DeWolff - Tascam Tapes

Review

DEWOLFF sind eine Band, die rastlos aber gut gelaunt auf den Straßen der Welt unterwegs ist. Wenn der Van das zweite Zuhause einer Band ist, liegt es nahe, dass darin auch viele der musikalischen Ideen entstehen. Dass aber auf Tour und teilweise sogar im Van das ganze Album aufgenommen wird, ist dann doch eher ungewöhnlich. Doch genau so ist es im Falle von „Tascam Tapes“ geschehen.

Diesen Umstand stellen die Psychedelic-/Retro-Rocker in den Vordergrund der neuen Platte. Nicht umsonst steht auf dem Cover des Albums: „It was recorded on the road for less than 50$, but it sounds like a million bucks!“ Die meisten der zwölf Songs wurden auf der Rückbank geprobt und entweder direkt dort oder im Hotelzimmer aufgenommen. Manchmal wurde auch der Straßenrand zum Studio. Das Ergebnis tönt zwar authentisch aus den Boxen, aber, Hand aufs Herz, wie ein Millionengewinn klingt „Tascam Tapes“ dann doch nicht.

„Tascam Tapes“ – aufgenommen im Van der Band

Tatsächlich ist die Produktion gut gelungen, auch wenn das programmierte Schlagzeug überhaupt keinen Druck hat. Das Problem ist eher der improvisierte Charakter der Songs. Dieser verleiht dem Album einen gewissen Charme und versprüht zudem eine dichte Aura der Entspannung. Die Atmosphäre stimmt also und lässt die Zuhörenden in eine entrückte Retro-Welt eintauchen, der zwar der Geist der 70er innewohnt, die aber ohne moderne Sounds unvorstellbar scheint. DEWOLFF klingen also eher nach THE BLACK CROWES als nach CREAM, erinnern dank der Stimme des Sängers vereinzelt auch an bluesige GUNS ‚N ROSES-Nummern.

Das Problem ist eher die Belanglosigkeit, die diese Zwanglosigkeit mit sich bringt. Songs wie „Blood Meridian I“ und „Blood Merdian II“ sind angenehme Ausnahmen und geben den „Tascam Tapes“ eine musikalische Klammer. Der Rest verliert sich größtenteils in unausgegorenen Experimenten, deplatzierten Zwischenspielen und kurzen Nummern ohne Pfiff. Die Kreativität haben sich DEWOLFF also bewahrt, doch die jugendliche Energie, welche die Niederländer zum Beispiel noch auf „Grand Southern Electric“ demonstrierten, scheint aufgebraucht zu sein, wenngleich die musikalische Klasse weiterhin gehalten wird.

Mehr Zwischenspiel als nächstes Kapitel

Insgesamt wirken die zwölf Nummern in 32 Minuten eher wie ein kleines Zwischenspiel. Eine gut gemeinte Demonstration, was aufnahmetechnisch alles möglich ist und in welcher kreativen Stimmung DEWOLFF auf der Tour waren, weniger wie ein vollwertiges Album. Fans der Band können sich den kleinen Trip bedenkenlos zugeben. Für den Einstieg ins Schaffen der Band oder gar ins Genre, ist „Tascam“ Tapes trotz aller guten Eigenschaften letztlich zu zerfasert, trotz aller Entspannung – man muss es leider sagen – zu eindruckslos.

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03.01.2020

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