Coffins / Depression - Split

Review

Wenn sich zwei Veteranen des primitiven Death Metal wie COFFINS und DEPRESSION zu einer Split-Veröffentlichung versammeln, sollten Genreliebhaber grundsätzlich immer aufhorchen. Bei dem vorliegenden Release ist dies nicht anders, denn sowohl die Japaner als auch die Lüdenscheider liefern genau das ab, was von ihnen erwartet wird: Kriechend, doomigen Death-Metal von COFFINS und locker aus der Hüfte geschunkelten Death-Grind von DEPRESSION.

COFFINS und DEPRESSION – Ganz die alte Schule?

Um es gleich vorwegzunehmen, wer Innovation oder nie Gehörtes sucht, ist hier absolut falsch, denn beide Bands sehen sich eher dem traditionellen Old-School-Geholze verpflichtet und vermeiden es pedantisch irgendetwas progressives in ihre Songs einfließen zu lassen. Das diese Herangehensweise aber auch wahnsinnig Spaß machen kann, beweisen auf ihre Weise, beide Bands auf dieser Split. COFFINS blicken mit ihrer mittlerweile 24-jährigen Bandhistorie auf über 30 Veröffentlichungen zurück und es ist absolut keine Niete dabei. Sie schaffen es immer noch, einen fies runtergestimmten aber wunderbar kriechend-groovenden Death-Metal-Panzer zu entfesseln, der alles unter sich zermalmt. Das GRAVE-Cover „Morbid Way To Die“ ist ein kleines Highlight der Platte und ein passender Abschluss der COFFINS-Darbietung.

Ganz ähnlich geht es auf der DEPRESSION Seite zu, nur das hier die Handbremse gelöst wurde und öfter mal grindig nach vorne geblastet wird. Handwerklich ist das alles, im Rahmen der Genregrenzen, gut gemacht, fällt aber im Vergleich zur COFFINS-Seite etwas zurück. Der Opener „The Neutron Hammer“ macht eigentlich alles richtig und ist insgesamt ein mehr als solides Stück Death-Grind, aber die an wenigen Stellen eingestreuten hohen Schreie wirken deplatziert und rauben dem Song die durchaus vorhandene Grimmigkeit. Wirklich Schade.

Was bleibt in der Summe?

Es ist ein Dilemma Split-Veröffentlichungen in ihrer Gänze zu bewerten, wenn ein Split-Partner auch nur leicht zurückfällt. Die COFFINS Seite ist wirklich gut und eine Pflichtveranstaltung für Genre-Fanatiker. Die DEPRESSION Seite ist dagegen grundsolider Standard mit leichten Schwächen. Ab diesem Punkt muss dann jeder selbst entscheiden, inwieweit dieses Release in die eigene Sammlung gehört. Wegen der Coffins Seite gebe ich 7 Punkte, der Depression Seite alleine hätte ich einen Punkt weniger gegeben.

15.01.2021

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1 Kommentar zu Coffins / Depression - Split

  1. Watutinki sagt:

    Oh man, die Produktion vom COFFINS Songmaterial ist wirklich arschgeil zum Niederknien!
    Fällt bei DEPRESSION etwas ab, vielleicht etwas zu dünn, aber wenn man sich reingehört hat, hat das auch seine Daseinberehtung.