Kekal - The Habit Of Fire

Review

KEKAL kommen aus – Obacht! – Indonesien, haben im Frühling dieses Jahres ein 70 Minuten langes Album namens „The Habit of Fire“ herausgebracht, unterteilen ihre Stücke gerne auch mal in fünf Untersektionen und spielen nun laut Presseinfo neuerdings „Urban Avantgarde Metal“. Och nö, nicht schon wieder so eine auf besonders originell getrimmte und munter vor sich hin dilettierende Asiatentruppe, höre ich da den einen oder anderen sagen. Aber weit gefehlt, meine Herren, denn so gekünstelt anspruchsvoll das auf den ersten Blick auch wirken mag, machen KEKAL ihre Sache dennoch hervorragend. Wer das Album jedenfalls gehört hat, nimmt ihnen die Attitüde voll und ganz ab.

Eine seltsame Mischung spielen die Jungs ja schon, das muss man zugeben. Zunächst, Mitte der Neunziger, haben sie als mehr oder weniger normale Metalband begonnen und sind mittlerweile bei ziemlich avantgardistischen Klängen gelandet, sodass man auf „The Habit of Fire“ abgedrehte Liedcollagen aus Rock, Industrial, sanfter Chillout-Klubmusik und Synthiepop bewundern darf. Nicht, dass das Album sich irgendwie leicht verständlich präsentieren würde, fließt es doch zunächst fast autistisch und eigenwillig an einem vorbei und erweckt den Eindruck, als wäre es viel lieber allein und interessierte sich nicht die Bohne für den Hörer. Erst nach und nach lässt es sich stückweise erschließen, aber ist es ersteinmal soweit, hat man sich bereits irgendwo in seinen Weiten verloren und lauscht gebannt elektronischer Melancholie, hypnotischen Rhythmen und ausdruckstarkem Klargesang. Es fällt schwer, einzelne Stücke herauszuheben, weil sich alle organisch in das Gesamtkonstrukt einfügen. Fast ein wenig zu organisch, könnte man meinen, denn echte „Überstücke“ finden sich keine, auch wenn das natürlich gar nicht dem Konzept von „The Habit of Fire“ entspräche. Sicher, Titel wie „Manipulator Generals (Part I of Dictatorship) – I. Failure is the System“ (ah, diese Benennung!) oder „Our Urban Industry Runs Monotonously“ brennen mit beängstigender Zielsicherheit schräge, aber dennoch angenehme Arrangements in die Gehörgänge ein, ihre eigentliche Wirkung entfalten sie aber erst im näheren Kontext des Albums, das mit 70 Minuten vielleicht ein wenig zu lang für zwischendurch geraten ist.

Anspruchsvolles „Easy Listening“, so paradox das klingt, könnte man nennen, was KEKAL mit dieser Platte abgeliefert haben. Die Musik beansprucht vielleicht ein wenig Zeit zum Durchsteigen, aber auf keinen Fall die volle Aufmerksamkeit des Hörers und lebt hauptsächlich von ihrer Atmosphäre. Die Grenze zum richtigen musikalischen Experiment wird nur dann und wann durchbrochen, die meiste Zeit aber hat man es mit intelligent ausgeführter eingängiger Musik zu tun. Ideal zum Sinnieren.

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23.10.2007

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1 Kommentar zu Kekal - The Habit Of Fire

  1. lulatsch666 sagt:

    Ich bin schon sehr erstaunt diese CD hier zu sehen, umso mehr freut es mich aber auch. Dieser CD gebe ich aber auch zurecht 8 von 10 Punkten. Alle früheren Werke würde ich mit 9 von 10 oder sogar 10 von 10 Punkten bewerten. Bischen im Backkatalog dieser Band nachstöbern lohnt sich.

    8/10