Dawn Of Winter - Pray For Doom

Review

DAWN OF WINTER sind eine der dienstältesten Doom-Metal-Bands aus deutschen Landen. Doch obwohl es die Band schon seit über 25 Jahren gibt, ist „Pray For Doom“ erst der dritte Langspieler in der Diskographie der vier Herren aus Südwestdeutschland.

Gut, zwei von ihnen haben zwischendurch mit ihren anderen Projekten auch noch genügend andere Dinge zu tun gehabt. Gitarrist Jörg M. Knittel pumpt mit MY DARKEST HATE kompromisslosen Death Metal unters Volk und war mehrere Jahre bei der wandernden Stahlschmiede SACRED STEEL beschäftigt, Sänger Gerrit P. Mutz steht dort immer noch am Mikro und hält sich die Stimmbänder ansonsten noch bei ANGEL OF DOMINATION und BATTLEROAR warm.

DAWN OF WINTER sind wieder da!

Dennoch sind zehn Jahre eine ganz schön lange Zeit. 2008 erschien das letzte Album „The Peaceful Dead„, im Jahr 2012 die EP „The Skull Of The Sorcerer„. Das vorweg: An jene beiden Releases können DAWN OF WINTER mit „Pray For Doom“ qualitativ leider nicht anschließen. Zugegebenermaßen wäre dies auch ziemlich schwer, denn die Messlatte liegt trotz all der Jahre immer noch sehr hoch.

„Pray Für Doom“ macht es sich dabei auch selbst nicht leicht. Mit „A Dream Within A Dream“ und „The Thirteenth Of November“ eröffnen zwei – man muss es leider so direkt sagen – äußerst dröge Nummern das Album. Selbst für Doom-Verhältnisse passiert hier einfach zu wenig. Lediglich der Gesang reißt stellenweise mit, Gitarrensoli wirbeln ein bisschen Staub auf. Auch die stampfende Nummer „Woodstock Child“ kann nicht so richtig packen, geht aber mehr in die richtige Richtung.

Zum Glück nehmen DAWN OF WINTER danach etwas Fahrt auf. Zunächst war zu befürchten, dass die Band ähnlich unbefriedigend scheitert wie vor einigen Monaten die Allstar-Gruppe THE SKULL: Gute und erfahrene Musiker, denen aber irgendwie kein guter Song gelingen will. Diese Angst bestätigt sich zum Glück nicht. Mit „The Sweet Taste Of Ruin“ und dem Titelsong „Pray For Doom“ folgen zwei wunderbare Doom-Hymnen, mit „The Orchestra Bizarre“ ein manischer Rocker und mit „Paralyzed By Sleep“ eine weitere klassische Nummer, die schließlich auch das persönliche Highlight des Autors dieser Zeilen darstellt. Das bedächtige „Father Winter“ rundet das Album schließlich mit einem leidend klingenden Solo perfekt ab.

„Pray For Doom“ – Zwiespältig aber gut

Unterm Strich hinterlässt „Pray For Doom“ einen zwiespältigen Eindruck. Die ersten drei Tracks fallen regelmäßig der Skip-Taste zum Opfer, andere Songs möchte man immer wieder und wieder hören. Dennoch können Fans klassischen Doom Metals bedenkenlos zugreifen. Bands hüben wie drüben, wie LORD VIGO oder PALLBEARER haben in den letzten Jahren zwar gezeigt, was man aus dem Zeitlupen-Sound noch alles rausholen kann, DAWN OF WINTER dürften aber vor allem Traditionalisten zufriedenstellen. Dazu trägt auch der trockene sowie bodenständige Sound seinen Teil bei.

02.12.2018

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