Abstract Spirit - Horror Vacui

Review

Es gibt Musik, welche es schafft, auch den schönsten Tag in einem bedrohlichem Licht erscheinen zu lassen. Wie ein Gewitter verdunkelt es den Himmel und lässt keinen Sonnenschein mehr durch die Wolken hindurch. ABSTRACT SPIRIT liefern mit ihrem dritten Streich “Horror Vacui“ genau diese Art von Musik ab. Da ist es nur passend, dass sich punktgenau beim Einlegen des Albums auch wirklich der Horizont verdunkelt und ein Unwetter durch die Gegend fegt. Wie das Wetter ist auch die Musik, der Funeral Doom dieser russischen Band ist keine leichte Sache erstickt jedes positive Gefühl im Keim.

Dabei werden recht schnell Erinnerungen an SHAPE OF DESPAIR oder auch AHAB wach. Die Musik von ABSTRACT SPIRIT muss erstmal verdaut werden, denn dies ist nichts, was man jeden Tag auf sich wirken lassen kann. Wie ein langsame Totenmesse wabern Stücke wie “Post Mortem“ oder “Пульс“ durch den Gehörgang ins Gehirn und erschaffen eine kalte, trostlose Atmosphäre aus der es kein Entkommen gibt. Die abgrundtiefen, boshaften Growls, welche auf englisch und russisch verfasst wurden, untermalen diese beklemmende Atmosphäre noch zusätzlich und sorgen dafür, dass sich “Horror Vacui“ immer tiefer im Gemüt festsetzt. Besonders der abschließende Titelsong bringt in seinen neun Minuten diese musikalische Dunkelheit auf den Punkt und kann mit extrem schaurigen Chorpassagen punkten. Während die Drums langsam schleppend einen durchweg dichten Rhythmus vorlegen, schneiden sich die Gitarren ebenso bedächtig durch die dicken Nebelschwaden und lockern dies mit ein paar unterschwelligen Melodien auf. Dies klingt alles auch recht fließend und gut, allerdings schleicht sich jedoch im Verlaufe der Spielzeit etwas Monotonie ein, was ABSTRACT SPIRIT von den Szenevorreitern unterscheidet. Hier darf die Band in Zukunft gerne noch etwas nachbessern, denn dann könnten sich sich bald sehr wohl mit den Großen des Genres messen.

ABSTRACT SPIRIT zeigen uns in über 70 Minuten die pure, ungeschönte Depression aus der es kein Entkommen gibt. Auch wenn sich ein wenig Monotonie eingeschlichen hat, wissen die Musiker ganz genau, was sie hier fabrizieren. Dieses musikalische Unwetter genießt man am besten bei lauschigem Licht mit einem guten Glas Rotwein.

21.07.2011

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