Diamond Head - Lightning To the Nations 2020

Review

Galerie mit 11 Bildern: Diamond Head - Hell Over Hammaburg 2018

DIAMOND HEAD sind eine Legende, keine Frage. Aufgrund zweierlei Fakten. Zunächst stehen da zwei superbe Alben im Raum und dann hat sich eine Band, die ihre Einflüsse hauptsächlich aus der NWoBHM gezogen hat, ebenfalls ihrer Musik angenommen. METALLICA haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass die Jungs um Lead-Gitarrist Brian Tatler ein großer Einfluss für die Mega-Stars waren und sind. Die Hälfte des Debüts von einer der führenden Bands der ersten Welle wurde von METALLICA schon in irgendeiner Form veröffentlicht. „Lightning To The Nations 2020“ wird keinen wesentlichen Einfluss mehr auf die Amerikaner nehmen, ganz anders als die Originalversion.

Keine üppige Diskographie

Obwohl sie als Legende gelten, haben DIAMOND HEAD bei weitem nicht so einen üppigen Diskographiekatalog wie man annehmen sollte. Lediglich zwei Alben haben Kultstatus, „Borrowed Time“ und eben die Originalversion der hier vorliegenden Neueinspielung des Debüt, passenderweise „Lightning To the Nations 2020“ genannt. DIAMOND HEAD haben das ganze Album erneut eingespielt und mit einem zeitgemäßen Sound versehen. Das kommt nicht nur den Hörgewohnheiten potentieller neuer Fans zugute, sondern lässt die Songs deutlich härter erklingen. Wie bereits erwähnt haben sich METALLICA bereits Songs wie „Helpless“, „I’m Electric“, „Am I Evil?“ und „The Prince“. Wenn man das Anfangsriff von „Sucking My Love“ noch hinzunimmt, dass METALLICA einfach schneller spielen und es zu „Seek & Destroy“ werden lassen, ist das mehr als die Hälfte des ursprünglichen Materials von „Ligthning To The Nations“. Ist das alleine schon ein Qualitätsmerkmal? Sicher, aber auch die anderen beiden Songs des DIAMON HEAD Debüts können überzeugen. Allen voran natürlich das titelgebende „Lightning To The Nations“, das auch im modernen Soundgewand ein wunderbar typischer NWoBHM-Song ist, melodisch mit starkem Hard-Rock Einschlag. Ganz so, wie früher viele Bands den jungen Heavy Metal gespielt haben.

Eine Handvoll Bonusmaterial

Jetzt geht es aber an die Bonustracks von denen „Lightning To The Nations 2020“ eine Menge hat. Ganze vier Neueinspielungen bekannter Songs gibt es zu hören. Neben JUDAS PRIESTs „Sinner“ oder LED ZEPPELINs „Immigrant Song“ (gähn) tun es die Briten METALLICA gleich und covern ihrerseits „No Remorse“, das sich in dieser Version cool anhört, meiner Meinung nach und sogar perfekt zum Material der ursprünglichen Scheibe passt. Hier schließt sich also ein Kreis. Hätte ich nicht erwartet, muss ich sagen. Hinzu kommt noch ein Cover von „Rat Bat Blue“, das im Kontext QUEEN wohl nicht allzu oft genannt wird. Irgendwie wünscht man sich bei Coverversionen immer, dass die nachspielende Band sich öfter eher unbekannte Nummer aussucht. Wie dem auch sei. Es wäre Jammern auf hohem Niveau.

Gelungene Neueinspielung

Unter dem Strich bleibt eine Neueinspielung eines wahren NWoBHM-Klassikers, dessen Songmaterial locker den Sprung ins die Neuzeit geschafft hat, auch dank der besseren Produktion. Dieses Album sollte man in beiden Versionen im Schrank stehen haben, keine Frage.

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19.12.2020

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