Frostseele - Saat Der Sterne

Review

Hübsch sieht sie aus, die neue EP des baden-württembergischen Soloprojekts FROSTSEELE. Vieles der Musik darauf ist auch recht hübsch, allerdings vor allem die akustischen Anteile des atmosphärischen Black Metals. Davon gibt es in den drei relativ gleich aufgebauten Songs eine Menge, in Form von warmen Akustikgitarren, Percussions und einem schüchternen Cleangesang. In „Mondsüchtig“ und „Eine Neue Welt“ kommt zudem eine Viola zu einem gelungenen Einsatz, die natürlich, was nicht fern liegt, an DORNENREICH denken lässt.

Überhaupt ist der naturromantische Ansatz beiden Bands gemein. Wenn man DORNENREICH als Vergleich heranzieht, liegen auch deren Inspiration – die ersten beiden ULVER-Alben – sowie Bands, die sich wiederum auf die Österreicher berufen, nicht fern. Insbesondere fallen mir da AETHERNAEUM und vor allem DÄMMERFARBEN ein, wobei die Songs von deren Mastermind Nostarion mehr Zug und insgesamt die sehr viel griffigeren und gelungeneren Riffs beinhalten. Beide Bands haben aber etwas gemeinsam: Der Black Metal-Anteil ist zwar da und auch integraler Bestandteil des Sounds, steht aber qualitativ und auch in der Stimmung dem Akustikanteil deutlich nach. Nur das letzte Stück „Eine Neue Welt“ schafft es leidlich, beide Klangbereiche einigermaßen schlüssig zu verbinden – wobei sich hier merklich das gutmenschentümliche Bandkonzept und der rohe Black Metal einigermaßen unversöhnlich gegenüberstehen.

„Saat der Sterne“ wächst zwar in einigen wenigen Metalriffs mit der Zeit noch leicht (sehr schöner Schlussteil von „(Gebär) Mutter Erde“), schafft es aber nicht so recht, ein gelungenes Ganzes zu schaffen. Dazu trägt leider die zum einen ziemlich pappige Produktion bei, aber auch Ärgernisse wie eine manchmal ziemlich verstimmt klingende Gitarre oder spielerische Unsauberheiten. Vielleicht täte es FROSTSEELE gut, entweder intensiver an der Kombination von Black Metal und Akustik zu arbeiten, oder sich auf einen oder beide Bereich getrennt voneinander zu konzentrieren.

18.06.2013

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