Chris: Ja schon aber auch der einzige der das Thema mit der Herz Geschichte und meiner angeschlagenen Gesundheit mal in text und Musik fasst. Ich wollte da jetzt nicht nur Trübsal blasen und rum heulen auf der Scheibe, aber es war eine sehr harte zeit wenn man mal so ein bisschen auf der kippe steht, das fühlt sich nicht cool an, und da entstand dann der Song.

Ein Kumpel, der euch nicht kannte, hat mich gefragt wie ihr klingen würdet – ihr habt euren eigenen Sound gefunden, aber meine Antwort war: ein Bastard von SKID ROW zu „Slave To The Grind“-Zeiten, MOTÖRHEAD-Energie und MUSTASCH garniert mit Stoner-Riffs und NICKELBACK-Eingängigkeit. Kann man das so stehen lassen oder lieg ich völlig daneben?

Chris: An SKID ROW hab ich jetzt gar nicht mehr gedacht  hehe, aber die „Slave To The Grind“ ist ne geile Scheibe. Ich mag lustiger weise alle die von dir genannten Bands könnte aber nicht sagen das zum Beispiel NICKELBACK ein großer Einfluss sind. Zu Beginn waren wir sehr tief im Stoner Rock verwurzelt was ja auch bei MUSTASCH so war die sich aber ebenfalls weiterentwickelt haben. Bands die wir immer sehr mochten sind zum Beispiel ENTOMBED, ANTHRAX, CORROSION OF CONFORMITY oder die SPIRITUAL BEGGARS, das waren so unsere Faves die uns beeinflusst haben. Aber man versucht halt schon auch das alles nicht stumpf zu kopieren sondern seine eigene Identität da zu finden, aber irgendwie auch die Musik zu machen die man gern auch hören würde. Das ist natürlich schwierig da es inzwischen viele Heavy-Rock-Bands in dieser Richtung gibt inzwischen, das kann man alles nicht neu erfinden. Ich hoffe wir klingen ein bisschen eigenständig.

Welche Bands inspirieren euch bzw. inspirierten – oder seid ihr über den Punkt hinaus nach über 20 Jahren?

Chris: Beim Songwriting für MOTORJESUS inspiriert uns immer irgendwas, das muss nicht immer eine spezielle Band sein, manchmal kann es zb. auch ne Tonfolge in einem Werbespot sein, ein Filmsoundtrack oder eben auch ein cooler Song. Ich denke Musik beeinflusst sich immer gegenseitig und somit kommt es zu dieser Evolution und den vielen Stilrichtungen im Metal oder Rock. Das finde ich immer ganz spannend… manchmal aber auch schrecklich peinlich.

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Zurück zum Facettenreichtum: was mir wirklich sehr gefällt ist der großartige Gitarrensound, Vintage-Klang und druckvoll produziert. Die Soli wirken dadurch um einiges filigraner.

Chris: Ja danke! Die Solo-Gitarren haben wir auch wie den Gesang gesondert beim Dennis Marschallik in seinen Don Phallus Studios aufgenommen. Der Dennis hat ein tierisch gutes Ohr für Harmonien und hat da echt alles rausgekitzelt aus den Sachen die wir bei ihm aufgenommen haben.

Gemixt von Dan Swanö – wie ist es dazu gekommen, wie war die Arbeit mit ihm?

Chris: Die Arbeit mit Dan war sehr entspannt aber auch sehr fokussiert aufs Wesentliche. Wir haben daran mit ihm solange geschliffen bis alle zufrieden waren, und er hat da echt Geduld und Nerven bewiesen. Es hat wirklich sehr viel Spass gebracht mal mit einem alten Hero aus meiner Teenagerzeit zu arbeiten. Immerhin hab ich bestimmt 30 Platten im Schrank die entweder mit ihm sind oder zumindest von ihm produziert wurden.

Ihr habt wieder einige Hymnen am Start, die Gesangslinien sind wieder unglaublich catchy – mir persönlich gefallen „Midnight Rider“, „Trouble In Motor City“ und „Back In The Action Car“ am besten. Wie läuft das Songwriting bei euch meistens ab, was kommt zuerst?

ROMAN: In aller Regel wird eine bestehenden Grundidee oder einem Riff aufgegriffen und beim Proben erweitert. Das geht dann schon mal in die verschiedensten Richtungen und man experimentiert munter drauf los. Irgendwann steht die Nummer dann soweit und im Großteil der Songs kommt erst dann der Gesang drüber.

Auch hier gibt es dann zig Versionen des Songs was die Gesangslinie angeht und am Ende wird gemeinsam entscheiden, welche Version dann am Ende genommen wird. Beim Aufnehmen merkt man oft dass hier und da was nicht passt und dieses wird vor Ort abgeändert. Das sind aber immer nur Kleinigkeiten.

Die Texte (wie auch das Cover-Artwork) weisen auch wieder euren bandtypischen Stil auf – geht das Schreiben eher Lemmy-mäßig von der Hand oder wie entstehen die Lyrics und die Songtitel?

Chris: Das mit den Texten mach ich meistens mit mir selber aus. Ich muss mich da richtig für wegsperren und mich nur darauf konzentrieren, und das tagelang. Und selbst dann verwerfe ich immer ne menge und vieles ist mir nicht gut genug. Ich geh da sehr hart mit mir selber ins Gericht. Ich hab da meiner Meinung nach keinen roten Faden, ich mach das einfach so wie ich selber denke das es cool rüber kommt. Der Song, Hookline und Text muss mich erstmal überzeugen, und das ist sehr schwierig

Wenn man mal vergleicht was für ein Scheiß teilweise groß rauskommt – pisst einen sowas an, wenn man selbst geile Musik mit viel Herzblut macht? Oder steht man da drüber?

Chris: Manchmal gibt es schon Dinge die einen etwas nerven, aber im Großen und Ganzen sind wir cool mit allem, oder es ist uns egal was und wie es andere Bands machen. Wir haben das Privileg Alben veröffentlichen zu können, und das einige Leute unsere Musik scheinbar mögen oder das es ihnen etwas bedeutet was wir machen, das ist schon eine ganz tolle Sache. Und das ist der Grund warum wir Musik machen. Wir wollen nix beweisen, sondern Mucke machen und ne gute Zeit haben.

Wie sehen die Tourpläne für 2014 aus? Wie lässt sich sowas organisatorisch umsetzen, habt ihr alle Vollzeitjobs?

Roman: Wir haben einige Sachen in Planung, wie zB. Anfang März die Mini-Tour mit EAT THE GUN und GLOOMBALL.

Teilweise kann man die schon auf unserer Homepage bzw. bei Facebook die kommenden Shows einsehen, einige dürfen wir noch nicht offiziell machen und die werden so nach und nach dort erscheinen, also immer mal wieder auf die Seiten schauen !!

Vieles ist auch noch offen und wir schauen noch was so passiert, ich denke wenn die Scheibe raus ist wird sich auch noch was tun in Sachen Gigs/Tour.

Die Organisation wird zunehmend schwieriger, da alle nem regulären Job nachgehen und zum Teil auch Schicht-/Wochenenddienst haben. Das erschwert die Planung schon sehr.

Außerdem haben alle Familie, du siehst, gar nicht so einfach das Ganze.

Danke für eure Zeit, Gesundheit und alles Gute für die Zukunft!

Danke für das Interview!!!!

Galerie mit 26 Bildern: Motorjesus - Race To Resurrection Tour 2019 in Siegburg
18.02.2014

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