Bryan Adams - Reckless

Review

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Blast From The Past

BRYAN ADAMS auf metal.de? Der Mann, der diesen Schmachtfetzen für den Kevin-Costner-„Robin Hood“ gesungen hat? Wirklich? Ja verdammt, genau der, denn bevor ADAMS‘ Musik immer austauschbarer und glattgebügelter wurde, schuf er ein Meisterwerk des Melodic Rock: „Reckless“.

BRYAN ADAMS hat die Hits

Um eins gleich aus dem Weg zu räumen: „Summer Of ’69“ ist selbstverständlich einer der totgenudeltsten Songs aller Zeiten. Aber eben auch ein grandios komponierter Hit, der die im Text propagierten nostalgischen Gefühle musikalisch grandios inszeniert.

Alles, was BRYAN ADAMS dafür braucht, ist ein simples Gitarrenriff und eine mitreißende Gesangsmelodie. Schon beginnt das Kopfkino und versetzt den Hörer in seine eigene Kindheit. Auch wenn ADAMS im Song explizit das Jahr 1969 nennt, lassen sich die von ihm formulierten Sehnsüchte wohl auf jede Jugendzeit übertragen.

„Reckless“ beweist: weniger ist mehr

Dieses alles andere als komplexe Rezept trägt beinahe die gesamte Platte. BRYAN ADAMS hält seine Texte stets offen genug für eine persönliche Interpretation, und jeder Song kommt mit einem, maximal zwei einfachen Riffs aus.

Trotzdem bilden die Tracks auf „Reckless“ eine immense Bandbreite an Emotionen ab, wodurch das Album stets spannend bleibt. Während „One Night Love Affair“ als leicht melancholischer Midtempo-Rocker daherkommt, gibt sich ADAMS in der knapp am Kitsch vorbei schrammenden Ballade „Heaven“ ganz der Romantik hin.

Einfach unwiderstehlich

„Somebody“ wiederum regt mit seinem unwiderstehlichem Groove das Tanzbein an. „It’s Only Love“ besticht nicht nur durch arschcoole Gitarrenarbeit, sondern vor allem seine große Dramatik. Die verdankt der Song einem grandiosen Duett zwischen BRYAN ADAMS und der Power-Frau Tina Turner. Sie darf den einzigen Gastbeitrag auf „Reckless“ abliefern. Und seien wir mal ehrlich: Neben ihrer grandiosen Stimme wäre jeder andere Gast auch vollkommen untergegangen.

Doch obwohl der Hitfaktor auf „Reckless“ unermesslich hoch ist, ist die erste Single-Auskopplung „Run To You“ nicht ohne Grund als ebensolche auserkoren worden. Das eröffnende Gitarrenarpeggio ist so simpel wie effektiv und baut eine ungeheure Spannung auf. Die geheimnisvolle Atmosphäre entlädt sich in einem kraftvollen Refrain, bei dem man mit dem Cabrio über den Highway preschen und seine Freiheit genießen möchte. Scheiß auf alles andere.

PS: Es gibt noch mehr von „Reckless“

Wer nach dem Genuss von „Reckless“ zu Recht nicht genug hat, muss nicht gleich den Repeat-Knopf drücken, auch wenn das absolut verständlich wäre. 2014 erschien eine „30th Anniversary Edition“ der Platte mit ganzen sieben zuvor unveröffentlichten Songs aus der Aufnahmesession.

Dass diese es nicht auf das ursprüngliche Album geschafft hatten, lässt sich nur durch mangelnden Platz auf der LP erklären. Insbesondere der Titelsong der Platte hätte 1984 zwischen all den Hits locker bestehen können. Bei den Bonus-Tracks handelt es sich mitnichten um B-Ware, sondern um eine weitere Charge Hits. „Draw The Line“ zeigt BRYAN ADAMS sogar von einer ungewohnt harten Seite.

06.03.2019

"Irgendeiner wartet immer."

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3 Kommentare zu Bryan Adams - Reckless

  1. ClutchNixon sagt:

    Alter… Bengt der hörte Megadeth, seine Mutter hörte Milva…Hilfa, hilfa!

    1. Kartoffelblues sagt:

      Zitat: Alles, was BRYAN ADAMS dafür braucht, ist ein simples Gitarrenriff und eine mitreißende Gesangsmelodie. Schon beginnt das Kopfkino und versetzt den Hörer in seine eigene Kindheit.

      Kopfkino? Ja. Kindheit? Geht so. Mitreißende Gesangsmelodie? Kopfkino. Versetzen? Pilze!

      Zitat: BRYAN ADAMS hält seine Texte stets offen genug für eine persönliche Interpretation.
      Look into my eyes
      You will see
      What you mean to me
      Search your heart
      Search your soul
      And when you find me there, you’ll search no more.

      Zitat: Scheiß auf alles andere.
      Dito.

      Zitat: Und seien wir mal ehrlich.
      Aber gerne. And when you find me there, you’ll search no more.

  2. doktor von pain sagt:

    Na ja, zumindest immer noch besser als Phil Collins. Freiwillig anhören würde ich mir diese Musik trotzdem nicht.