Demonic Slaughter - Dark Essence EP

Review

Wenige Bands schaffen es heutzutage noch, gleichzeitig ungeheuer produktiv und trotzdem qualitativ immer auf der Höhe zu sein. Auf Anhieb fallen mir da Künstlerkollektive wie die Zeitgeister aus Bonn oder Ulver im Avantgarde-Bereich ein, der Death Metal-Prinz Rogga Johansson oder die polnische Clique um MGLA, wenn es um eigenständigen Black Metal geht. Allgemein scheinen die Zeiten, wo man – ohne arbeitslos zu sein – nur Musik im Kopf haben konnte, aber vorbei zu sein.

Und jetzt DEMONIC SLAUGHTER, die auch aus Polen kommen und seit ihrer Gründung 2006 zwei EPs, drei Alben und mit „Dark Essence“ schon gleich die nächste halbstündige EP auf den Markt geballert haben. Scheinbar steht uns die Renaissance der musikalischen Tages-Alleinherrschaft bevor, was gerade angesichts schrecklich wütender Facebook-Sucht gar keine so schlechte Sache sein mag.
Auch stilistisch sind DEMONIC SLAUGHTER deutlich rückwärts orientiert. Großes Vorbild des Trios sind unverkennbar alte DARKTHRONE zu Zeiten von „Goatlord“, was sich neben dem dauerhaften Überschreiten der Grenze zwischen Black und Death Metal auch in der selbstgebauten, aber anständigen Produktion niederschlägt. Gelegentlich blitzen aber auch vorsichtige Disharmonien aus dem Dunkel, bei denen man vielleicht an VED BUENS ENDE oder alte CELTIC FROST denken mag („Descending Towards Oblivion“), oder ruppige Geschwindigkeitsrekordversuche, die auf Vorbilder wie 1349 schielen („Into The Unknown“).

Letztlich ist „Dark Essence“ aber lange nicht das, was der prätentiöse Titel verheißt, sondern ein ziemlich unausgegorener Schnellschuss zwischen zwei Alben. Übrigens sind von den 29 Minuten, die die EP umfasst, nur etwa 20 Minuten tatsächlich Songmaterial, der Rest sind Intro, Outro und ausgedehnte Interlude-Spielerei. Qualitativ rangiert das ob des unverkennbaren Talents der Band, Black Metal einigermaßen stimmig und ohne Ausfälle zu spielen, immer noch im Bereich des Mittelmaßes. Ich würde DEMONIC SLAUGHTER trotzdem nahelegen, sich ein bisschen mehr Zeit zu lassen und dafür nur die besten Ideen auch wirklich auf die Menschheit loszulassen. Das Gegenteil machen schon zuviele.

24.03.2012

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