Hubi Meisel - Kailash

Review

Man hat ja als Redakteur grundsätzlich mehrere Möglichkeiten die Einleitung zu einem Review zu schreiben, vor allem bei so Platten wie „Kailash“ vom Münchner HUBI MEISEL. Man könnte die Vergangenheit des Herren, mit bisher zwei Veröffentlichungen unter seinem Soloprojekt aufwühlen; man könnte vom Konzept reden, dass sich mit Tibet, dem Himalaya, und Buddhismus allgemein beschäftigt, oder man geht einfach auf den extrem fanfreundlichen Verkauf auf der Homepage ein, wo jede CD im Digipack mit Bonustracks und Autogramm unters Volk gebracht wird. Mir selber ist die Platte aber eigentlich hauptsächlich wegen der enorm starken Besetzung, bestehend aus Vivien Lalu am Tastenbrett, den Gitarristen Marcel Coenen (Sun Caged) und Jorge Salán (Mago de Oz), Daniel Flores (Mind’s Eye) am Schlagzeug und Johan Niemann (Therion) am Bass aufgefallen. Denn wenn eine Progplatte schon mit so einer Besetzung aufgenommen wird, muss ja irgendwie was ordentliches bei rauskommen.
All diese Gedanken werden aber in dem Moment in den Hintergrund gerückt, in dem der erste Akkord aus den Boxen dringt, denn eine normale Progscheibe ist dies beileibe nicht. Statt einer ekstatischen Selbstdarstellung aller beteiligten Musiker steht das Konzept weit im Vordergrund und verbannt die Gitarre oft nur zum Rhythmusinstrument hinter atmosphärischen Keyboardarrangements. Da letzere oftmals sehr komplex und vielschichtig sind, braucht die Scheibe über Großteile der Spielzeit etliche Durchläufe um Melodien fest im Ohr verankern zu können. Ausnahmen bilden das ohrwurmige „Shiva’s Dance“ und der Opener „Potala Palace“.
Als weitere Highlights stellen sich nach einiger Zeit „Red Oracle“, „Milarepa’s Cave of Miracles“ sowie das 10minütge „Wheel of Life“ heraus, wobei es allerdings schwer ist, einzelne Lieder ohne den Kontext des Albums zu betrachten oder rein qualitativ hervorzuheben. „Kailash“ ist ein spannendes Gesamtwerk, dass sich aus dem klassischen Klischee des Progmetals heraushebt und sich in keinster Weise einengen lässt. Dass dabei die Atmosphäre die Melodien dominiert ist eine Sache, die jeder für sich selber als Vorteil oder Nachteil abstempeln sollte.
Etwas versöhnlich stimmen dabei die beiden Bonustracks „The Gentleman of Great Magic“ und „Tigers of Everest“, die eher auf Refrain produziert sind und dementsprechend leicht ins Ohr gehen, ohne aber sonderlich aus dem Konzept zu fallen. Wer die Möglichkeit hat eine der Digipacks zu erstehen, sollte diese den normalen Verkaufsversionen definitiv vorziehen. Rein kaufenswert ist das Album aber sowieso. Wer schon immer mal wissen wollte, wie Prog ohne Jazz klingt, kommt nicht umhin hier zuzuschlagen.

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16.03.2006

Der metal.de Serviervorschlag

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