BRDigung - Chaostheorie

Review

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Als ich das letzte Mal über BRDIGUNG geschrieben habe, hatten die deutschen Punks gerade ihr erstes Album „Kein Kompromiss“ veröffentlicht. Acht Jahre später ist die Band kein ganz großer, aber doch ein beachtlicher Name der deutschsprachigen Punkszene, als mir ihr fünftes Album „Chaostheorie“ auf den Schreibtisch geflattert ist. Ich sage dazu: Zwischendrin habe ich nur das Album „In goldenen Ketten“ von 2014 gehört. Allerdings sind im direkten Vergleich zwischen „Kein Kompromiss“ und „Chaostheorie“ nur marginale stilistische Unterschiede zu erkennen, und so gilt auch für das 2016er-Album der Band: BRDIGUNG bieten eingängigen, flotten Straight-Forward-Punk mit mal gelungenen, mal eher durchschnittlichen deutschen Texten.

Das macht vor allem in den flotten Uptempo-Stücken wie dem titelgebenden Opener, dem metallisch angehauchten „Vom Fliegen und Fallen“ oder dem stark vom US-amerikanischen Pop-Punk beeinflussten „Autonom extrem“ eine ganze Menge Spaß – um mal nur die ersten drei Tracks von „Chaostheorie“ zu nennen. (Ganz nett: „Autonom extrem“ ist eigentlich nicht nur von den US-Bands beeinflusst, sondern beinhaltet sogar direkte Zitate von BILLY TALENT und eine deutliche Anlehnung an THE OFFSPRING.) Allerdings hat man, kennt man mehr als drei Punk-Alben, auch das Gefühl, dass BRDIGUNG ein bisschen sehr nach Schema F vorgehen. Mit „Das Spiel mit dem Feuer“ und „Gemeinsam gegen die Zeit“ gibt es klassische, getragene Stadionhits nach Bauart neuerer DIE TOTEN HOSEN, in „Freundschaft und Bier“ wird auf alte BÖHSE ONKELZ-Art das Zusammengehörigkeitsgefühl besungen. Klingt bekannt? Ja – „Chaostheorie“ ist ein Punk-Album vom Reißbrett, durchgeplant und aufpoliert.

Das Gros der Stücke auf dem Album macht trotzdem Spaß, und obwohl die Texte manchmal plump scheinen, kann man in Zeiten von Pegida und Co. ja eigentlich gar nicht oft genug eine deutliche Punk-Sprache sprechen. Insofern: Kann man mal machen, muss man aber auch nicht. Nett ist BRDIGUNGs fünftes Album allemal, aber auch nicht mehr.

23.04.2016

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