Aeba - Kodex V

Review

Da scheint sich Wut angestaut zu haben. In vier Jahren auch nicht verwunderlich, aber AEBA haben auch ein neues Gesicht, in mehrdeutigem Sinne. Einige Line-Up-Änderungen, sowie der Verzicht auf Keyboardklänge, lassen „Kodex V“ anders klingen.

Mich haben die Kieler bisher nie so richtig packen können, die vergangenen Werke gingen spurlos an mir vorüber. Zwar fand ich sie durchaus solide, aber maß ihnen keine größere Bedeutung zu. „Kodex V“ hat mich nun umgestimmt, AEBA haben sich gemausert. Und das, nach so langer Zeit im Geschäft.

Ohne Keyboards wirken sie direkt eine Spur härter und auch der Sound ist nicht verkehrt. Staubig, ziemlich archaisch und weitestgehend auf die Gitarren ausgerichtet, kleidet er das Klangbild in ein würdiges Gewand. Den Rest machen selbstverständlich AEBA. Zwar schleichen sich hier und da ein paar langwierige Sekunden ein, aber im Großen und Ganzen bieten sie wirklich Brauchbares.

Fernab von den momentanen Trends präsentieren AEBA ihre Klänge, die irgendwo zwischen Melodie und Raserei zu finden sind. Die Gitarren klingen wie gesprungenes Eis, lassen meine Armhäarschen immer mal wieder zu Berge stehen und bieten einfach genau das, was ich von einer Black-Metal-Band, die traditioneller zu Werke geht, hören will. Am Drumsound hätte man zwar etwas mehr basteln können, doch der etwas dumpfe Klang hat durchaus seinen Charme. Ebenfalls, oder gerade das Wirkungsvollste ist, wenn AEBA ihren Hass mal etwas zurückfahren und lieber im erhabenen Mid-Tempo verkehren. So wie in „La Pette Morte“, welches meiner Meinung nach die Albumhymne schlechthin ist und sogar ein Gitarrensolo beinhaltet. Die mächtigen Melodien, das Tempo und die dichte, dunkle Atmosphäre machen dieses Instrumental zu etwas unglaublich Kraftvollem.

Genug der vielen Worte. AEBA sind reifer und haben bewiesen, dass man sich auch nach langer Zeit noch entwickeln kann, auch wenn dies in einer anderen Art und entfernt der gängigen Norm liegt. „Kodex V“ ist gut, wirklich gut. Es bietet Hass, Verderben und Dunkelheit.

24.04.2008

Chefredakteur

Der metal.de Serviervorschlag

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