Hate Squad - Degüello Wartunes

Review

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Ich denke nicht, dass es vermessen klingt, wenn ich HATE SQUAD als versteckte Pioniere angesagter Metaltrends bezeichne, denn das, was unzählige Metalcore-Truppen heutzutage musikalisch veranstalten, bedienen HATE SQUAD im Grunde schon seit vielen Jahren, und zwar aus dem Handgelenk. Versteckte Pioniere deshalb, weil diese Band leider nie die Anerkennung erhielt, die sie sich versucht hat zu erarbeiten. Ich persönliche bezweifle zwar, dass sich dieser Zustand mit dem aktuellen Album „Degüello Wartunes“ ändern wird, aber ich lasse mich von den allgemeinen Reaktionen auf die Scheibe gerne eines Besseren belehren. Zu gönnen wäre es dieser Truppe allerdings auf jeden Fall.

Zugegeben, HATE SQUAD stellten für mich nie eine Must-Have-Ausnahme-Band dar, da sie zwar mit ihrem Debüt „Theater Of Hate“ (1994), dem Zweitling „I.Q. Zero“ (1995) sowie den beiden Nachfolgern „Pzyco!“ (1997) und „H8 For The Masses“ (2004) stets ordentliche bis gute, aber eben nicht zwingende Alben zustande brachten. Ob es ihnen mit vorliegendem, aktuellem Album gelingt, muss jeder für sich selbst entdecken.

Fakt ist auf jeden Fall, dass „Degüello Wartunes“ einen guten Sound bekommen hat, was fast schon die halbe Miete wert ist. Alles kommt gut zur Geltung und jedes Instrument besitzt genug Freiraum um wirken zu können. Besonders auffällig ist dieser Umstand bei den schnelleren Parts, bei denen in der Regel gerne mal das eine oder andere Instrument untergeht. Nicht so auf „Degüello Wartunes“, hier knattert alles super sauber durch die Kanäle und verbreitet eine gehörige Faust-in-die-Luft-Stimmung.

Zu den Songs lässt sich aus meiner Sicht sagen, dass es HATE SQUAD zwar nicht gelungen ist, einen (oder mehrere) regelrechte Überflieger zu kredenzen, sie aber trotzdem ein paar sehr nette Riffs und Parts an Bord haben. Der Groove stimmt meistens und auch der Härtefaktor rammt dir immer mal wieder die geballte Faust ans Kinn. Die Band pendelt souverän zwischen Metal und Hardcore, bewegt sich vordergründig im Midtempo-Bereich, scheut jedoch nicht davor zurück, immer wieder in Uptempo-Gefilde umzuschwenken.

Der sehr Hardcore-lastige Gesang wechselt zwischen eher tief gebrüllten Vocals und einer aggressiven Schreistimme und zeigt deutlich auf, in welchem Genre HATE SQUAD ihre Wurzeln haben. Unterm Strich fehlt zwar das endgültig zündende Etwas, aber dennoch beschreitet diese Band einen klaren Weg.

Jeder, der sich mit Metalcore beschäftigt, bzw. dafür interessiert, sollte sich HATE SQUAD unbedingt einmal zu Gemüte führen, denn hier hört ihr die inoffiziellen Vorreiter dieses Sounds. Ebenso sollten sich Liebhaber moderner Hardcore-Klänge und offenherzige Allround-Metaller ihre Ohrmuscheln durchpusten lassen. Auch wenn unterm Strich der eine oder andere Wunsch am Ende offen bleibt, dürfte von „Degüello Wartunes“ sicherlich niemand enttäuscht sein, der HATE SQUAD kennt und mag.

22.03.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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