Catamenia - VIII - The Time Unchained

Review

In Finnland gelten die gleichen römischen Zahlen wie in der Bundesrepublik, entsprechend steht hier die VIII im Titel auch für die mittlerweile achte Neuauflage der Nordmänner. Die Recken um den einzig verbliebenen Mitbegründer Riku Hopeakoski sind erneut am Start, um die Welt von Skandinavien aus zu erobern. Neuer Versuch, neues Glück. Zunächst fällt das Cover auf. CATAMENIA hatten es in der Vergangenheit ja ziemlich mit den Wölfen. Gut, bei „Morning Crimson“ war zwischendurch auch eine Frau mit von der Partie, doch seit ich mich zurück erinnern kann stand der Wolf im Vordergrund. Und zwar in irgendwo heulend, knurrend, anpirschend, gefährlich blickend, oder sonst was in der schönen nordischen Flora und Fauna. Der Wolf, soviel wäre anzumerken, ist noch vorhanden auf diesem Cover, doch herunter stilisiert auf ein paar Striche, und mit etwas Fantasie könnte es sich hierbei auch um einen Tiger handeln. Freunde von Naturbildern, hier sind Abstriche hinzunehmen.

Von jedem bisher bekannten Cover strahlte eine gewisse Kälte aus, was durch die Musik im Allgemeinen auch unterstützt wurde. Kalt geht es auch hier zur Sache. Nach dem Opener „Dominion“, mit welchem der Fünfer gleich mächtig melodisch krachend loslegt, sind wir mit „Alive…Cold…Dead“ wieder beim Thema angelangt. Kalt, Winter, Eis, Schnee und jede Menge Wölfe überall. Selbstverständlich nicht sichtbar, aber deutlich zu spüren. Die bisher stets aufgefahrenen Keyboard-Klänge fehlen hier komplett (!), was das Album nicht daran hindert, Musik wieder zu geben, die eisgekühlt wohl am besten schmeckt. Spannend ist der Mix aus Black-, Death-, und melodischen Thrash-Metal. Von irgendwo kommt noch eine Portion Pagan dazu, möglicherweise etwas Folk und fertig ist das Wintersturm-Gemisch namens Nordic-Metal.
Als ich dann den Klängen weiterlausche, fällt auf, dass im Refrain des fünften Songs mit passend cleanen Vocals „The Time Unchained“ geträllert wird. Laut Beipackzettel, sollte das allerdings an dritter Stelle kommen. Moment, nochmal von vorne. Diese Promo fängt in diesem Fall nicht mit „Dominion“ an, sondern mit „Garden Of Thorns“. Wer genau hinhört, ist klar im Vorteil. Was wiederum bedeutet, dass nun akute Vorsicht geboten ist.

Beim dritten Song kann es sich aufgrund der finnischen Lyrics schlicht und ergreifend nur um „Tuhon Oma“ handeln, der dann „Dominion“ die Klinke in die Hand gibt. Hier driften die Finnen teilweise in den Death-Metal-Sektor ab, was der Sache keinen Abbruch tut. Aggressiv und tight gespielte Gitarren in Kombination mit leicht nachvollziehbaren und hervorragend eingesetzten Melodien, unter Zuhilfenahme von donnernden Drums lassen die Zunge beinahe von selbst schnalzen. Die Gesangsabteilung springt dann auch hier immer wieder von Growls, zu klarem Gesang und Gekreische, ohne dabei überladen oder gekünstelt zu wirken. Macht sich übrigens gut mit den nicht vorhandenen Keyboards, denn Melodie hat es ehrlich gesagt mehr als genug und wie bereits erwähnt, bauen die Nordländer eine Eisfront vor sich auf, gegen die anzukämpfen schlicht blödsinnig wäre. Dann erklingt der Titelsong „The Time Unchained“. Angefangen mit geilem Thrash-Gebolze, vollführen CATAMENIA einen Spagat mit den oben genannten Musikstilen. Was allerdings auffällt, ist dass sie sehr viel Wert auf klaren Gesang legen, auch in den kommenden Tracks. „Embody And Behold“ ist ein sehr gutes Beispiel hierfür, was mir persönlich nicht so sehr zusagt. Bei „Fallen“ beschreiten sie dann ganz neue Wege. Man könnte den Song wohl als Halb-Ballade bezeichnen, der ruhig und dunkel beginnt, sich nicht besonders steigert und dann gegen Ende beinahe schon locker rockt. Hört sich gut an, ist trotzdem seltsam.

Im letzten Viertel der CD mit „Uhrimalja“ nochmals ein in ihrer Muttersprache gehaltenes Stück.
Dass es sich dabei um eben dieses handelt und nicht um den finnischen Kracher von Platz drei, weiß ich nur, weil ich erstens genau hingehört habe und weil ich mittlerweile mitbekommen habe, dass auf der Promo-CD die Titel in der richtigen Reihenfolge drauf stehen. Der ultimativen Kälte wird dann mit „Road Of Bones“ der Weg geebnet. Hier sind auch die klaren Vocals völlig in den Hintergrund geschoben worden und CATAMENIA holzt was das Zeug hält.
Die letzten drei Tracks sind allesamt Cover-Versionen. Der erste lautet „From Out Of Nowhere“ von FAITH NO MORE. Etwas gewöhnungsbedürfig, aber dennoch reizvoll. Die anderen beiden sind Neubearbeitungen von APULANTA und SHITTER.
Abgesehen von den Cover-Songs, die auch nicht schlecht sind, reißen CATAMENIA in insgesamt zehn Songs mit Melodie und Donner aus der Nordwand richtig was vom Zaun. „VIII – The Time Unchained“ geht ab wie Schmidts Katze und zeigt die Marschrichtung der Finnen: Norden!

13.11.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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2 Kommentare zu Catamenia - VIII - The Time Unchained

  1. Anonymous sagt:

    Schönes Review zu einer schönen Scheibe! Mitlerweile eine meiner absoluten Lieblingsbands, was durch "The Time Unchained" nur noch verstärkt wird 😉

    8/10
  2. nordmadr sagt:

    Eine der besten Melodic Black Metal-CDs 2008. Keyboardfrei, fiese Gitarren, epische Chöre, treibende Drums und mächtige Melodien die sich ab dem ersten Hördurchlauf ins Ohr fressen. Einfach nur geil!
    Ohne Worte!

    10/10