(Echo) - Witnesses

Review

Zermürbende Umstände (wie so viele in den letzten Jahren) sind für Kreativschaffende gleichwohl eine unerschöpfliche Inspirationsquelle, besonders für Doom-Metal-Bands. Die Italiener (ECHO) können davon buchstäblich ein Lied singen und haben sich ihren Pandemie-Frust kurzerhand von der Seele geschrieben. Das Ergebnis trägt den Namen „Witnesses“ und lässt seine Hörerschaft an einer befreienden musikalischen Therapiesitzung teilhaben.

„Witnesses“ setzt auf große Namen

(ECHO) haben sich einer moderneren, aber nicht weniger emotionsgeladenen Spielart des Doom-Genres mit deutlicher Sludge-/Post-Rock-Schlagseite verschrieben und folgen auf „Witnesses“ eben diesem Pfad. Erneut trifft unterkühlte Langsamkeit auf energischen Aggressionsabbau und leidvolle Melodik.

Es ist bereits ihr vierter Longplayer und dennoch haben die Brescianer international noch nicht für allzu viel Furore gesorgt. Allerdings ausreichend, um innerhalb der Doom-Familie wertvolle Bande zu knüpfen. Dieses Ass spielen sie jetzt voll aus. ESOTERICs Greg Chandler zeichnet einmal mehr für das Mastering verantwortlich. Und während dieser Bund bereits länger als eine Dekade besteht, konnten (ECHO) für ihr jüngstes „Baby“ weitere namhafte Paten gewinnen.

Ladies first! Auf den Tracks „My Covenant“ und „Chemical“ ist Heike Langhans (REMINA, LIGHT FIELD REVERIE) zu hören. Die ehemalige DRACONIAN-Sängerin verleiht den beiden Stücken mit ihrer unaufdringlich-warmen Stimme eine sehr besänftigende Note, insbesondere im Kontrast zu den harschen Vocals von Fabio Urietti.

Mit OCTOBER-TIDE-Fronter Alexander Högbom verewigt sich eine weitere illustre Szenestimme auf dem Album. Er und Urietti sind sozusagen „Brüder in Stimme“, ähneln sie sich doch stark in ihrem „Kraftausdruck“. „Laudanum“ ist dabei alles andere als einschläfernd und besticht mit einer sehr prägnanten Lead-Melodie.

Das Können von Gastmusiker Nummer drei liegt hingegen mehr in dessen Händen als in seinen Stimmbändern. Kein Geringerer als EVOKEN-Keyboarder Don Zaros hat für „Fate Takes Its Course“, „Wanderer“, „Monochrome“ und „Chemical“ Atmosphäre-erweiternd in die Tasten gehauen.

(ECHO) müssen sich nicht verstecken

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Keine Frage – Gastbeiträge bekannter Künstler bereichern das eigene Werk. Auf der anderen Seite erzeugt dies einen faden Beigeschmack. Eine Scheibe sollte auch ohne jegliche Form von Namedropping überzeugen. Und das Potenzial haben (ECHO), denn die Italiener wissen, wie sie ihren angestauten Unmut wirkungsvoll in Musik übersetzen.

Zwar haben nicht alle Tracks auf „Witnesses“ das Zeug zum Dauerbrenner, aber es gibt viele stimmungsvolle Momente. Zwei Highlights kommen ganz zum Schluss. Sowohl „Chemical“ als auch „Saturated“ heimsen hinsichtlich Atmosphäre und Emotionalität noch einmal versöhnliche Pluspunkte ein. Geht doch!

20.11.2022

Der metal.de Serviervorschlag

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