Dawn Of Disease - Worship The Grave

Review

Galerie mit 8 Bildern: Dawn of Disease auf dem Ragnarök 2018

Die Zeiten für den guten alten melodischen Death Metal waren auch schon mal besser, viel zu oft schlugen einem da in den letzten Jahren Unarten wie übermäßig eingesetzter Klargesang oder gar Ausflüge gen Metalcore auf den Magen. Doch, und das ist die gute Nachricht, nun scheint es wieder aufwärts bzw. in die richtige Richtung zu gehen. Denn neben der neuen THIS ENDING erreicht uns mit „Worship The Grave“ nun schon die zweite hochkarätige Veröffentlichung innerhalb kurzer Zeit, prima! Dabei ist das Erfolgsrezept von DAWN OF DISEASE ebenso simpel wie genial: Das Mischverhältnis von Melodie und Härte muss ganz einfach passen.

Das „Death“ in „Melodic Death“ kommt auf „Worship The Grave“ nie zu kurz

Und genau da machen die seit insgesamt gut zehn Jahren aktiven Osnabrücker eigentlich alles richtig. Die Band sprüht nur so vor genialen Ideen, welche sich aber zum Glück nicht nur in fantastischen Melodien offenbaren, sondern sich auch immer wieder in herrlichem Geballer entladen. Oder anders ausgedrückt: Das „Death“ in Melodic Death kommt auf dieser Scheibe nie zu kurz. Dabei präsentiert man sich keinesfalls nur nach Schema F, sondern variiert die Songstrukturen sehr geschickt. Der eröffnende Titelsong und das darauf folgende „The Saviour’s Tomb“ (mit deutlichen CANNIBAL COPRSE-Anleihen) starten beispielweise eher im härteren Sektor, hier setzen sich die Melodien erst gegen Ende so richtig durch. „Ashes“ hingegen beginnt bereits sehr melodisch und zieht diese Linie auch ziemlich konsequent bis zum Ende durch. Die Parallelen zu GOD DETHRONED oder alten DARK TRANQUILLITY kann man gar nicht überhören. Außerdem fällt einem auf, dass die beiden Gitarristen Lukas und Oliver ihr Handwerk perfekt beherrschen, die Soli und Duelle sind ein wahrer Ohrenschmaus. Und da will sich natürlich auch Fronter Tomasz nicht lumpen lassen und serviert seine Growls (und eben nichts anderes) in 1a-Qualität. In „Prayer For The Dawn“ erinnern DAWN OF DISEASE sehr wohltuend an alte Glanztaten von IN FLAMES oder DAWN OF DREAMS. Weiter, immer weiter, bitte mehr davon … kein Problem, gerne.

DAWN OF DISEASE schweben ohne Füller oder gar Ausfälle über die Ziellinie!

Auf ihrer vierten Platte gelingt es den Niedersachsen tatsächlich, ohne Füller oder gar Ausfälle triumphierend über die Ziellinie zu schweben. Denn auch „On Trails Of Death“ und „Cult Of The Fading Light“ halten spielerisch das verdammt hohe Niveau. Und nicht nur das, gerade letztgenannter Song entpuppt sich nach mehreren Durchläufen als formidable Hymne. (Da fällt mir gerade ein: Mr. Tägtgren, wann kommt denn endlich die neue HYPOCRISY?) DAWN OF DREAMS beherzigen hier eine weitere goldene Regel: Guter Melodic Death braucht ganz einfach mehr als nur eine bis zwei gute Melodien pro Song. Begriffen und bestens umgesetzt. In „Through Nameless Ages“ erscheint dann noch ein weiterer Großmeister melodischer Härte auf der Bildfläche, denn dieses Solo hätte auch Michael Amott nicht besser auf CD zaubern können. Ein weiterer großer Pluspunkt von „Worship The Grave“ ist auf alle Fälle, dass man zu keinem Zeitpunkt zu schwedisch tönt. Auch wenn natürlich immer wieder Anleihen vom klassischen Göteborg-Sound mit verwurstet werden, nachzuhören z. B. in „Enwrapped In Guts“. Doch zum Glück regiert oft genug das gute alte Motto „Knüppel raus, es ist Sommer!“ (Naja, zumindest sollte dieser ja nun bald mal so richtig um die Ecke kommen.) Zum Grande Finale packen die Jungs dann nochmal eine schleppende Hymne aus, die KATAKLYSM schon seit Jahren vergeblich versuchen, wieder mal auf die Reihe zu bekommen. „The Sky Is Empty“ ist der perfekte Rausschmeißer für eine einfach nur bockstarke Scheibe, alle Daumen hoch!

DAWN OF DISEASE gelingt es mit „Worship The Grave“ auf meisterhafte Art und Weise, all jene Melodic-Death-Fans wieder ins Boot zu holen, die den Kahn schon vor Jahren enttäuscht verlassen hatten. Genau das kommt dabei heraus, wenn man beim melodischen Todesblei mal Klargesang, Keyboard-Gedudel und Weichspüler weg lässt. Saustark gemacht, meine Herren!

05.07.2016

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