Eskhaton - Worship Death

Review

Hin und wieder stelle ich mir ernsthaft die Frage, wie die von mir bevorzugten extrem(er)en Metal-Spielarten auf Personen wirken, die mit Metal nur wenig oder rein gar nichts am Hut haben. Sicher, Schilderungen aus Familien- und Freundeskreis führen mir immer wieder vor Augen, wie schwierig es für Außenstehende sein muss, den Reiz einer Black-Metal-Platte auch nur zu erahnen – doch ist es völlig unmöglich, eine solche mit „unbefleckten Ohren“ zu hören und auf diese Weise die akustische Wirkung nachzuempfinden.

Wieso erzähle ich das? Die Australier von ESKHATON sind meines Erachtens mit ihrem Zweitling „Worship Death“ verdammt nah dran, mir den oben beschriebenen Eindruck zu verschaffen. Ja, ich denke, so muss Extrem Metal auf unvorbereitete Hörer wirken: Unübersichtlich, zuweilen vollkommen strukturlos, monoton in Instrumentierung und Geschrei. Genau deshalb bin ich mir auch gar nicht so sicher, ob die elf Songs auf „Worship Death“ wirklich so mies sind wie ich sie empfinde. Ein wichtiges Indiz dafür, dass ich mit dieser Empfindung richtig liege, ist jedoch, dass ESKHATON im Vergleich zu anderen Bands aus dem Black/Death-Prügelsektor gar nicht so extrem sind – obiger Eindruck entsteht eher durch den matschigen Sound, die nichtssagenden und undynamischen Gitarrenmotive, das im immer gleichen Tempo „knüppelnde“ Schlagzeug (die Anführungszeichen sind auf den bereits erwähnten Sound zurückzuführen) – welches nicht einmal anständige Blastbeats serviert – und die tatsächlich monotonen Vocals, die sich damit der fehlenden „Dramaturgie“ der instrumentalen Basis hervorragend anschließen.

Damit sind ESKHATON zweifelsohne Künstler – denn es ist wirklich eine Kunst, mich mit so unstrukturierter Musik derart zu langweilen. Atmosphäre entsteht aus diesem Wust aus Standard-Riffs, pseudo-chaotischen Soli und Snare-Gebolze (die Bassdrum hört man so gut wie gar nicht) nämlich keineswegs. Die 44 Minuten rauschen an mir vorbei und eigentlich hätte ich in dieser Zeit auch ein Nickerchen machen können, ohne etwas zu verpassen. Nein danke.

13.04.2014

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