Burden - A Hole In The Shell

Review

Galerie mit 5 Bildern: Burden - Metalfest Germany West 2012

Es gibt sie noch: Bands, die ohne auch nur im Ansatz auf Trends zu schielen und frei von der Leber weg große Emotionen in beeindruckende Songs packen können, die Rockmusik mit Hingabe und Leidenschaft zelebrieren, und nicht, weil sich damit heute leichter Geld machen lässt, als früher. BURDEN haben mich vor kurzem noch mit ihrer EP vom Sessel geblasen, und meinem Wunsch nach einer Full-Length-Scheibe sind die Jungs jetzt mit dem ersten Release nach Unterzeichnung des Plattenvertrags nachgekommen. In den Kohlekeller Studios hat sich die Band für sechs Wochen einquartiert, um ein Statement von einem Debüt abzuliefern, das zu begeistern weiß und Einiges für die Zukunft verspricht.

„A Hole In The Shell“ liegt musikalisch in der Schnittmenge zwischen DOWN, C.O.C. und ein bisschen KYUSS-Stoner-Rock. Das Niveau ist dabei so atemberaubend hoch, wie man von einer deutschen Band bei diesem doch eher amerikanisch geprägten Stil kaum zu erwarten vermag. Mit „Man Of No Account“ und „The Fool“ befinden sich auch zwei Songs der erwähnten EP auf dem Album, die bereits den Weg der Band aufzeigen. Die Songs sind heavy, groovig, klingen nach Sumpf und Staub, spontan, authentisch und emotional. Der Gitarrensound weckt Erinnerungen an die im tiefsten Süden der USA beheimateten Urväter dieses Klangbildes, die Riffs klingen herrlich naturbelassen und die Leads zaubern nebelwabernde Silhouetten ins triste Beton-Ungemach. Dazu der Gesang von Thorsten, der die gesamte Palette menschlicher Emfpindungen abdeckt und sich mit Inbrunst seiner Leidenschaft hingibt.

Die Facetten von BURDEN reichen aber natürlich noch sehr viel weiter: „Black Room“ ist ein doomiges, tonnenschweres Ungeheuer, während ein schnellerer Song wie „The Slag. The Drug. The Misery.“ tief im Meer des metallischen Giftwassers badet. Die Melodien sind anspruchsvoll und fräsen sich nicht sofort, eher nach und nach ins Gehirn, dafür letztenendes mit Langzeitwirkung. „Conflict“ ist eine melancholische, zutiefst berührende Nummer, und selbst der ganz am Ende als „Hidden-Track“ versteckte und unbetitelte Akustik-Wahnwitz, der „A Hole In The Shell“ zu einem nachhallenden Ende führt, ist zweifelsfrei als unabdingbarer Teil des Albums zu werten.

Freunde von ehrlicher Rockmusik, die frei von jeglichem kommerziellen Ansatz die trendgeleiteten Bands der Neuzeit in Frage stellt, müssen BURDEN antesten und in ihr Herz schließen. Die hier über den veblüfften Hörer ausgegossene Menge an Potenzial macht eine Prognose nicht schwer: BURDEN werden dabei helfen, unserer Musik ihre Authentizität zurückzuverleihen. Und wir sollten sie dabei unterstützen. Ich ziehe meinen Hut.

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08.10.2010

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1 Kommentar zu Burden - A Hole In The Shell

  1. Bluttaufe sagt:

    Neulich für 3 Taler bei Van Records mitbestellt und umso verwunderlicher war ich, dass BURDEN aus Deutschland stammen.
    Schön dreckiger Sound, irgendwo zwischen Stoner, Doom aber auch Rock mit fetter NOLA Attitüde. Dem rockigen Anteil sei verdankt, dass man nie das Gefühl hat Schlaftabletten genommen zu haben.
    Was ich etwas schade finde, dass sich die Songs kaum unterscheiden. Alle Songs haben ein konstant hohes Niveau, wirklich Tiefen gibt es nicht. Aber letztendlich fehlt der letzte Tritt in den Arsch.
    Wüstenfloh-Anhänger und NOLA Fetischisten sollten sich das Teil mal zu Gemüte führen.

    7/10