Funeralium - Funeralium

Review

Aus Frankreich beehren uns FUNERALIUM, die bereits seit 2003 ihr Unwesen treiben. Mit dem 2004 erschienenen Demo „Ultra Sick Doom“ untermauerten sie ihr Manifest: Doom in seiner abartigsten und denkbar kränksten Variante haben sie sich auf die Fahne geschrieben.
Dabei huldigen sie vornehmlichst alten Doom-Göttern, zu denen keine geringere als THERGOTHON, SAINT VITUS, BURNING WITCH aber vor allem die frühen BETHLEHEM zählen. Die gehören auch zu den Favoriten des Israelischen Labels Totalrust Music, welche FUNERALIUM nun für ihr gleichnamiges Debütalbum verpflichteten.

Nun sind FUNERALIUM in ihrem Bestreben, die „sickest Doom band on earth“ zu werden, sicherlich nicht allein. Und nachdem das einführende „First Symptoms“ ohne einen Aha-Moment verklungen ist, beginnt die Reise, die sich über vier Doom-Epen erstrecken soll. Zunächst fallen die starken Anleihen an Frühneunziger-Doom-Sound auf. Ganz schnörkellos werden die bekannten Zutaten zu einer alles zermalmenden Funeralwalze geformt, und tut sich einigermaßen schwer, wenn es darum geht, eine entsprechende Atmosphäre aufzubauen. Die Riffs passen, die „Geschwindigkeit“ passt, der Gesang kommt ordentlich krank und verstört rüber, aber irgendwie… ja irgendwie klingt das einfach nicht originell genug, um sich von den Prototypen, den Originalen abzuheben. Es fehlt die eigene Note, mit der FUNERALIUM diesem Sound ihren Stempel aufdrücken könnten.
Die erste Hälfte des Albums verstreicht recht unspektakulär, vor allem für jene Hörer, die schon etwas länger mit der Spielweise des Funeral Doom vertraut sind.

Die zweite Hälfte beginnt mit „Let People Die“ und einem sehr an BETHLEHEMs „Dark Metal“ erinnernden Riff. Aufhorchen. Und plötzlich kommt Bewegung in die Kiste. So ganz allmählich beginnt sich nämlich der Song zu steigern, wird immer intensiver und schwenkt dann nach gut zehn Minuten um. Die verzerrten Gitarrenlinien verstummen, so als hätte sich das Gatter am Friedhof geschlossen. Es ist, als ob nach der Zerstörung die eigentliche Depression hervortritt, die den Hörer in einer Spirale immer weiter nach unten zieht. Mit dieser Intensität kann dieser Song schon die erste Hälfte des Albums einsacken.
Ählich intensiv geht es mit „Light Crisis“ weiter, und FUNERALIUM wirken fast wie ausgewechselt. Endlich bekommt die Musik ein Gesicht, der nihilistische Unterton des Albums wird nun deutlich spürbar. „Nearly The End“ lässt das Album dann ausklingen, und es will nicht so recht nach einem Ende klingen. Ein melancholisch-depressiver Streifzug, der seinen wahren Bestimmungsort noch verschleiert.

Nach anfänglichen Schwächen kriegt „Funeralium“ die Kurve und kann in der zweiten Hälfte des Albums mit packenden Songs aufwarten. Wäre das ganze Album so ausgefallen, hätte es auf jeden Fall noch einen Punkt mehr verdient. Genregänger sollten die Band auf jeden Fall unter Beobachtung halten, denn bei FUNERALIUMs Potential ist da noch einiges drin.

11.10.2007

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