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Black Spring Monolith - Rise Of The Behemoth

Review

Früher waren EPs maximal 21 Minuten lang, weil das Pressen der CDs sonst teurer gewesen wäre und man die Dinger nicht mehr als Mini-CDs hätte verkaufen können. Das muss man sich mal vorstellen. EPs sind aber auch nicht mehr das, was sie mal waren. Diese hier zum Beispiel ist 71 Minuten lang und enthält 14 Tracks. Das geht nur, weil das Selberherstellen von CDs nichts mehr kostet und es wurscht ist, ob man einen Song von 17 Sekunden Länge oder ein dreizehnstündiges MP3-Album auf eine CD-R packt.

Ich meckere deshalb, weil die neue BLACK SPRING MONOLITH-… ehm… EP ein Sammelsurium von übriggebliebenen Tracks zu sein scheint, das so nicht notwendig wäre. Was Kollege Johannes vor gerade mal einem halben Jahr, vielleicht nach einem heißen Sommer mit reichlichst Sonne, als grandioses Kopfkino mit Drone/Doom-Schlagseite bezeichnet und dafür generöse acht Punkte vergeben hat, ist auf „Rise Of The Behemoth“ ein undurchsichtiges Wirrwarr aus Tracks verschiedenster Stile, die kein schlüssiges Gesamtbild ergeben. Drone ist leider nur noch eine Randerscheinung („Digging The Void Part 2“), und mit Doom Metal haben höchstens fünf Minuten der Platte entfernt zu tun. Der Hauptteil der über siebzig Minuten wird elektronisch bestritten. Protagonist Leonhard von Stein bastelt fleißig mit Synthesizern, Dark Ambient-Effekten (gut in: „Inhale The Green Smoke Part 2“) und dann und wann verzerrten Sprachsamples. Dazu gesellen sich ab und zu ein ziemlich anständiger Drumcomputer und ein paar oft hässlich schräge Gitarren, bei denen ich immer ein bisschen beschämt zu Boden schauen muss („Zwischen Verzweiflung und Albtraum“ – das trifft es ziemlich gut). Als wenn das noch nicht experimentell genug wäre, müssen es hier und da natürlich auch noch ein paar Jazztakte und eine Hammondorgel („Panama“), Trip Hop-Loops und Industrial-Beats sein („Sinister System“).

Auch wenn es beachtenswert ist, dass jemand in seiner überbordenden Kreativität nicht nur Musik verschiedenster Stile macht, sondern davon auch noch eine Menge, ist „Rise Of The Behemoth“ einfach zuviel des Experimentellen. Wenn dahinter ein Konzept im Stil von THE AXIS OF PERDITION stünde, das die einzelnen Bestandteile wirklich zu einem Kopfkinofilm verbinden könnte – ok. Aber Restmaterial aus den letzten Albumaufnahmen wild zusammen zu schmeißen und das Ergebnis als EP zu verhökern, das kann nicht der Plan sein. Dann doch lieber kritisch zusammenstreichen und eine richtige EP machen – mit 20 Minuten, wie das früher lief, als noch alles besser war.

02.04.2011

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