Grimness - Increase Humanity Disgust

Review

GRIMNESS sind eine verdammte Maschine, mit 2001 sogar neueren Baujahrs, gut geschmiert und mit vier recht jung aussehenden Technikern an der Hand, die dem Höllengerät loyal dienen und die ihre Sache bereits fabelhaft verstehen. Diese Herren haben zwar fast alle noch Zweitjobs, aber das ist ja derzeit mehr eine Selbstverständlichkeit als eine Ausnahme und beeinflusst GRIMNESS keinesfalls negativ. „Increase humanity disgust“ erinnert, nicht nur vom Drei-Wort-Titel her, durchaus an neuere DIMMU BORGIR, aber völlig ohne orchestrale Parts und bis auf Intro und Outro auch komplett ohne synthetisches Beiwerk. Die Stimmung ist eher roh, ein wenig industriell vielleicht (ich sag‘ ja… Maschine!) und dürfte Freunden von „Puritania“, zu denen ich übrigens gehöre, kalte Schauer über den Rücken jagen. Auch Bewunderer anderer (neumodischer) Black-/Death-Metal-Vertreter, allen voran neueren SATYRICON, aber auch ZYKLON, DARK FUNERAL oder vielleicht DISSECTION, werden ihre Helden in den Prügelorgien von GRIMNESS wiedererkennen, aber niemals 1:1, sondern eher als Inspiration. Ich habe selten eine Platte gehört, bei der man sich so sicher war, dass nichts wirklich neu, aber auch nichts geklaut war. Die beiden Gitarristen schleudern die unglaublichsten Melodiebögen raus (geile Soli zum Beispiel in „Dimension evil“) oder zwingen mich mit „Katharsis in vain“, das mit Abstand das geilste Stück auf der recht kurzen Platte ist, immer wieder zum fieberhaften Mitbangen. Der Drummer ist mit Leib und Seele dabei und macht seine Sache ebenfalls fehlerlos und mit viel Gefühl für den richtigen Pattern am richtigen Platz.
Rock’n Roll spielt in den gut facettierten Stücken der Truppe eine große Rolle, was sie durchaus sympathisch und glaubhaft transportieren können. Ab der Hälfte der Spielzeit lassen die Riffs zwar ein wenig an Nackenbrecherqualität nach, gehen aber trotzdem noch in Ordnung. Für mich größter Kritikpunkt ist der Gesang, der zwar zu 80% stimmig, weil grimmig und düster ist, aber hier und da ein wenig zu sehr in die Hardcore-Ecke abdriftet. Das passt nicht so recht in die Gesamtatmosphäre und trifft meinen Geschmacksnerv außerdem empfindlich.
Dank einer wirklich gelungenen Produktion, die analog zum Material gekonnt die Gratwanderung zwischen Old-School-Thrash-Feeling und moderner Studiotechnik vollzieht, wirkt das Album insgesamt aber trotzdem bestens in Form gegossen. Ich wage mal zu behaupten: klängen GRIMNESS nicht nur so, sondern kämen sie tatsächlich aus Norwegen und nicht aus Italien, stünde ihn eine wahrhaft große Zukunft bevor. Wer auf einem Debüt nach 3 Jahren Bandgeschichte auf einem Niveau knapp unterhalb von SATYRICONs „Volcano“ einsteigt, hat sich das auch verdient. Vielleicht findet sich ja ein Label, das das ähnlich sieht.

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10.06.2005

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