Black Spring Monolith - Tropfen

Review

Wie heißt es so schön? ‚Steter Tropfen höhlt den Stein.‘ Ein Ausspruch, den ich im Zusammenhang mit der neuen EP aus dem Hause BLACK SPRING MONOLITH nicht unterschreiben kann. Gut, ’stet‘ ist „Tropfen“ irgendwie schon (zumindest habe ich nicht den Eindruck eines Stilwirrwarrs wie Kollege Florian bei „Rise Of The Behemoth„), aber davon, Steine zu höhlen, ist die knappe halbe Stunde weit entfernt.

„Tropfen“ reiht sich in die laaaange Veröffentlichungsliste (drei Alben, acht EPs und – so wörtlich – „eine Vielzahl an Demos“) des Ambient-Projektes ein, die angesichts des Gründungsjahrs 2006 ein wenig seltsam anmutet. Ob nun ’seltsam gut‘ oder ’seltsam schlecht‘, dieses Urteil maße ich mir – vor allem mangels Kenntnis weiterer Veröffentlichungen – nicht an. Die vorliegenden fünf Stücke sind jedenfalls reichlich unspektakulär und zeugen nicht gerade von überbordender Kreativität.

Nun gut. Was bietet „Tropfen“ also? Im Wesentlichen bestehen die Songs aus elektronischen Spielereien, die ich persönlich am ehesten in die EBM- oder Trip Hop-Schublade stecken würde, ein paar sehr merkwürdig angezerrten Gitarren (die nichtsdestoweniger viel zu zahm sind) und Stimmen mit reichlich Effekten. So etwas kann bestimmt funktionieren, tut es aber nicht. Irgendiwie wirkt „Tropfen“ auf mich wie Easy Listening, das gerne nach frühen DAS ICH klingen würde (gerade „Leichenwelt“ klingt sehr nach dem Versuch, Bruno Kramm und besonders Stefan Ackermann zu „Satanische Verse“-Zeiten nachzueifern).

Nee, lieber BLACK SPRING MONOLITH, so klingt Musik, die nur halbwegs passabel gemacht ist, aber keine spürbaren Emotionen transportiert. Da kann man noch so sehr damit angeben, dass das Projekt aus dem „kleinen erzkatholischen Eichstätt“ stammt oder dass „Leichenwelt“ „eine Abrechnung mit dem Konsumgedanken der westlichen Welt“ darstellt. Gerade Letzeres finde ich höchstens darin wieder, dass die Songs im Homestudio produziert wurden (und zwar ganz anständig!), aber Abrechnungen und Rebellion klingen in meinen Ohren ganz anders.

Interessierte sollten sich „Tropfen“ ruhig mal anhören, denn – wie schon gesagt – wirklich schlecht ist die Musik nicht. Sie ist nur gänzlich unaufregend. Vielleicht fällt das Projektkopf Leonhard von Stein auch irgendwann auf, wenn der Tropfen dann doch den Stein höhlt. Haha.

15.12.2011

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