... And You Will Know Us By The Trail Of Dead - X: The Godless Void And Other Stories

Review

2012 entschied Conrad Keely, dass er die Schnauze voll habe vom „American life“. Seine aktuelle Tour hatte in nach Kambodscha verschlagen, wo er kurzerhand blieb. Ohne der Landessprache mächtig zu sein, saugte er Lärm, Chaos und Kultur auf. Wie viele dieser Eindrücke er 2018 zurück nach Texas überführte, kann nur gemutmaßt werden. „X: The Godless Void And Other Stories“ jedenfalls zeigt … AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD kurz vor ihrem 25-jährigen Bandjubiläum so frisch und mitreißend wie seit langem nicht.

Dynamisch, hymnisch, verschroben

Nachdem „The Opening Crescendo“ sich ganz gemäß seinem Titel den Weg von einigen (sicherlich!) kambodschanischen Tempelglocken und Gesängen über ein bedrohlich einsetzendes ZIMMER-Dröhnen und elektrifizierte Sergio-Leone-Gitarren bis hin zu einem euphorischen Klimax gebahnt hat, ist erst einmal nur Bass.

Kurz vermutet man Peter Steele hinter der nächsten Ecke, dann erklingt Keelys noch immer unverkennbar warmes, unperfektes Organ. Im Mittelteil wird „All Who Wander“ von obskuren deutschen Sprachsamples zerschnitten, davor und danach türmt sich ein verschrobener Alternative-Rock-Song in bester TRAIL-OF-DEAD-Manier auf. „Something Like This“ ist noch dynamischer und hymnischer und erinnert bisweilen an die kürzlich wiederauferstandenen PEARL JAM, der folgende Titeltrack wagt sich dann sogar in Post-Punk-Gefilde vor.

Die gesamte erste Albumhälfte über zeigen TRAIL OF DEAD ihren Facettenreichtum auf die denkbar zugänglichste Art und Weise. Eingängiger als in der Leadsingle “Don’t Look Down” wird es dann auf „X: The Godless Void And Other Stories” auch nicht mehr. Dabei steckt der Track voller ehrlich gefühlter Melancholie, Nostalgie und verhaltenen Ausbruchsphantasien.

Mit … AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD auf einer verdammt schönen Entdeckungsreise

Und dann? Nehmen TRAIL OF DEAD die Abzweigung in den minimal introvertierten und weirden Albumteil. „Gone“ erinnert an NINE INCH NAILS, „Who Haunts The Haunter“ changiert zwischen Spoken-Words-Passagen, Noise-Gitarren und sich träge herausschälenden Gesangslinien, „Eyes Of The Overworld“ greift einige Elemente des Intros wieder auf, um dann in dem irgendwie an DYLAN und die GALLAGHERS erinnernden „Gravity“ zu enden.

Am Ende haben … AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD es wieder geschafft und den Hörer einmal mehr mitgenommen auf eine Entdeckungsreise, in deren Verlauf sich Frage nach Genre-Schubladen und roten Fäden gar nicht erst stellen. Solange es anhält, ist es schlüssig und verdammt schön. Wenn man aber unbedingt will, dann ist das sehr schlauer Pop ohne Scheuklappen.

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20.01.2020

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