Golden Blood - Serpent Chariot

Review

Seit dem vergangenen Jahr versorgt die österreichische Einmann-Armee Erech Leleth den schwarzmetallischen Untergrund unnachgiebig mit qualitativ hochwertigen Veröffentlichungen. Zu den bisher aktiven Projekten des Musikers, wie etwa der Fantasy-Huldigung ANCIENT MASTERY oder dem Genregrenzen sprengenden Blackened-NIRVANA-Crust-Gemisch GRANDEUR, gesellt sich nun ein weiterer Stil-Hybrid namens GOLDEN BLOOD. Der von Erech Leleth gewohnten stilistischen Experimentierfreude entsprechend, lässt sich auch das neueste Projekt kaum in eine Schublade stecken. Welche Zutaten zeichnen nun also das Debütalbum „Serpent Chariot“ aus und kann es sich im direkten Vergleich mit dem bisherigen musikalischen Schaffen des Österreichers messen?

GOLDEN BLOOD steht für exzessive Experimentierfreude

Dass es sich beim ersten Album von GOLDEN BLOOD nicht um reines Norwegen-Worshipping handelt, dürfte spätestens bei der Betrachtung des farbenfrohen Covers klar sein. Der Opener „Rise Of The Outlaw“ lässt da schon eher erahnen, welche Marschrichtung Erech Leleth auf „Serpent Chariot“ im Kern einschlägt. Thrashige Riffs liefern sich ein wildes Wechselspiel mit fiesen Blast-Attacken, ein hymnischer Refrain und das pfeilschnelle Gitarrensolo sorgen zusätzlich für einen rundum gelungenen Einstieg in das Debüt von GOLDEN BLOOD. Der darauffolgende Titel „Asmodean Rites“ schlägt nach einem kurzen atmosphärischen Intro in die selbe Kerbe, ergänzt die Mischung allerdings zusätzlich um eine melodische, an den schwedischen Black Metal von DISSECTION erinnernde Note. Dass hier die stilistischen Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft sind, stellt GOLDEN BLOOD nachfolgend nicht nur einmal unter Beweis.

„For Blood & Glory“ hält mit Laura Guldemond, ihres Zeichens Sängerin der Band BURNING WITCHES, den ersten Überraschungsgast parat. Ihre kraftvolle Stimme verwandelt den Song unmittelbar in einen lupenreinen Lobgesang auf den klassischen Heavy Metal. Das kurze, von D-Beats getriebene „Golden Throne Of Saturnine Lust“ überrascht gegen Ende mit Chören, die an Power Metal erinnern, gleiches gilt für die stimmliche Varianz in der Bridge des Tracks „Savage Cult“. Zwei der stärksten Songs schließen letztlich das Erstlingswerk von GOLDEN BLOOD gebührend ab. „Grim Rider“ ist eine mitreißende Blackened-Thrash-Hymne mit hervorragender Gitarrenarbeit und spannendem Tempowechsel und der namensgebende Titeltrack „Serpent Chariot“ punktet mit seinen Anleihen an Symphonic Metal, ohne dabei in triefenden Kitsch abzurutschen. Der Gastgesang der Sopranistin Viktoria Pakalniece verleiht dem Song einen gleichermaßen dramatischen und epischen Anstrich, zusätzlich findet sich auf „Serpent Chariot“ das beste Solo des gesamten Albums wieder.

GOLDEN BLOOD – Horizonterweiterung oder musikalischer Overkill?

Um sich sämtliche Facetten von GOLDEN BLOOD gänzlich zu erschließen, bedarf es zweifelsohne mehrerer Hördurchläufe. „Serpent Chariot“ weiß in seiner Vielfalt zu überzeugen, läuft hier und da allerdings auch etwas Gefahr, sich im Übermaß der Stildurchmischung zu verlieren. So fühlt sich etwa „Our Final Endeavour“ durch den restlos von Jo Lombardo, Sänger der Power-Metal-Band ANCESTRAL, vorgetragenen Text wie ein Fremdkörper auf „Serpent Chariot“ an. Hier wäre eine bessere Balance aus Gastmusiker und bandeigener Note wünschenswert gewesen.

Gesamtheitlich betrachtet, erscheint diese Kritik jedoch wie ein Tropfen auf dem heißen Asphalt. GOLDEN BLOOD gelingt mit „Serpent Chariot“ ein intensives, vielfältiges und eigenständiges Werk, dessen unzählige kreative Ideen durch das konstant starke Riffing zusammengehalten werden. „Serpent Chariot“ ist der ideale Soundtrack zur Erweiterung des Horizonts und zum Beisetzen der eigenen Scheuklappen.

21.08.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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