Hammer King - Poseidon Will Carry Us Home

Review

Der Hammer-König ist zurück! Nachdem sich die vier Recken aus Saint-Tropez, dass ja bekanntlich nahe Kaiserslautern liegt, mit den ersten beiden Scheiben und vielen Live-Gigs bereits eine beachtliche Fan-Schar erspielen konnten, ist es nun mit „Poseidon Will Carry Us Home“ Zeit für das, angeblich für eine Band so wegweisende, dritte Album. Dieses Mal treibt es den HAMMER KING also auf das große, weite Meer und es bleibt zu hoffen, dass er dabei keinen Schiffbruch erleidet.

HAMMER KING – Mehr als eine MANOWAR-Parodie?

Klar, wir haben es verstanden. HAMMER KING sind als Kinder in einen Topf voll MANOWAR-Lyrics gefallen und nehmen sich selbst nicht besonders ernst. Bei ihren Fremdschäm-Texten bieten sich, wie schon beim Original aus den Staaten, lustige Trinkspiele förmlich an. An dieser Stelle übrigens ein gut gemeinter Rat des Rezensenten: Versucht nicht beim Hören eines beliebigen HAMMER KING-Albums immer dann einen Kurzen zu trinken, wenn die Wörter „Hammer“, „King“ oder „Hammer King“ auftauchen. Ihr würdet es nicht überleben. Damit ist zum lyrischen Konzept auch bereits alles gesagt.

Die Frage, die sich viel eher stellt ist, ob sich mit dieser Herangehensweise auch über viele Jahre hinweg spannende Songs schreiben lassen. Über genug Erfahrung verfügen die Mitglieder in jedem Fall, alle sind seit langem in einschlägigen Formationen aktiv, u.a. in einer MANOWAR-Cover-Band. Entsprechend traditionell fällt das Material auf „Poseidon Will Carry Us Home“ aus. In „7 Days And 7 Kings“ begrüßt den Hörer direkt ein galoppierendes MAIDEN-Riff, während „Warriors Of Angelhill“ vermutlich um einen Joey-DeMaio-Gedächtnis-Basslauf herum geschrieben wurde. Nicht nur der Bandname legt außerdem den Schluss nahe, dass die Schweden von HAMMERFALL für die ein oder andere Nummer Pate standen. Passend dazu sorgen tolle Twin-Leads, die die Gruppe selbst als ihr Trademark bezeichnet, immer wieder für Highlights.

Die Poseidon erreicht das rettende Ufer nicht mehr

In der Vergangenheit bereits öfters kritisiert wurde der Gesang von Titan Fox V, der tatsächlich nicht gerade ein zweiter Eric Adams ist. Offenbar wollte man auf Langrille Nummer drei einen etwas natürlicheren Sound und hat auf einige der umfangreichen Vocal-Effekte und Nachbearbeitungen der beiden Vorgänger verzichtet. Dadurch klingt die Lead-Stimme äußerst dünn und vielfach sogar wackelig. Dies gilt allerdings nur für die, leider reichlich vorhandenen, Stellen an denen der selbsternannte Titan, für seine Verhältnisse, viel zu hoch singt. Spätestens im Rausschmeißer „Meatus Majestatis“ dürften bei einigen Hörern Gewaltfantasien, in denen diverse Formen des Knebelns eine nicht unwesentliche Rolle spielen, nicht mehr ausgeschlossen sein.

Auch in puncto Songwriting sind die offensichtlich zitierten Bands HAMMER KING deutlich überlegen, was sich in erster Linie durch austauschbare Songs mit nur sehr wenigen Höhepunkten bemerkbar macht. Während man sich bei der Bandhymne „Kingdom of the Hammer King“, vom gleichnamigen ersten Album, das ein oder andere Grinsen nicht verkneifen konnte, scheinen die wirklich lustigen Ideen mittlerweile verschossen zu sein. Einzig im, an eben diesen Opener des Debüts erinnernden, „Where The Hammer Hangs“ (höhö) kommt man noch an die frühere Qualität heran. Stattdessen wird versucht, mit albernen Rückwärts-Samples einen auf lustig zu machen. Und was zur Hölle soll eigentlich der K.I.T.T. Sound aus Knight Rider zu Beginn von „The King Is A Deadly Machine“? Naja, wenn einem eben sonst nichts mehr einfällt. „Poseidon Will Carry Us Home“ legt die Vermutung nahe, dass die Idee der albernen Parodie-Truppe eben doch keine allzu lange Halbwertszeit besitzt.

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28.09.2018

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