Eizbrand - Verbrennungen III. Grades

Review

EIZBRAND haben 2019 quasi aus dem Nichts mit ihrem Debütalbum „Feuertaufe“ eine Punktlandung hingelegt. Dort präsentierten sie uns gut gespielten, leicht ins Ohr gehen und angepunkten Deutschrock, der trotz 16 Songs kaum Längen aufwies. Zwei Jahre später folgte dann „Pyromanie“, das zwar nicht ganz die Stärke des Erstlings hatte, aber dennoch besser als drei Viertel der Veröffentlichungen in dem Genre war. Nun folgt der dritte Streich, erneut mit feurigem Bezug im Albumtitel. Die Kempener scheinen ihre Wortspiele zu mögen.

EIZBRAND zünden die nächste Bombe

„Verbrennungen III. Grades“ startet nach dem obligatorischen Intro mit dem Titelsong, der die für das Genre übliche Bandbeweihräucherung zelebriert und die klare Aussage „wir haben noch lange nicht genug“ ein weiteres Mal zur Sprache bringt. Der Refrain könnte etwas mehr Power vertragen, aber ansonsten macht sich das Stück als Opener solide. Die darauf folgenden Songs präsentieren EIZBRAND von einer bisher noch nicht in dieser Form gekannten Alternative-Rock-Seite, wobei gerade „Ehrlich währt am längsten“ mit seiner Mischung aus angepisster Strophe und stark-ohrwurmigem Refrain spannend, wenn auch gewöhnungsbedürftig ist.

Gegen Mitte des Albums treten die altbekannten Trademarks der Band dann wieder stärker zu Tage. Mit „Dieses schöne Land“ gibt es bissige Satire auf bestimmte Lebenswelten und Denkweisen diverser Menschen und mit „Irgendwo auf dieser Welt“ wird die geläufige Phrase „Kein Bier vor vier“ auf amüsante Weise inklusive kleiner Reminiszenz an EIZBRANDs Partyhit „Konfetti“ aufgegriffen. Mit „Sommerregen“ gibt es eine zwar recht poppige, aber auch schöne und wenig kitschige Halbballade auf die Ohren.

Mit „Wir bleiben“ folgt die obligatorische Politik-Schelte und „Egal wohin“ übt seinen Reiz darin aus, zwar oberflächlich nur der nächste Fußballsong zu sein, aber durch das Fehlen der Nennung eines bestimmten Vereins für Fans des Ballsports egal welcher Couleur funktionieren kann. „#ohneeuchkeinwir“ beendet das Album mit einem dicken Dankeschön an die Fans der Band, die vergangenes Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum gefeiert hat.

„Verbrennungen III. Grades“ – Gut warm, nicht glühend heiß

Auch wenn „Verbrennungen III. Grades“ genau so wie sein Vorgänger das übermächtige Debütalbum nicht toppen kann, so haben EIZBRAND hier vierzehn Songs kompiliert, deren große Stärke insbesondere in den eingängigen Refrains liegt, die wie zum Mitsingen während Liveshows gemacht sind. Etwas vermisst werden auf dem Album die angepissten Hochgeschwindigkeitssongs wie „Veränder ihr Gesicht“ oder „Gott ist schwarz“, in Sachen Emotionalität bleibt auch „Hast du heute schon“ weiter ungeschlagen. Trotzdem: Fans der Band und Fans des Genres, die sich auch ein bisschen in Richtung Alternative und Indie öffnen können, machen hier nichts verkehrt.

Unabhängig von der Album-Review verdient die Band für ihr im vergangenen Jahr initiiertes Projekt „#hastduheuteschon“ größten Respekt, mit welchem sie eine Anlaufstelle für Problematiken aber auch schöne Erlebnisse aller Art bietet. Das ist wirklich einzigartig und absolut erwähnenswert.

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16.02.2024

Redakteur für alle Genres, außer Grindcore, und zuständig für das Premieren-Ressort.

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