Körgull The Exterminator und Akerbeltz - War & Hell

Review

Eine außergewöhnliche Split-Veröffentlichung, die uns hier aus Spanien fies angrinst, wenn die Sonne sich mal verzieht. KÖRGULL THE EXTERMINATOR, benannt nach einem VOIVOD-Song, gibt es seit 2004, und deren Drummer heißt Joe Bastard. Der betreibt im Alleingang auch eine andere Band, die, vermutlich könnt ihr es euch schon denken, den Namen AKERBELTZ trägt. Mit seinem Soloprojekt ist der Spanier bereits seit 1996 unterwegs. Das eigentlich Besondere an „War & Hell“ sind aber die Songs. Jede Band ist mit insgesamt vier Tracks vertreten, hat zwei neue Nummern eingespielt und die zwei neuen des Split-Partners im jeweils eigenen Stil gecovert. Klingt verwirrend? Ist es auch, daher am besten reinhören!

Wenn manche heutigen Produktionen als organisch durchgehen, ist das hier super-duper-organisch. Ursprünglicher kann man einen Sound kaum einfangen. Ein Grund dafür liegt beim Studio: Für die Aufnahmen ist man in die Redrum Studios eingekehrt, um die Split in einen urtypischen Garagenklang zu kleiden. Zur groben Orientierung und als Referenzbands werden folgende Combos genannt: MOTÖRHEAD, VENOM, SODOM, VOIVOD, KREATOR, DESASTER, HELLHAMMER, DARKTHRONE und POSSESSED. Das passt auch irgendwie.

Bei KÖRGULL THE EXTERMINATOR keift die laut Stimmlage wenig, aber in der Realität ganz sicher reizende Lilith Necrobitch. So kehrt gleich mal ein wenig Black-Metal-Stimmung in die Blackened-Thrash-Nummern – die gesprochenen Passagen erinnern gar an frühe IMMORTAL (wobei der 80er-Jahre-Thrash-Vibe deutlich die Oberhand hat). „Hatred Rules Again“ fegt gleich mal mit einem richtig guten Riff um die Ecke, hier denkt man neben den oben genannten Veteranen per se an NOCTURNAL. „Spell Of The Banshees“ (Cover eines der zwei neuen AKERBELTZ-Stücke) ist dann direkt von einem anderen Schlag. In KÖRGULL-Manier uminterpretiert nimmt der Song, der einen höllisch interessant polternden Endspurt beherbergt, sogar War-Metal-Züge an. Ab dem fünften Lied wird es soundtechnisch um etliche Grad kühler. Der stimmungsvolle Charakter, den selbst angeschwärzte Oldschool-Thrash-Nummern phasenweise einfach haben, verschwindet unter einer dicken Eisschicht – jetzt sitzt reiner Black Metal auf dem Thron. Als der spanische Erbe von DARKTHRONE wird AKERBELTZ betitelt, und das kommt soundtechnisch auch hin. Musikalisch reckt Joe Bastard, vielleicht unbewusst, den Blick auch gern mal in Richtung Bestial-Metal-Gefilde. Nummern wie „Unholy War“ mögen in manchen Ohren sicher recht verquer dissonant klingen, schafft man es aber, das instrumentale Chaos zu kanalisieren, erkennt man durchaus einen songtechnischen roten Faden und wird ordentlich unterhalten. „Spell Of The Banshees“ hat seine spannenden Momente vor allem im Mittelteil. Beim „Hatred-Rules-Again“-Cover geht das vorhin noch als sehr gelungen proklamierte Riff durch derbe Einschwärzung eher verloren, insgesamt muss man aber sagen: „War & Hell“ ist eine originelle Split, die Freunde des Undergrounds unbedingt antesten sollten.

25.06.2015

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