Jesu - Pale Sketches

Review

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Justin Broadrick, der Hauptverantwortliche und Kopf von JESU, hatte von Anfang an angekündigt, zwischen den Alben, auf denen eine richtige Band zu hören sein wird, immer mal wieder ein paar EPs einzuschieben, auf denen er alles im kompletten Alleingang erledigt. Bisher gab es die EPs „Heart Ache“ (2004), „Silver“ (2006), „Sun Down / Sun Rise“ (2007, nur als Vinyl erhältlich) und das Split-Vinyl mit ELUVIUM (2007).

Nun erscheint über sein Label Avalanche Recordings mit „Pale Sketches“ ein ganzes Album mit Kompositionen, die Broadrick im Zeitraum zwischen 2000-2007 alleine angefertigt und eingespielt hat. Das Besondere an diesen Zwischenveröffentlichungen sollte sein, dass sie (bis auf wenige Ausnahmen) vornehmlich mit künstlichen Mitteln aufgenommen wurden, sprich mit Drumcomputer, Samples oder überhaupt elektronischen Sounds. Auch „Pale Sketches“ schlägt voll und ganz in diese Kerbe und bis auf ein paar eingestreute Gitarrensounds, die dem Ganzen mit ihrem typischen Klang überhaupt den Stempel „Jesu“ aufdrücken, gibt es keine echten, beziehungsweise natürlichen Instrumente zu hören.

Wummernde und brummende Sub-Basses begleiten die zum Teil sehr zurückhaltenden Drumbeats, die mitunter recht experimentell wirken und eher an APHEX TWIN erinnern als an JESU, und auch ansonsten gibt es viele Sound-Spielereien und Effekte. Dennoch ist „Pale Sketches“ an sich angenehm nachvollziehbar, ja fast schon simpel gehalten und wirkt zu keinem Augenblick überladen oder unstimmig. Alles passt wunderbar zusammen und verführt den Hörer mit der nötigen Hingabe zu einem leicht chilligen Trip, der über die gesamte Spieldauer anhält.

Mit langsamen, Trance-ähnlichen Songstrukturen wird man nachhaltig eingelullt und schwebt von einem Track zum nächsten. Mit (zum Teil etwas seltsamen) Sprach-Samples aber auch Justins typisch klarem, verhalltem Gesang bekommen die Stücke einen wichtigen, stimmigen Aspekt. Ohne die Stimme würden viele Elemente in der Musik effektlos verpuffen und manch einer würde sich schnell gelangweilt fühlen, da rein musikalisch nicht viel passiert. Teilweise sind die Songs sogar reiner Ambient, der einfach mit ein paar unnatürlich klingenden, elektronischen Beats unterlegt wurde.

Zwar ist „Pale Sketches“ vom Feeling und der Atmosphäre her eine absolut runde Sache geworden und man kann dieses „Projekt“ somit als gelungen bezeichnen, aber diese Veröffentlichung wird letztendlich vermutlich noch weniger Leute ansprechen als die restlichen, regulären JESU-Releases. Wandelte Broadrick dort schon in kommerziellen Randgebieten, ist „Pale Sketches“ tatsächlich nur etwas für Die-Hard-Fans und Komplettisten. Wer aufgeschlossen oder trotzdem neugierig geworden ist und mal wieder einen Entspannungs-Trip nötig hat, sollte durchaus mal reinhören. Alle anderen dürfen hinterher nicht meckern, dass sie niemand gewarnt hat…

„Pale Sketches“ ist übrigens ausschließlich über die Website von Avalanche Recordings (www.avalancheinc.co.uk) erhältlich, und dazu noch in einer auf 2000 Einheiten streng limitierten CD-Ausgabe. Eine Doppel-Vinyl-Version, limitiert auf 1200 Stück (davon die ersten 400 in weißem Vinyl), ist ab Januar 2008 ebenfalls erhält.

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30.10.2007

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