ASP - zutiefst

Review

Galerie mit 9 Bildern: ASP auf dem M'era Luna 2017

Quantität vor Qualität bei ASP?

Mit ASP ist es in den letzten Jahren so eine Sache. Kaum eine andere Band veröffentlicht derart viel Material – seit 2011 kam bislang jedes Jahr ein Album, eine EP, eine Best Of, ein Comic oder was Mastermind Asp sonst noch vorschwebte. Aufgrund dieses enormen Outputs sind Fragen bezüglich der Qualität sicherlich berechtigt. Doch meist konnten ASP überzeugen, sei es mit der EP “Geisterfahrer“, dem “Verfallen“-Zyklus mit der bärenstarken ersten Folge oder stets kraftvollen Live-Konzerten. Doch neben den vielen Highlights waren auch Tiefpunkte zu verzeichnen. “Maskenhaft“, der zweite Teil des “Fremder“-Zyklus, zeigte überdeutlich, dass ASP ihre Lieder manchmal nicht auf den Punkt bringen können. Langatmig und schwierig zugänglich schaffte es die Platte nicht zu überzeugen. Das 2017 erschienene “zutiefst“ stellt nun eine merkwürdige Melange aus diesen beiden Extremen dar.

Zwischen großen Hymnen und fehlender Prägnanz

Wie kann ein Album denn bitte Highlight und schwer zu verdauende Kost gleichzeitig sein? Widmen wir uns zunächst den starken Momenten von “zutiefst“. Das Intro “Sturz“ leitet die Geschichte mit einer herrlich düsteren maritimen Geräuschkulisse ein. Es folgt der eigentliche Opener “20.000 Meilen“, der mit seinen präsenten Akustikgitarren ein weiches Klangerlebnis bildet, jedoch durchaus hörenswert ist. Die Reise in die Untiefen wird eingeleitet, die Welt wird vorgestellt und man ist gespannt auf den Rest der Geschichte. Das titelgebende “zutiefst“ ist sicherlich auch ein Vertreter der Kategorie “langatmig“, packt jedoch größtenteils durch seine Dynamik und seinen düsteren Charakter. Definitiv einer der wenigen Ohrwürmer der Platte. Zu diesen gehört zweifelslos auch “Mondscheinsirenade“, die Eröffnungsnummer der Tour zum Album. Die Hymne an den Mond vereint ASPs Stärken: ein wortgewaltiger Text, eine eingängige Melodie und kräftig rockende Gitarren.

Dier Zustand ist jedoch leider nicht von großer Dauer, denn ASP haben wie bereits erwähnt Schwierigkeiten, eine Geschichte oder Aussage ohne Ausschweife auf den Punkt zu bringen. ASP erzählen sehr ausführlich, was im Stile von “Loreley“ oder “Die Ruhe Vor Dem Sturm“ zu wirklichen Perlen heranreifen kann. Auf “zutiefst“ bekommt man jedoch den Eindruck, dass nahezu jeder Titel stark gedehnt wurde. Meist wird dies in den Refrains deutlich, die als Aushängeschild eines Liedes eher griffig und eingängig sein sollten. Bei ASP sind sie jedoch meist mit Worten überladen und so oft schwer zugänglich. “BernsteinmeerengeL“ ist dahingehend wohl das beste Beispiel. Noch um einiges interessanter wird dieser Zustand bei “Die Untiefen“, denn hier treffen die großartige Melodie und der erneut lyrisch hochwertige und bildstarke Text auf eine musikalische Umsetzung, die einen wahren Hit verhindert. Der Refrain macht es einem durch sein recht langsames Tempo und den ausschweifenden Text schwer, den Zugang zum Lied nicht zu verlieren, der in den Strophen aufgebaut wurde. Hier fehlt es ASP an Prägnanz.

Teil 3 des “Fremder”-Zyklus – Gesundes Mittelfeld

Insgesamt ist “zutiefst“ ein Album mit zahlreichen vielversprechenden Ansätzen, die sich häufig im Sande verlaufen. Findet man in allen Liedern punktuell Abschnitte, welche musikalisch auf einem enorm hohen Niveau anzusiedeln sind, verfranzen sich ASP in Details und nehmen so der Musik an einigen Stellen die Energie. Doch bei aller Kritik sind und bleiben ASP die Speerspitze des deutschsprachigen Gothic Rocks mit anspruchsvollen Texten, atmosphärischen Klangbildern und nicht zuletzt einer live kaum zu übertreffenden Emotionalität.

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14.01.2018

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