BRDigung - Tot Aber Lebendig

Review

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Da ich mich weder mit deutschsprachiger Musik generell, noch mit Punk im Speziellen wirklich intensiv auseinander zu setzen pflege, hatte ich zunächst ein wenig Bedenken, ob ich denn der richtige Mann für diese Aufgabe bin. Dennoch habe ich mich an die Sache herangewagt, und mich mit dieser, überaus kritisch agierenden deutschen Punk(rock)-Band im Endeffekt sogar durchaus anfreunden können.

„Tot aber lebendig“ nennt sich das zweite Album der noch recht jungen, vierköpfigen Truppe BRDigung, die uns eine flotte und pfiffige Punk-Melange kredenzt und uns auch eine Menge mitzuteilen hat. Die Bandbreite der Texte reicht dabei von sozialkritischen Ausführungen, die mitunter recht deftig und anprangernd vorgetragen werden („Nichts dazu gelernt“, oder auch „Geld regiert die Welt“), über eher nachdenkliche, fast schon melancholische Wortschöpfungen („Immer Öfter“, „Verlorene Hoffnung“), bis hin zu simplen, aber treffsicheren Party-Krachern wie „Sinfonie des Verderbens“ (wobei ich bei diesem Titel zunächst an J.B.O. denken musste, auch wenn BRDigung hier schwer nach dem Frühwerk der TOTEN HOSEN klingen), oder „Party jeden Tag“ (übrigens keine „eingedeutschte“ Version eines weltberühmten KISS-Gassenhauers).

Der Unterhaltungswert kommt also keineswegs zu kurz, auch wenn BRDigung keiensfalls als „Unterhaltungs-Truppe“ zu bezeichnen sind und vorwiegend auf aussagekräftige lyrische Ergüsse setzen. So weit, so gut, doch auch die Musik an sich ist recht vielfältig ausgefallen und kommt in unterschiedlichen Tempovariationen aus den Boxen. Das reicht aus und geht auch voll in Ordnung, denn etwaige technische Finessen oder dergleichen darf von einer Punk-Band ohnehin kein Mensch erwarten.

Wirklich angenehm überrascht war ich jedoch von der Tatsache, dass diese Jungs durchwegs Klänge kredenzen, die fernab von dem – von mir hier erwarteten, genauer gesagt, regelrecht befürchteten – Pseudo-Pop-Punk-Mist der Moderne liegen. Hier wird im Stile der alten Schule „gepunkt“ und gebrettert, eben genau so, wie wir es von den alten Meistern der Bewegung kennen, wobei es den Burschen obendrein auch immer wieder gelingt einen Brückenschlag hin zum locker-lässig und direkt in die Fresse gerotzten Rock zu schaffen.
In Summe ein ordentliches Old School-Brett, wenn auch nicht unbedingt aus meiner Abteilung.

25.08.2010

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