Heretical Sect - Rapturous Flesh Consumed

Review

HERETICAL SECT haben sich vor gut zwei Jahren in New Mexico gegründet und, wie bereits kurz darauf folgend auf der EP “Rotting Cosmic Grief“ zu hören war, sich ganz dem Blackened Death Metal verschrieben. Abgerundet wird der Sound des Trios dabei durch vereinzelt eingestreute doomige Versatzstücke, eine gelungene Mischung, deren Durchschlagskraft sich nun in Form der mit “Rapturous Flesh Consumed“ titulierten ersten Langrille manifestiert.

HERETICAL SECT besingen den Wahnsinn religiöser Ereiferung

Das dem Album zugrundeliegende Konzept setzt sich spezifisch mit Salvador de Guerra auseinander, einem religiösen Eiferer und katholischen Padre, der sich in der Geschichte des amerikanischen Südwestens durch Verstümmelung, Folter und religiöse Verfolgung einen finsteren Ruf aneignete. Losgelöst vom Pathos des wilden Westens und kitschiger Cowboy-Kultur, beschäftigt sich das Trio mit all den Gräueltaten, die sich über Jahre hinweg in die Geschichte ihrer Heimat eingebrannt haben. Eben diese finstere Facette merkt man dem Album sodann auch zu jeder Sekunde an, “Rapturous Flesh Consumed“ klingt gespenstisch, morbide und verflucht.

Stilistisch ließe sich das Album am ehesten als eine Mixtur aus AOSOTH und TEITANBLOOD beschreiben. Dabei gehen HERETICAL SECT jedoch nicht ganz so chaotisch zu Werke, wie letztgenannte Band und durch die gelegentliche Rückbesinnung auf die der Truppe eigenen doomigeren Elemente wird ein dem Klangbild sehr zugutekommendes Gleichgewicht geschaffen, dass konstant die Spannung aufrechterhält und erwartungsvoll den weiteren Verlauf von “Rapturous Flesh Consumed“ herbeisehnen lässt.

Das Herzstück des Albums ist das über jeden Zweifel erhabene und in seiner Dynamik hervorragend umgesetzte “The Depths Of Weeping Infinity“. In knapp mehr als zehn Minuten fahren HERETICAL SECT hier all ihre Stärken auf und lassen dabei leider bisweilen fast die Qualitäten der anderen Songs im direkten Vergleich erblassen. Nichtsdestotrotz lassen sich diese einer Nummer wie dem darauf folgenden “Degradation Temple“ natürlich keineswegs gänzlich absprechen. Der Titel lebt von seinen flirrenden, dissonanten Gitarren, die auf dem Debüt der Neumexikaner nicht nur einmal an die isländischen Titanen SVARTIDAUÐI erinnern, und von der düster-okkulten Stimmung, die nicht zuletzt durch die etwas höhere Varianz in der Darbietung des sonst recht monoton brüllenden Gesangs erzeugt wird. Und spätestens, wenn in dem kurzen Zwischenspiel “Resurrection Sky“ die Ketten klirren, sich dämonische Stimmen spukend und wehleidig zu einem flächendeckenden Klagelied zusammenbrauen, ja spätestens dann dürfte sich auch der letzte Schwarzmetaller der düsteren Atmosphäre von HERETICAL SECT nur noch schwerlich entziehen können.

“Rapturous Flesh Consumed“ – Fluch und Segen der Genre-Treue

Während “Rapturous Flesh Consumed“ mit durch und durch solidem Songwriting und einer überaus dichten Atmosphäre auftrumpfen kann, lassen sich Abzüge in der Originalität leider nicht von der Hand weisen. Ein Wermutstropfen, der in Anbetracht der qualitativ und quantitativ hohen Veröffentlichungsdichte im Bereich des angeschwärzten Death Metals leider zu schwer wiegt, als dass sich das Album als absoluter Geheimtipp aus der breiten Masse hervorheben könnte. Anhängern okkulter Klänge sei das Reinhören dennoch ans Herz gelegt, wer sich an stilistischer Stagnation nicht stört, dürfte an “Rapturous Flesh Consumed“ zweifelsohne Gefallen finden.

04.12.2020

Der metal.de Serviervorschlag

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