DeWolff - Live & Outta Sight II

Review

Mit dem Album „Live & Outta Sight 2“ legen uns die drei Niederländer von DEWOLFF bereits ihr zweites Live-Album vor. Der erste Teil erschien 2015 und umfasste Live-Aufnahmen der ersten sechs Veröffentlichungen. Nur zwei Studioalben weiter, und nach einem Labelwechsel, folgt direkt die nächste Livescheibe, wahlweise als CD, LP oder digital erhältlich.

Die Songauswahl – Überschneidungen oder Abwechslung?

Um Überschneidungen mit der ersten Platte zu vermeiden, konzentriert sich das bei verschiedenen Konzerten aufgenommene Material auf „Roux-Ga-Roux“ (2016) und „Thrust“ (2018). Als Zugabe gibt es den Klassiker „Medicine“ von „Strange Fruits and Undiscovered Plants“, der auch bereits auf dem ersten Livealbum zu finden ist und die Single „Share The Ride“. „Share The Ride“ wurde 2018 zuerst auf Spotify veröffentlicht und erst nach der ausgiebigen Europa-Tour mit über 100 Konzerten in 13 Ländern als Single auf LP veröffentlicht.

DEWOLFF: von psychedelischen Rockern bis zum Sound der Eagles

Die Qualitäten des Trios sind bekannt und nicht von der Hand zu weisen. Alle drei Instrumentalisten sind Meister ihres Faches, die Drums präzise, die Hammond-Orgel mal unterstützend soundmalerisch, mal virtuos in die Höhen getrieben und das Gitarrenspiel von Pablo – dem Bruder des Schlagzeugers – ein Traum für jeden klassischen Hardrockfan. Der Gesang ist auch in den hohen Tönen treffsicher, mal träumerisch und mal voller Energie. Das Songmaterial ist gut und obwohl man nur aus zwei Platten schöpfen konnte bzw. wollte ist die Zusammenstellung gelungen und abwechslungsreich.

Von psychedelischen Rockern (das großartige „Tombstone Child“) bis hin zu dem an den Sound der EAGLES erinnerndes „Outta Step & Ill At Ease“ ist eine breite Stilistik zu erkennen. Die Soundqualität ist brilliant und transparent, nur hier und da geht die Gitarre dann doch in zu vielen Modelling-Effekten unter. Die Reaktionen des Publikums sind dezent eingefangen und untermalen das Gesamtbild, ohne zu stören. Der live fehlende Bass bringt keinerlei Abstriche im Gesamtsound mit sich. Sorry, liebe Bassisten.

Braucht die Welt überhaupt Live-Alben?

Aber kommen wir nach den positiven und lobenden Worten zu der eigentlichen Krux der Geschichte. Brauchen wir wirklich nach nur zwei Veröffentlichungen bereits ein weiteres Live-Album von DEWOLFF? Natürlich kann man die Frage auch gleich im größeren Rahmen stellen: Braucht man überhaupt Live-Alben? Wenige Bands reißen auf Livealben zu Hause im gemütlichen Sessel ähnlich mit wie in der Halle und häufig sind die Live-Versionen dann doch nicht so ausgefeilt wie auf den Studioalben.

Gerade bei den über 10 Minuten langen Tracks „Deceit & Woo“ und „Tired Of Loving You“ verliert sich die Band dann in ausgedehnten und langen Soli, teilweise hat das Ganze auch einen leichten Jam-Charakter. Das ist live sicher beeindruckend und faszinierend, insbesondere wenn man den Musikern auf die Finger schauen kann und ihnen die Spielfreude ins Gesicht geschrieben ist. Auf Platte ermüdet dies allerdings schnell und der Finger zuckt dann in Richtung Skip-Funktion. Persönlich würde ich hier immer die Studioalben vorziehen.

Stark aber leider entbehrlich – „Live & Outta Sight II“

Das Fazit kann damit nur ambivalent ausfallen. Grundsätzlich ist „Live & Outta Sight II“ ein starkes Album mit tollem Sound und grandioser Musik, aber dennoch nur etwas für Die-Hard-Fans der Band. Wer die letzten beiden Alben sein Eigen nennt und kein besonderer Liebhaber von Live-Alben ist, kann auf diese Veröffentlichung durchaus verzichten und Neueinsteigern sind die Studioveröffentlichungen zu empfehlen.

Review von Markus Hollenhorst

29.06.2019

Stellv. Chefredakteur

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