Eisregen - Leichenlager

Review

Galerie mit 21 Bildern: Eisregen - Wolfsfest 2018 in Mannheim

Ob man sich heutzutage noch dazu verpflichtet fühlen muß, als möglichst sick und provokant anerkannt zu werden, ist sicherlich fragwürdig. Eisregen gehen dennoch diesen Weg und zeigen uns gleich beim Cover, das man hier leise und sensible Töne wohl gleich vergessen kann. Die Darstellung der Leichen, wenn auch gestellt, dürfte sicher vielen nicht sonderlich gut gefallen, selbst bei mir schleicht sich die Frage nach dem Sinn eines solchen Covers ein. Die Freunde der derben Unterhaltung wird es nicht stören und die wird auch das textliche Material freuen, das durchzogen ist mit Gore und Geschichten über Gewalttäter. Es ist durchaus aber der schwarze Humor erkennbar, der die ganze Sache noch in einem erträglichen Rahmen hält und mit „Heer der Ratten“ hat man sogar noch einen richtig guten Anti-Faschisten Songs abgeliefert. Musikalisch ist man offener geworden, der Black Metal wurde wiederum zurückgeschraubt, dafür gibt es nun einige Elektro Versatzstücke und sogar einen kleine Reggaepart zu hören. Die Geige steht mehr im Vordergrund, was nach dem Erfolg von „Scharlachrotem Kleid“ zu erwarten war. Leider sucht man einen solchen Kracher vergebens auf Leichenlager, nichtsdestotrotz ist dies das bisher ausgereifteste Werk der Thüringer, wenn auch der Sound etwas schwach in meinen Augen und Ohren ist. Man hat so langsam seinen eigene Stil gefunden, der sich nicht mit anderen vergleichen läßt und sogar das Wort „innovativ“ läßt sich hier anwenden. Wer einen stabilen Magen hat und auf der Suche nach neuen Dimensionen in Sachen kranker Texte ist, wird sich bei dieser CD wohl fühlen, aber auch Freunde harter, eigenständiger Musik sollten sich durchaus mal mit Eisregen beschäftigen.

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27.02.2000

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5 Kommentare zu Eisregen - Leichenlager

  1. Juguhl sagt:

    "Ein wirklich schönes Schauspiel", das ist dieses neue Werk der Extremen aus Thüringen. Wie immer Splattertexte, neuerdings auch etwas hintergründiger, sauber eingesetzte Geige im Kontrast zum krassen Metal (ob nun Black oder Death, ist glaub ich nicht so wichtig, da Eisregen eh‘ nicht vergleichbar sind…), eingängige Riffs, dieses Erfolgsrezept hat Eisregen auf neue Höhen geführt. Dies ist meine Meinung zum dritten Langwerk der Fünf. Um nun an Asmodeus anzuschliessen. Erstens hat die Scheibe 13 Titel, zwei davon sind Bonus, aber bleiben immer noch elf reguläre und nicht 7 wie Asmodeus schreibt. (aber das ist nur Makulatur). Um zum Punkt zu kommen: Eisregen, im speziellen der Sänger und Texter M. Roth hat eine sehr lange Vergangenheit im Horror- und Splattersektor. Herr Roth hat einige veröffentlichte Geschichten auf dem "Kerbholz", die im übrigen vor bzw. zur Anfangszeit von Eisregen datieren. Von daher ist es nicht nur "Mache", krasse Texte zu schreiben, wie Asmodeus andeutet. Es ist halt Roth’s Hobby, wenn man so will, solche Texte zu schreiben, wie er selbst sagt teils auch zu Katharsiszwecken. Zum Thema Cover bleibt nicht viel zu sagen, nur stellt sich mir die Frage, warum ihr als Rezessenten bei Covern, die satanische Zeichen etc. zeigen, nicht ebenso kritische Worte findet. Wohl deshalb weil sie (meistens) nur Interesse wecken wollen, und nicht als Beispiel dienen sollen. Wer kann sich (ausser für Bandfotos) schon kunstblutbeschmiert, waffenbewehrt und mit umgedrehten Kreuzen verziert vor einer Kirche ablichten lassen? Und wer kann sich schon vier Leichen in den Vorgarten legen? Wohl auch hier nur ein Mittel, um Interesse zu wecken. Um zurück zum direkten künstlerischen zu finden: Asmodeus vermisst einen Hammer wie "Scharlachrotes Kleid". Vielleicht hat er ja "Zeit zum Spielen" überhört. Ein Lied, das Parallelen zum "Kleid" zieht. Ein "Liebeslied" (wenn auch ein seltsames und nicht massentaugliches), ruhige Melodien, der textliche Hammer kommt erst später… Auch hat "Zeit zu spielen" einen ganz ureigenen Charakter, wie (fast) alle Stücke der Band. Aber an Eisregen scheiden sich die Geister, die einen mögens, die andern nicht, vor allem wegen des ureigenen Charakters, der nicht alle anspricht, den Rest dafür hundertprozentig. Als Fazit sei gesagt, das der Eisregen-Maniac unbehört zuschlagen kann, wer Interesse durch diesen Text gefunden hat, dem sei die vorherige Veröffentlichung "Fleischfestivel" empfohlen. Auf dieser MCD sind zwei Stücke des "Leichenlagers", eben jenes "Zeit zu spielen" und "Des Heilands Haut", ein härterer Remix des "Kleids", sowie Neuaufnahmen zweier seltener bis rarer älterer Stücke enthalten, die zeigen, das Eisregen ihren Stil konsequent durchzuziehen vermögen.

    10/10
  2. Masa sagt:

    Ave ! Auch für die "Leichenlager" möchte ich eine unbedingte Kaufempfelung aussprechen. Zwar muss man sich zugegebener Maßen erst an den "neuen", ruhigeren und melodiöseren Stil gewöhnen -sucht man Kracher wie "Vorabend zur Schlacht", "Nachgeburt" und "Krebskolonie" von der Vorgängerscheibe doch vergebens- hat man diesen ersten Schock jedoch überwunden, stellt man fest, dass Eisregen reifer geworden sind. Und auch wenn das eine, das andere nicht unbedingt einschließt, so muss ich doch sagen dass, sie noch ein Stück genialer geworden sind. Besondere Leckerbissen : "Salz der Erde", "Die Seele der Totgeburt" und "Nur Dein Fleisch" -obwohl letzterer mir Rätsel aufgibt, habe ich doch in einem Interview mit M. Roth gelesen, dass er nie einen Text über Kindesmisshandlung schreiben würde…oder habe ich da was gänzlich falsches Hineininterpretiert ?!?- Persönlich nicht ansprechend finde ich "Herr der Ratten" und das ganz bestimmt nicht aus politischen erwägungen heraus, sondern weil ich findem, daß derartiges einfach nicht in den Black/Death-Metal -Bereich gehört. Alles in allem aber doch die reifste und villeicht auch genialste Scheibe der Thüringer

    7/10
  3. DRAC sagt:

    EINFACH GEIL DIE CD

    5/10
  4. Anonymous sagt:

    abgesehen von "…und sie blutete…" und "schwarze rose", leider ein totalausfall.

    3/10
  5. tru(h)e sagt:

    Leider ein Totalausfall? Wohl eher… Wie immer.